Die Sorgen vor einer Rückkehr zum offenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran waren in den vergangenen Wochen gestiegen. Am Montag reiste US-Verteidigungsminister Pete Hegseth überraschend nach Israel und traf auf einem Luftwaffenstützpunkt im Süden des Landes Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Im Iran gab es in den vergangenen Wochen Berichten zufolge Militärmanöver und Raketentests.
Neue Vermittlungsbemühungen?
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow war am Montag für Gespräche in Teheran. «Nie zuvor in unserer Geschichte haben der Iran und Russland so eng zusammengearbeitet wie jetzt», schrieb sein iranischer Kollege, Abbas Araghtschi, nach dem Treffen auf der Plattform X. Teheran hofft im Konflikt mit den USA auch auf militärische Unterstützung aus Russland.
Die Besuche von Lawrow und Munir sollten als Beginn einer russischen Initiative zur Deeskalation in der Region verstanden werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus pakistanischen Geheimdienstkreisen erfuhr. Dabei gehe es sowohl um eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran als auch um den Konflikt im Jemen zwischen der von Teheran unterstützten Huthi-Miliz und Saudi-Arabien. Als Verbündeter Saudi-Arabiens werde der pakistanische Unterhändler der Regierung in Teheran eine Nachricht überbringen: «Munir wird ihnen sagen, dass die Aggressionen der Huthi auch Pakistan in einen Konflikt mit dem Iran hineinziehen könnten», sagte ein Geheimdienstmitarbeiter der dpa.
Regionale Staaten bemüht um Deeskalation
Ende Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Mehrere regionale Staaten bemühen sich seitdem um Deeskalation, darunter auch Katar und der Oman. Pakistan setzte sich im Sommer erfolgreich für ein Rahmenabkommen ein, das eigentlich eine dauerhafte Lösung des Konflikts herbeiführen sollte. Die Vereinbarung war jedoch nicht von Dauer. Aktuell konzentriert sich der Konflikt auf die Strasse von Hormus. Hohe Benzinpreise nach Einschränkungen im Energiehandel setzen US-Präsident Donald Trump vor den Kongresswahlen unter Druck.
Irans Regierung sieht Gespräche mit den USA unterdessen weiter mit Misstrauen, auch weil es in der Vergangenheit zu Angriffen kam, während Vertreter beider Länder in Verhandlungen standen. «Was die Vereinigten Staaten betrifft, so ist die Geschichte der Vertragsbrüche dieses Landes in der Tat sehr deutlich», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai. «Doch wir als diplomatischer Apparat dürfen nicht allein aufgrund der bitteren Erfahrungen der Vergangenheit unsere Pflichten vernachlässigen.»/arb/DP/jha
(AWP)
