Den Angeklagten droht jeweils bis zu zehn Jahre Haft. Ihre Anwälte bestreiten die Vorwürfe. Ein Urteil wird im Dezember erwartet.

Wolf ist für seine Aktivitäten in der Fahrzeugindustrie und der russischen Wirtschaft bekannt. Der ehemalige Chef des Autozulieferers Magna kaufte etwa 2021 ein österreichisches Lastwagenwerk der VW -Tochter MAN. Bis 2022 leitete er den Aufsichtsrat der teilstaatlichen russischen Sberbank Europe.

Steuerbefreiung gegen Karriere-Hilfe?

Wolf und die Finanzbeamtin sollen 2018 eine korrupte Absprache getroffen haben: Laut der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft intervenierte der gut vernetzte Manager bei einem Spitzenbeamten des Finanzministeriums für einen Karriereschritt der Finanzbeamtin. Im Gegenzug habe sie sich dafür starkgemacht, dass Wolf eine Steuerschuld von mehr als 600.000 Euro erlassen werde. Die Verteidiger der beiden Hauptangeklagten bestritten die Vorwürfe vor Gericht, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete.

Schelling war bis 2017 Finanzminister. Der Konservative soll nach Ende seiner Amtszeit den Spitzenbeamten im Finanzministerium ersucht haben, sich für den Steuernachlass einzusetzen. Der Nachlass wurde jedoch schliesslich verweigert. Schellings Anwältin hat diesen Vorwurf in einem Interview mit dem Sender ORF bestritten.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein österreichischer Ex-Finanzminister vor Gericht steht: Der ehemalige Minister Karl-Heinz Grasser wurde 2020 wegen Bestechlichkeit verurteilt. Er verbüsst eine vierjährige Haftstrafe./al/DP/jha

(AWP)