«Da nun beide Kammern in der Lage sind, Beschlüsse zu fassen, Kriegsmittel zurückzuhalten und Bestätigungsverfahren zu verzögern, sieht sich die Regierung mit einem engeren Handlungsspielraum und grösserem Druck konfrontiert, eine Einigung in der Hormus-Frage zu erzielen», sagte Claudio Galimberti, Chefökonom bei Rystad Energy. Die teilweise Schliessung der Strasse von Hormus hat zu dem deutlichen Anstieg der Ölpreise geführt.

US-Vizepräsident JD Vance machte den Krieg gegen den Iran für die Wahlniederlage verantwortlich. Er verwies auf einen Meinungsforscher, laut dem die USA den Krieg beenden und «ihre Beziehung zu Israel ändern» sollten. Der Minderheitenführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer kündigte an, dass man den Krieg beenden werde. Es gebe Republikaner, die dies unterstützen würden.

Nachdem der Preis für Rohöl der Sorte Brent am Freitag noch bei 118 Dollar gestanden hatte, ist die Notierung mittlerweile um etwa 16 Prozent eingebrochen. Am Markt waren nach einem Medienbericht über mögliche Fortschritte bei den Friedensbemühungen und einer Interimsvereinbarung zwischen den USA und dem Iran zuletzt auch Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung für ein Ende des Iran-Kriegs aufgekeimt.

Nach Einschätzung von Emily Ashford, Leiterin der Energieforschung beim Analysehaus Standard Chartered, dürften die kommenden Tage entscheidend für die diplomatische Dynamik sein. Dann werde sich zeigen, ob es am Ölmarkt eine «echte Entspannung» gebe. Die überraschend deutliche Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen sei keine Garantie für eine Entspannung der Lage, sagte Ashford./jsl/jha/

(AWP)