Ende der vergangenen Woche hatten Berichte über anhaltende Konflikte in wichtigen Ölstaaten die Preise nach oben getrieben. Vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen hatten Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen angegriffen, während Russland und die Ukraine sich gegenseitig mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur überzogen hatten.

Am Montag erreichten den Ölmarkt unterschiedliche Signale aus der Krisenregion im Nahen Osten. So gab es zwar erneut Angriffe auf zwei Tanker im Persischen Golf. US-Energieminister Chris Wright versuchte aber, die Anleger mit Aussagen zur Versorgung aus dem Persischen Golf zu beruhigen.

Seinen Worten zufolge sind die Öllieferungen aus dem Persischen Golf wieder auf etwa 80 Prozent ihres Niveaus vor dem Konflikt gestiegen. Lieferungen von Raffinerieprodukten aber seien weiterhin eingeschränkt. Er stehe in Gesprächen mit europäischen Verbündeten, um Dieselvorräte freizugeben, sagte der Energieminister.

Ein Anstieg der Öllieferungen aus der Golfregion könne die Ölpreise kaum belasten, sagte Emily Ashford, Leiterin der Energieforschung bei der Standard Chartered Bank. Hierfür sei die Lage nach wie vor zu unsicher. Solange die Schifffahrt nicht sicherer wird und sich die Warenströme nicht nachhaltig erholen, dürften die Preise nach Einschätzung der Expertin kaum nachgeben.

Im Sommer war der Brent-Kurs wegen der Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs bis auf 70 Dollar gefallen. Da die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA aber stockten, zog der Ölpreis wieder kräftig an. Nach wie vor bleibt die Lage im Nahen Osten der wichtigste Faktor für die Preisentwicklung am Ölmarkt./jkr/la/he

(AWP)