Händler begründeten den weiteren Anstieg in den ersten Handelsstunden am Dienstag unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das grösste Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.
Die Ölpreise befinden sich seit einigen Tagen im Aufwind. Seit dem 28. August verteuerte sich Brent um mehr als zehn Prozent. Damit weitete der Brent-Preis sein Plus seit Mitte des Jahres auf fast 40 Prozent aus. Anfang Juli war der Preis wegen der Hoffnung auf ein Ende des Nahost-Konflikts noch bis auf 70 Dollar gefallen, nachdem er in den ersten Monaten nach dem Aufflammen des Iran-Kriegs bis auf 126 Dollar geklettert war.
Am Ölmarkt warten Händler auf die Details zu einem Abkommen zwischen Iran und Oman zur Sicherung der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus. Zugleich sorgt eine starke chinesische Nachfrage für eine weitere Verknappung des Ölangebots.
Iran habe erklärt, das Abkommen mit dem Oman stehe unmittelbar bevor und solle eine vorübergehende sichere Route umfassen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Chinesische Raffinerien haben laut Bloomberg ihre Rohöleinkäufe erhöht und damit die Preise für Sorten aus Afrika, Kanada und Lateinamerika nach oben getrieben, auch wenn der Zuwachs nicht zwingend auf eine dauerhaft stärkere Nachfrage hindeutet.
«Die Märkte preisen zunehmend einen lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten ein», schrieben Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Die Experten hoben ihre Ölpreisprognosen leicht an, da sie davon ausgehen, dass die Störungen in der Schifffahrt bis ins Jahr 2027 anhalten. «Die Risiken für unsere Preisprognose sind weiterhin deutlich nach oben gerichtet.»/stk/jha/jsl
(AWP)
