Die Nordsee-Rohölsorte Brent verbilligte sich am Montag um gut ein Prozent auf 93,22 Dollar je Fass (159 Liter). Der Preis für US-Leichtöl WTI gab fast zwei Prozent auf 85,53 Dollar pro Barrel nach. Stockende Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hatten die Ölpreise in den vergangenen Wochen um fast 20 Prozent über ihr Drei-Wochen-Tief von Anfang August getrieben.
US-Finanzminister Scott Bessent will um 20.00 Uhr (MESZ) Details zu den am Donnerstag angekündigten Sanktionen gegen den Iran bekanntgeben. Die Anleger setzten darauf, dass die USA nun stärker mittels wirtschaftlicher Massnahmen gegen den Iran vorgehen wollen und weniger mit militärischen Aktionen, sagte CMC-Markets-Chefanalyst Andreas Lipkow. Tony Sycamore vom Broker IG zeigte sich jedoch skeptisch. «Die pragmatischeren Mitglieder der iranischen Führung würden eine Deeskalation bevorzugen, die Hardliner jedoch dürften es vorziehen, bis zum bitteren Ende zu kämpfen», sagte der Experte. «Ich glaube, bis Ende dieser Woche wird sich zeigen, welche Seite die Oberhand hat.»
Einige Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich die Erholung des Ölhandels im Nahen Osten länger hinziehen wird. Nach wiederholten Bitten aus Bagdad hat der Iran einer Reihe irakischer Öltanker die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus erlaubt, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Samstag meldete. Am Wochenende passierten jedoch weniger als 20 Rohstoff-Frachter die für Energietransporte wichtige Meerenge, wie am Montag aus Schifffahrtsdaten hervorging. «Das Rohölangebot verknappt sich», schrieben die Analysten von Morgan Stanley. «In den vergangenen Wochen gab es einen der stärksten Rückgänge der Öltransporte auf dem Seeweg, während gleichzeitig auch die Lagerbestände an Land sinken, unter anderem in China.»
(Reuters)

