Schnegg wird im Dezember 64 Jahre alt. Er stammt aus dem Berner Jura, ist frankophon, spricht aber gut Deutsch. Er habe «viele Anfragen» für eine mögliche Kandidatur als Nachfolger von Parmelin erhalten. Das habe ihn zum Nachdenken gebracht, erklärte er am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei eine «gute Sache», dass die Partei zwischen mehreren Kandidaten wählen könne.
Als ehemaliger Unternehmer und langjähriges Regierungsmitglied bringe er sowohl Führungserfahrung als auch Exekutiverfahrung mit, sagte Schnegg weiter. Er sei bereit zu entscheiden, diese Entscheidungen zu tragen und Verantwortung zu übernehmen.
Neu auch Berner und Tessiner im Rennen
Würde Schnegg gewählt, würden mit ihm und Albert Rösti zwei Mitglieder derselben Kantonalpartei der Landesregierung angehören. Er glaube nicht, dass zwei Bundesräte aus einem Kanton einer zu viel seien, sagte er gegenüber Keystone-SDA. Das habe es auch schon gegeben.
Der Tessiner Ständerat und ehemalige SVP-Präsident Marco Chiesa will ebenfalls Nachfolger von Parmelin im Bundesrat werden. Das Tessin ist aktuell im Bundesrat mit Ignazio Cassis vertreten.
Seine Kantonalpartei sieht den 52-jährigen Chiesa aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen in verschiedenen politischen Ämtern im Vorteil. Vom Gemeinderat über den Tessiner Grossen Rat bis hin zum National- und Ständerat habe er fundierte Kenntnisse «über das Funktionieren unserer Institutionen und der Schweizer Demokratie» erworben. Seine Zeit als Präsident der Schweizer SVP habe es ihm zudem ermöglicht, das Wissen über das Land und seine unterschiedlichen regionalen Besonderheiten zu vertiefen.
Am Freitagmittag läuft die parteiinterne Frist zur Meldung von Kandidaturen für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin ab. Neben Schnegg und Chiesa haben bereits die Genfer Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz und der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann ihr Interesse bekundet.
Die Kantonalsektionen der SVP haben bis zum (morgigen) Freitag um 12.00 Uhr Zeit, ihre Kandidaturen bei der Findungskommission einzureichen. Diese wird dem Vorstand der Fraktion bis zum 13. November ihren Vorschlag vorlegen.
Weitere Kandidatur am Freitag
Um Freitagmorgen dürfte mindestens ein weiterer Kandidat in den Ring steigen. Die SVP Oberwallis hat in Bern zu einer Medienkonferenz geladen. Gemäss Informationen des «Walliser Boten» will Nationalrat Michael Graber für den Bundesrat kandidieren. Und auch Staatsrat Franz Ruppen überlegt sich offenbar eine Kandidatur.
Am 20. November dürfte die SVP-Fraktion der eidgenössischen Räte entscheiden, wer auf das Ticket kommt. Am 9. Dezember wählt die Vereinigte Bundesversammlung die Nachfolge von Guy Parmelin, der sein Amt per 1. Januar abgibt.
Am 20. November dürfte die SVP-Fraktion der eidgenössischen Räte entscheiden, wer auf das Ticket kommt. Am 9. Dezember wählt die Vereinigte Bundesversammlung die Nachfolge von Guy Parmelin, der sein Amt per 1. Januar abgibt.
(AWP)
