Schnegg wird im Dezember 64 Jahre alt. Er stammt aus dem Berner Jura, ist frankophon, spricht aber gut Deutsch.

Er habe «viele Anfragen» für eine mögliche Kandidatur als Nachfolger von Parmelin erhalten. Das habe ihn zum Nachdenken gebracht, erklärte er am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei eine «gute Sache», dass die Partei zwischen mehreren Kandidaten wählen könne.

Unternehmer und Regierungsrat

Als ehemaliger Unternehmer und langjähriges Regierungsmitglied bringe er sowohl Führungserfahrung als auch Exekutiverfahrung mit, sagte Schnegg weiter. Er sei bereit zu entscheiden, diese Entscheidungen zu tragen und Verantwortung zu übernehmen.

Würde Schnegg gewählt, würden mit ihm und Albert Rösti zwei Mitglieder derselben Kantonalpartei der Landesregierung angehören. Er glaube nicht, dass zwei Bundesräte aus einem Kanton einer zu viel seien, sagte er gegenüber Keystone-SDA. Das habe es auch schon gegeben.

Früherer SVP-Präsident

Die Kantonalpartei des Tessiner Ständerats Marco Chiesa sieht diesen derweil aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen im Rahmen der SVP-Präsidentschaft im Vorteil.

Chiesa habe «einen bedeutenden Teil seines Lebens dem öffentlichen Engagement» gewidmet, teilte die Tessiner Sektion der SVP am Donnerstagabend mit. Vom Gemeinderat über den Tessiner Grossen Rat bis hin zum National- und Ständerat habe er fundierte Kenntnisse «über das Funktionieren unserer Institutionen und der Schweizer Demokratie» erworben.

Die Präsidentschaft der SVP Schweiz, die er von 2020 bis 2024 ausübte, habe es ihm zudem ermöglicht, das Wissen über das Land und seine unterschiedlichen regionalen Besonderheiten zu vertiefen, heisst es weiter.

Seit 2024 ist der Ständerat auch Stadtrat in der Exekutive der grössten Tessiner Stadt. In Lugano ist er für das Departement für Finanzen, Rechtsfragen und Informatik zuständig.

Anmeldeschluss am Freitag

Die Kantonalsektionen der SVP haben bis morgen Freitag um 12.00 Uhr Zeit, ihre Kandidaturen bei der Findungskommission einzureichen. Diese wird dem Vorstand der Fraktion bis zum 13. November ihren Vorschlag vorlegen.

Am 20. November dürfte die SVP-Fraktion der eidgenössischen Räte entscheiden, wer auf das Ticket kommt. Am 9. Dezember wählt die Vereinigte Bundesversammlung die Nachfolge von Guy Parmelin, der sein Amt per 1. Januar abgibt.

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(AWP)