Die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder nach einem Onlinetreffen. Entscheidend für die Versorgung sei auch der Schutz internationaler Seewege, so das Bündnis mit Blick auf die weitgehende Blockade der Strasse von Hormus.
Zugleich drehen die acht Länder - zu ihnen gehören vom Iran-Krieg besonders betroffene Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate - den Ölhahn etwas auf. Die Tagesproduktion könne im Mai um 206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert werden, hiess es.
Der Schritt hat wegen der weitgehenden Blockade der Meerenge von Hormus eher Signal-Charakter. Der Ölmarkt hat aktuell weniger ein Produktions- als ein Lieferproblem.
Experte zu Öl-Lieferungen: «Asien saugt wie ein Staubsauger»
Derzeit würden ganz viele der verfügbaren Öl-Lieferungen nach Asien und Südostasien, namentlich China, Japan und Südkorea, gehen, sagt der Commerzbank-Analyst, Carsten Fritsch. «Asien saugt wie ein Staubsauger momentan alles ab.»
US-Präsident Donald Trump hat zuletzt die von den aktuellen Öl-Engpässen betroffenen Länder aufgefordert, Öl aus den Vereinigten Staaten zu beziehen. Ob sich dies auf Weltmarktpreise auswirken würde, ist fraglich. Denn die werden vom globalen Angebot bestimmt, das wegen des Kriegs eingeschränkt wurde.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur vom März haben Staaten in der Golfregion ihre Tagesproduktion um mindestens 10 Millionen Barrel (je 159 Liter) reduziert, was fast 10 Prozent des globalen Ölbedarfs entspricht. Der Grund: Diese Länder haben keine ausreichenden Lagermöglichkeiten für das Öl, das derzeit nicht durch die Strasse von Hormus kann.
Deutlicher Rückgang bei Ölnachfrage seit 2005
Wie geht es weiter? Die Commerzbank geht in ihrer jüngsten Analyse von einem Preis von 90 Dollar je Barrel (jeweils 159 Liter) Ende Juni aus - sofern der Iran-Krieg Ende Mai endet. Zum Jahresende könnte der Preis dann auf 80 Dollar pro Barrel sinken, sagt Fritsch. Das wäre immer noch deutlich über den 60 bis 70 Dollar pro Barrel vor dem Krieg.
(AWP)

