Auch rund zwei Monate nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Teheran und Washington scheint ein Ende des Iran-Krieges in weiter Ferne. Statt wie geplant Fortschritte in der Frage des iranischen Atomprogramms zu erzielen, provozierte US-Präsident Donald Trump am Wochenende mit der Ankündigung einer Übernahme der Strasse von Hormus. Der Iran weist die Pläne zurück und stellt die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.

In der Strasse von Hormus wurden gegen Ende der vergangenen Woche weitere Schiffe attackiert, darunter Tanker mit Verbindungen zur Abu Dhabi National Oil Co. (Adnoc). Dennoch verschiffen Öl-Produzenten aus dem Nahen Osten weiterhin grosse Mengen Rohöl aus dem Persischen Golf. Die Exporte liegen laut Kreisen über den Marktschätzungen von vier Millionen Barrel pro Tag, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt.

Der Krieg der USA gegen Iran dauert inzwischen seit sechs Monaten an und umfasst eine vollständige Seeblockade der iranischen Häfen. US-Präsident Donald Trump hat signalisiert, die Regierung wolle die iranische Wirtschaft noch stärker treffen und es sei ihm egal, ob der Konflikt vor den Zwischenwahlen im November beendet werde. US-Finanzminister Scott Bessent stellte laut Bloomberg neue Sanktionen noch für diese Woche in Aussicht.

«Die Drohung beispielloser US-Massnahmen zur wirtschaftlichen Isolation Irans, eine unbefristete Seeblockade und erneute Angriffe auf Tanker erhöhen das Risiko weiterer Angebotsausfälle», sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets. Allerdings begrenzten eine schwache Nachfrage und Öl-Exporte aus dem Golf die Preis-Rally beim Öl./stk/mis

(AWP)