In den vergangenen zwei Wochen haben sich die Kämpfe im gesamten Nahen Osten verschärft. Brent-Rohöl liegt seit Jahresbeginn fast 80 Prozent im Plus, bleibt aber unter seinem im April erreichten Kriegszwischenhoch von etwas mehr als 126 US-Dollar je Barrel. Auch die Preise für europäisches Erdgas und die Frachtraten für Öltanker sind stark gestiegen. Raffinerieprodukte wie Diesel verteuerten sich noch stärker, verstärkt durch die Folgen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine.

In der Strasse von Hormus sind erneut zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie «vier unbekannte Geschosse» die beiden Schiffe getroffen hätten, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten zufolge die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemens eingenommen. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres. Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, und verbündete Milizen.

Nach Einschätzung von Beobachtern richten sich der Iran und die USA auf einen längeren Konflikt ein. Eine rasche Waffenruhe oder Normalisierung der Energieflüsse aus dem Nahen Osten ist nicht in Sicht. «Marktteilnehmer scheinen ihre Erwartungen an Schwere und Dauer des Kriegs im Iran nach oben zu korrigieren», sagte der Rohstoffökonom Hamad Hussain von Capital Economics der Nachrichtenagentur Bloomberg./stk/jha/

(AWP)