Der sich abzeichnende Konjunkturaufschwung sorgt für bessere Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Zählern im September und damit das sechste Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 90,0 Punkten gerechnet. Die Firmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage etwas skeptischer als zuletzt, ihre Erwartungen aber positiver. «Die Konjunkturbelebung setzt sich fort», erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.
Analysten sagten dazu in ersten Reaktionen:
Ralf Umlauf, Helaba:
«Die Geschäftserwartungen haben erfreulicherweise unerwartet zugelegt, während die Lageeinschätzung überraschend nachgegeben hat. Die konjunkturellen Perspektiven Deutschlands verändern sich jedoch kaum und so gibt es auch keinen Grund, die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Europäischen Zentralbank zu forcieren. Marktseitig wird mehrheitlich davon ausgegangen, dass die EZB-Leitzinsen in dieser Woche nicht erhöht werden. Ein solcher Schritt ist für Dezember weitgehend, aber nicht mehr vollständig eingepreist.»
Alexander Krüger, Chefökonom Bethmann Hal:
«Der Stimmungsaufhellung der vergangenen Monate geht die Luft aus. Viel war ohnehin Hokuspokus, angesichts hoher Energiepreise, Hitzewelle und steigender Zinsen. Ungewöhnlich ist nicht das Innehalten in diesem Monat, sondern die gute Entwicklung davor. Letztlich sendet das Geschäftsklima aber weiter ein Expansionssignal. Ohne das Fiskalpaket wäre das aber wohl weniger laut. Der hohe Auftragsbestand gestaltet die aktuelle Geschäftslage für Unternehmen erträglicher. Wegen anhaltender Widrigkeiten dürfte das Aufwärtspotenzial des Geschäftsklimas aber begrenzt sein. Die Übersetzung der besseren Stimmung in reale Daten dürfte nur moderat erfolgen.»
(Reuters)

