Gestützt wurde der Indikator durch gestiegene Erwartungen der befragten Unternehmen an künftige Geschäfte. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist hingegen schwächer ausgefallen.

Einschätzung von Ökonomen im Überblick:

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank

«Das Ifo-Geschäftsklimas ist anders als der breit gefasste Einkaufsmanagerindex nicht gefallen, sondern leicht gestiegen. Das ist bemerkenswert, weil die Energiepreise, vor allem der für die Industrie wichtige Gaspreis, zuletzt deutlich gestiegen sind. Offenbar rechnen die Unternehmen hier mittelfristig mit einer Entspannung, wozu die deutliche Verbesserung der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate passt. Alles in allem dürfte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft fortsetzen, wobei diese wegen des Fehlens durchgreifender Reformen, Trumps Zöllen und Chinas Exportoffensive wohl nur moderat ausfallen wird.»

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Bank

«Insgesamt bestätigt der heutige Ifo-Index, dass die deutsche Wirtschaft eine unerwartete Widerstandsfähigkeit sowie sogar eine leichte konjunkturelle Erholung aufweist. Zwar bedeutet eine konjunkturelle Erholung nicht automatisch eine strukturelle Gesundung, doch angesichts der schier endlosen Flut an negativen makroökonomischen Nachrichten der vergangenen Jahre sollte man jede positive Entwicklung zu schätzen wissen.»

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank

«Der Ifo-Geschäftsklimaindex nährt Hoffnung auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung im kommenden Jahr. Getragen wird die bessere Stimmung im verarbeitenden Gewerbe von der guten Auftragslage und ersten spürbaren Effekten des Infrastrukturprogramms der deutschen Bundesregierung. Einmal mehr gilt: Die Lage der deutschen Wirtschaft ist besser, als es die Schlagzeilen oft vermuten lassen.»

Christoph Swonke, Analyst bei der DZ Bank

«Die Verbesserung ist zwar zur marginal und die hiesigen Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage schlechter als im Vormonat ein. Der optimistischere Blick nach vorne macht aber Mut. Die Auftragseingänge zeigen nach oben und geben der Wirtschaft Rückenwind. Das dürfte in den kommenden Monaten für ein Plus bei Produktion und Umsätzen sorgen. Ein weiter schwelendes Problem sind aber die hohen Energiekosten, die jüngst wieder deutlich zugelegt haben. Das hat die aktuelle Stimmung der Befragten gedämpft. Zudem wächst in der Wirtschaft die Sorge, dass der eingeschlagene Reformprozess nach den jüngsten Landtagswahlen ins Stocken gerät.»

Jens-Oliver Niklasch, Analyst Landesbank Baden-Württemberg

«Das Geschäftsklima krabbelt weiter nach oben. (...) Den Rückgang der Lage würden wir an dieser Stelle nicht überbewerten. Aber es ist besonders erfreulich, dass der Optimismus zunimmt. Auf der anderen Seite ist der Gegenwind für die Konjunktur auch wieder etwas stärker geworden. Die Preise für Öl und Gas sind sehr hoch, für den Auftragseingang gab es einen Rücksetzer und im wichtigen Handelspartner Frankreich ist ein neues Abwärtsrisiko aufgetaucht. Ich fürchte, wir werden uns weiter von Monat zu Monat durchzittern müssen.»

Ralf Umlauf, Analyst Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)

«Die konjunkturellen Perspektiven Deutschlands verändern sich jedoch kaum und so gibt es auch keinen Grund, die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der EZB zu forcieren.»

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(AWP)