Schwächer als erhoffte Studiendaten zu einem wichtigen Medikament gegen Multiple Sklerose haben die Aktien von Novartis zum Wochenauftakt belastet. Das Mittel ‌Remibrutinib ⁠verringerte in klinischen Studien zwar die jährliche Rückfallrate, blieb bei der Wirksamkeit jedoch ⁠hinter den Erwartungen von Analysten und einem Konkurrenzprodukt von Roche zurück. Die Novartis-Papiere gaben an der ‌Börse in Zürich am Montag im frühen Handel ‌um bis zu zwei Prozent nach.

Remibrutinib ​reduzierte die jährliche Rückfallrate im Vergleich zum älteren Sanofi-Medikament Teriflunomid in zwei Studien um 35,2 beziehungsweise 31,2 Prozent, wie der Schweizer Pharmakonzern auf einer medizinischen Konferenz in Toronto mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem Rückgang von 45 bis 60 ‌Prozent gerechnet. Das Roche-Konkurrenzprodukt Fenebrutinib hatte die Rate in einer kürzlich veröffentlichten Studie dagegen um 55 Prozent gesenkt.

Experten verwiesen auch auf positive Aspekte: So verzögerte Remibrutinib ​das Fortschreiten der körperlichen Behinderung um rund 29 Prozent. Zudem ​gab es laut Novartis keine Anzeichen ​für die bei dieser Medikamentenklasse gefürchteten Leberschäden. Das Roche-Mittel Fenebrutinib sei zwar wirksamer, habe in Studien jedoch ‌deutlich erhöhte Leberwerte gezeigt, hiess es am Markt. Die Analysten von Jefferies erklärten, dieses gute Sicherheitsprofil in Kombination mit der verlangsamten Zunahme der Behinderung stütze das ​Potenzial ​des Novartis-Medikaments.

Novartis setzt grosse Hoffnungen auf ⁠Remibrutinib und will weltweit die Zulassung für die ​Behandlung von schubförmiger Multipler ⁠Sklerose beantragen. Während einige Analysten dem Medikament in dieser Indikation einen Spitzenumsatz ‌von rund vier Milliarden Dollar pro Jahr zutrauen, zeigten sich die Experten von Barclays skeptischer. Da die Wirksamkeit hinter der von Konkurrenzprodukten ‌zurückbleibe, senkten sie ihre Umsatzprognose von fünf auf 3,5 Milliarden ​Dollar und reduzierten ihr Kursziel für die Novartis-Aktie.

(Reuters)