Gegen 09.45 Uhr rücken die Novartis-Papiere um 2,0 Prozent auf 130,00 Franken vor. Damit nähern sich die Titel weiter dem Anfang September bei 132,68 Franken gesetzten Allzeithoch. Kurz darauf waren die Titel unter die Marke von 112 Franken abgerutscht. Der Gesamtmarkt (SMI) steht aktuell mit der Unterstützung von Novartis mit 0,04 Prozent minim im Plus.
Novartis hat mit den Angaben zur Umsatzentwicklung im dritten Quartal etwas besser als am Markt erwartet abgeschnitten, während die Gewinnzahlen gar die optimistischsten Analystenschätzungen übertrafen. In ihren ersten Kommentaren verweisen die Experten auf das Umsatzwachstum und vor allem auf tiefere Kosten als wichtigste Treiber dafür.
Novartis habe ein starkes Zahlenset vorgelegt und beispielsweise mit dem operativen Kerngewinn die Konsenserwartungen der Analysten um rund 8 Prozent übertroffen, schreiben die Analysten von JPMorgan. Wesentlich dazu beigetragen hätten tiefere Kosten für Forschung und Entwicklung sowie in der Verwaltung.
Nachdem Novartis bereits das zweite Quartal bezüglich Profitabilität besser als erwartet abgeschlossen habe, führe die erneut positive Überraschung im letzten Quartal nun zu einer Erhöhung der Gewinnprognose, heisst es im Kommentar der Bank Vontobel. Nebst Umsatzwachstum und tieferen Kosten hätten auch höhere «sonstige Erträge» dazu geführt.
Das Umsatzplus sei vor allem auf die bessere Entwicklung älterer Produkte zurückzuführen, während neuere Medikamente die Erwartungen verfehlten, so der Vontobel-Kommentar weiter. Das wird auch von der ZKB bemängelt: Das Schuppenflechtemittel Cosentyx, das Cholesterin-Medikament Leqvio oder die Gentherapie Zolgensma hätten überzeugt, während sich die Absätze der Radioligandtherapie Pluvicto oder des Brustkrebsmittels Kisqali eher schwächer entwickelten.
Das Damokles-Schwert der Patentabläufe für Cosentyx im Jahr 2029, Kisqali 2031 und Kesimpta 2031 dürfte noch länger über der Novartis-Aktie schweben, befürchten die ZKB-Experten weiter. Dieser Belastungsfaktor werde noch durch die verschiedenen klinischen Fehlversuche im September verstärkt.
mk/ra
(AWP)
