Mbappé soll dabei mehr sein als ein Werbegesicht. Er werde direkt mit den Produktentwicklern zusammenarbeiten und seine Erfahrungen in die Entwicklung und Erprobung künftiger Fussballschuhe und -bekleidung einbringen, teilte On am Freitag mit. Zugleich wird er das Unternehmen weltweit als Markenbotschafter vertreten.
Erste Produkte ab 2027
On will Produkte speziell für den Frauen- und Männerfussball entwickeln. Zum Einsatz kommen soll auch die bereits bei Laufschuhen verwendete LightSpray-Technologie. Dabei wird das Obermaterial eines Schuhs mithilfe eines Roboters aus einem durchgehenden Faden aufgesprüht. Die geplanten Fussballschuhe kommen damit ohne Nähte, Beschichtungen und Klebstoffe aus.
Das Unternehmen werde die ersten Fussballschuhe und -bekleidung 2027 offiziell auf den Markt bringen, erklärte eine On-Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Die Fussballprodukte würden im Laufe des Jahres schrittweise in allen wichtigen globalen Märkten für alle Spielerinnen- und Spielertypen eingeführt.
On wolle seine «Schweizer Ingenieurskunst gezielt einsetzen», um den spezifischen Bedürfnissen von Spielerinnen und Spielern gerecht zu werden. «Neben unserer Herrenlinie entwickeln wir eigenständige Passformen und Stollenkonfigurationen für Frauen - sowohl bei den Schuhen als auch bei der Bekleidung.»
Henry wird Fussballchef
Für den Vorstoss in die weltweit populärste Sportart übernimmt der frühere französische Fussballstar Thierry Henry die neu geschaffene Funktion als Director of Football. Der Weltmeister von 1998 arbeitet bereits seit Ende 2025 bei On hinter den Kulissen am Einstieg in den Fussball.
Henry soll das Fussballgeschäft mitprägen - von den Produkten über die Zusammenarbeit mit Spielerinnen und Spielern bis hin zur strategischen Ausrichtung. Mit der Schweizer Nationalspielerin Sydney Schertenleib hat On zudem eine Profifussballerin an Bord. Die Spielerin des FC Barcelona ist seit Dezember 2025 Markenbotschafterin und soll auch an der Entwicklung und Erprobung der Fussballprodukte mitarbeiten.
Entlöhnung auch in Aktien
Zu den finanziellen Dimensionen des Fussball-Einstiegs sowie zu Laufzeit und Wert des Vertrags mit Mbappé wie auch mit Henry, mache On keine Angaben, erklärte die Sprecherin. Es handle sich um eine «langfristige, eng ausgerichtete Partnerschaft, bei der Ko-Kreation und Produktinnovation im Zentrum stehen».
Ein Teil der Vergütungen für die Fussball-Stars dürfte allerdings in On-Aktien erfolgen. Die Partnerschaft widerspiegle eine «aktive, unternehmerische Zusammenarbeit» mit einer «wettbewerbsfähigen Vergütungsstruktur», die sowohl Bar- als auch Eigenkapital-Komponenten umfasse, bestätigte die On-Sprecherin.
Vom Laufsport über Tennis zum Fussball
Für das 2010 gegründete Unternehmen ist der Fussball der bislang grösste Schritt über sein ursprüngliches Kerngeschäft hinaus. Bekannt wurde On mit Laufschuhen und den charakteristischen Cloud-Sohlen. Inzwischen umfasst das Sortiment auch Freizeit-, Outdoor- und Trainingsschuhe sowie Bekleidung.
In eine weitere grosse Sportart expandierte On bereits mit Tennis. Eine Schlüsselrolle spielte da Roger Federer, der seit 2019 an On beteiligt ist und mit dem Unternehmen die nach ihm benannten «The Roger»-Schuhe entwickelte. Mittlerweile arbeitet On mit mehreren aktiven Tennisprofis zusammen, darunter der US-Amerikaner Ben Shelton, der am vergangenen Wochenende im Finale der US Open stand.
Auch im Laufsport arbeitet On seit langem mit zahlreichen Spitzenathleten zusammen. Zu den bekanntesten gehört die kenianische Marathonläuferin Hellen Obiri, die unter anderem zweimal den Boston-Marathon gewann. Mit Mbappé folgt nun der bislang prominenteste aktive Mannschaftssportler im Portfolio.
Aktie gibt nach
Am Aktienmarkt wurden die Neuigkeiten zurückhaltend aufgenommen. Die an der US-Börse kotierte On-Aktie lag am Freitagnachmittag eine Stunde nach Börseneröffnung an einem etwas schwächeren Gesamtmarkt um 1,1 Prozent im Minus. Die Aktien der Konkurrentin Nike gaben derweil mit einem Minus von 0,1 Prozent nur leicht nach.
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(AWP)
