Nachdem der Preis für Rohöl der Sorte Brent am vergangenen Freitag noch bei 118 Dollar gestanden hatte, ist die Notierung mittlerweile um etwa 14 Prozent gefallen. Am Markt waren nach einem Medienbericht über mögliche Fortschritte bei den Friedensbemühungen und einer Interimsvereinbarung zwischen den USA und dem Iran Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung für ein Ende des Iran-Kriegs aufgekeimt.

Geopolitische Risiken in der ölreichen Region am Persischen Golf konnten den Ölpreisen nur im frühen Handel Auftrieb verleihen. Nach iranischen Angaben sollen vier Tanker in der Strasse von Hormus auf Seeminen gefahren und zerstört worden sein. Der regierungsnahe Sender Press TV zitierte auf Telegram die mächtigen Revolutionsgarden, wonach die Schiffe versucht hätten, in der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge eine vom Iran nicht genehmigte Route zu nehmen.

Nach Einschätzung von Emily Ashford, Leiterin der Energieforschung beim Analysehaus Standard Chartered, dürften die kommenden Tage entscheidend für die diplomatische Dynamik sein. Dann werde sich zeigen, ob es am Ölmarkt eine «echte Entspannung» gebe. Die überraschend deutliche Niederlage der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump bei den Zwischenwahlen in den USA sei keine Garantie für eine Entspannung der Lage, sagte Ashford.

Auch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA konnte die Preise nicht stützen. Der Interessenverband American Petroleum Institute (API) hat in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 5,3 Millionen Barrel verzeichnet./jkr/jsl/he

(AWP)