Marktbeobachter wiesen auf einen Medienbericht hin, der die Ölpreise unter Druck setze. Demnach soll China den Iran aufgefordert haben, auf eine Eindämmung der Huthi-Rebellen hinzuwirken. Die Huthi-Rebellen im Jemen waren zuletzt für eine Reihe von Angriffen auf Öltanker in der Region verantwortlich, die zur Verknappung des Rohölangebots beitrugen.

Bereits am Mittwoch war der Preis für Rohöl der Sorte Brent kräftig gefallen, zeitweise um fast vier Dollar je Barrel, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien wieder in Betrieb genommen werden könnte. Saudi-Arabien plane, innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität seiner beschädigten Ost-West-Pipeline wiederherzustellen und den Vollbetrieb in sechs Wochen zu gewährleisten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und berief sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

«Ich würde noch nicht von Entwarnung sprechen», kommentierte Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital das jüngste Handelsgeschehen. Bei einer Wiederinbetriebnahme der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien gewinne der Markt zwar etwas Kapazität zurück, es gebe aber kaum Puffer für unvorhergesehene Ausfälle.

Der Iran-Krieg und die damit verbundene faktische Blockade der Strasse von Hormus als wichtige Transportroute für Öllieferungen haben die Preise für den Rohstoff im Verlauf des Jahres deutlich nach oben getrieben. Seit Beginn des Jahres hat sich Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee trotz der aktuellen Preisrückgänge um fast 70 Prozent verteuert./jkr/jsl/nas

(AWP)