Grund für den Rückgang am Freitag war die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Am Wochenende gab es jedoch einige Rückschläge. So setzt der Konflikt im Nahen Osten den weltgrössten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Strasse von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten.

Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte die Ölpreise weiter steigen lassen. Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus grosse Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt.

Zudem wurde das für diesen Montag geplante Aussenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman nach Angaben aus Maskat verschoben. «Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben», teilte der omanische Aussenminister Badr al-Busaidi am späten Sonntagabend auf der Plattform X mit. Berichten zufolge war ursprünglich geplant, dass bei dem Treffen der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Strasse von Hormus vorstellen wollten.

Brent-Rohöl hat sich seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent verteuert, liegt aber aktuell noch deutlich unter seinem Ende April erreichten Kriegszwischenhoch von etwas mehr als 126 US-Dollar je Barrel./zb/ag

(AWP)