Die Welt stehe an einem Wendepunkt, zentrale Grundsätze der Uno-Charta würden offen verletzt. Parmelin warnte vor wachsendem Protektionismus und setzte sich für eine Rückkehr zum Multilateralismus ein. «Es geht darum, ob die zwischenstaatlichen Beziehungen weiterhin auf gemeinsamen Regeln basieren, oder ob sie immer stärker vom Einfluss und der Macht der einzelnen Staaten bestimmt sind», sagte er.
Der Bundespräsident hat sich zudem mit dem scheidenden Uno-Generalsekretär Antonio Guterres getroffen. Guterres habe der Schweiz für ihr Engagement als Gastgeberin in Genf und für ihre Rolle als Brückenbauerin im Dienst des Dialogs und des Friedens gedankt.
Cassis trifft iranischen Aussenminister
Auch für Aussenminister Ignazio Cassis steht in New York eine verstärkte Zusammenarbeit im Zentrum. «Die Schweiz wird jede Gelegenheit nutzen, um den Dialog zu fördern, das Völkerrecht zu verteidigen und gemeinsam mit ihren Partnern auf mehr Sicherheit und Frieden hinzuarbeiten», teilte Cassis über das Nachrichtenportal X mit.
Der Aussenminister nimmt an rund 20 bilateralen Sitzungen teil. So traf er am Dienstag den iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi in New York. «Wir haben das geopolitische Gleichgewicht im Nahen Osten ausführlich erörtert», teilte Cassis nach dem Treffen mit. Die Schweiz sei zutiefst besorgt über die eskalierenden Spannungen und deren Auswirkungen auf Frieden und Sicherheit.
Treffen mit dem Golf-Kooperationsrat
Cassis nahm am Dienstag zudem an einem ersten gemeinsamen Ministertreffen mit dem Golf-Kooperationsrat (Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman) seit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Einrichtung eines Konsultations-Mechanismus Anfang dieses Jahres teil.
Dabei seien die Entwicklungen rund um die Strasse von Hormus und die Meerenge von Bab al-Mandab sowie die Bedeutung der Wahrung der Freiheit der Schifffahrt besprochen worden. «Dialog bleibt unverzichtbar für Sicherheit und Frieden: Die Stabilität der Region ist entscheidend für die globale Stabilität und für die Schweiz», so Cassis.
Bemühungen um Frieden in der Ukraine
Am Mittwoch wird sich Cassis mit dem Aussenminister der Ukraine, Andrii Sybiha, treffen. Mit Alexander De Croo, dem Chef des Entwicklungsprogrammes der Uno (UNDP), sprach Cassis über die Schweizer Unterstützung für die Ukraine und Afghanistan.
Wirksamere und effizientere Massnahmen vor Ort seien dringend notwendig und die Verbindung zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit müsse gestärkt werden, um Widerstandsfähigkeit für dauerhaften Frieden und Stabilität aufzubauen.
Parmelin und Cassis kehren am Mittwochabend wieder in die Schweiz zurück. Vor Medienvertretern wird der Bundespräsident um 15:30 Uhr Schweizer Zeit Bilanz seines Besuches an der Uno ziehen. Der Aussenminister wird um 18:30 Uhr Auskunft über die Ergebnisse seiner Gespräche geben.
(AWP)
