Am Freitag war der Preis für Rohöl der Sorte Brent zeitweise bis auf 117,45 Dollar je Barrel gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit April. Die US-Regierung in Washington hatte eine umfassendere Evakuierung von diplomatischem Personal im Nahen Osten angeordnet. Zudem deutete der amerikanische Präsident Donald Trump an, dass die US-Streitkräfte nach den Zwischenwahlen am 3. November ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen könnten. Teheran bereitet sich seinerseits auf Vergeltungsmassnahmen vor.
Zu Beginn der Woche überwog am Markt aber wieder die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung für ein Ende des Iran-Kriegs. Für Montag sind Treffen zwischen hochrangigen Sicherheitsvertretern aus Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei sowie der iranischen Führung geplant. Ziel dieser Gespräche ist es, neue Impulse für Verhandlungen zu setzen, die eine weitere Eskalation im Nahen Osten verhindern sollen.
Der Markt habe dies als positives Signal gewertet, das darauf hindeute, dass möglicherweise ein Dialog stattfinde, sagte Rohstoffexperte Francisco Blanch von der Bank of America. Allerdings räumte er ein, dass sich der Markt derzeit «in einer Phase grosser Unsicherheit» befinde.
Zudem haben am Wochenende weitere Kämpfe zwischen den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien stattgefunden, was die Risiken für die Öllieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf erhöhte. Die Zunahme der Kämpfe in der Region und die Sorge über eine unmittelbar bevorstehende Eskalation hätten die Ölpreise in den vergangenen Handelstagen deutlich nach oben getrieben, sagte Vivek Dhar, Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia.
Seit Beginn des Monats sind die Ölpreise tendenziell gestiegen. Aus Sorge vor Angebotsausfällen infolge des Iran-Kriegs ist Rohöl der Sorte Brent mittlerweile seit Jahresbeginn um etwa 85 Prozent teurer geworden./jkr/jsl/he
(AWP)
