132 neue Infizierte in der Schweiz - Koch spricht von schwieriger Situation

(Zusammenfassung) - In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb eines Tages 132 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Der frühere "Mister Corona", Daniel Koch, nennt die Situation in der Schweiz "schwierig".
28.07.2020 16:12

Die Ansteckungszahlen vom Dienstag überschritten - nach lediglich einem Tag - wieder die Hundertermarke. Am Montag waren 65 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Sonntag waren es 110, am Samstag 148, am Freitag 154 und am Donnerstag 117. Insgesamt gab es bisher 34'609 laborbestätigte Covid-19-Fälle.

Koch: "Schwierige Situation"

Verstorben sind 1703 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,9 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Dienstagmorgen übermittelt haben.

Die Schweiz befinde sich zurzeit in einer schwierigen Situation, stellte Daniel Koch, der frühere Schweizer "Mister Corona", in einem auf bluewin.ch veröffentlichten Interview fest. "Noch sind die Zahlen nicht so hoch, dass wir uns in einer zweiten Welle befinden", sagte er. "Aber sie sind definitiv zu hoch."

Koch befürchtet zudem, dass viele Infizierte nicht erkannt werden, aber das Virus ungehindert verbreiten. Um das zu verhindern, müssten sich alle, die Symptome bei sich feststellten, testen lassen. Im Moment werde "zu spät und zu wenig" getestet, sagte er. Er war Ende Mai in den Ruhestand getreten.

Häftling in Bostadel angesteckt

Ein Corona-Fall wurde am Dienstag aus der Zuger Justizvollzugsanstalt Bostadel bekannt. Nachdem Anfang letzter Woche ein Insasse positiv getestet worden war, wurde die Bewegungsfreiheit der Gefangenen zusätzlich eingeschränkt. Anstaltsdirektor Andreas Gigon bestätigte eine Meldung des "Blick".

Der Insasse sei nicht schwer erkrankt, sagte Gigon. In der Folge mussten sich alle 120 Insassen sowie die Mitarbeiter, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt waren, einem Test unterziehen. Wie sich der Insasse angesteckt hatte, war nicht bekannt. Der Test war bei keiner weiteren Person positiv.

Weniger Malaria-Fälle

Die seit dem Frühjahr wegen der Covid-19-Pandemie geltenden Reisebeschränkungen wirken sich zumindest in einem Punkt positiv aus: Dem BAG sind in diesem Jahr bisher halb so viele Fälle von Tropenkrankheiten gemeldet worden wie noch 2019.

Tiefere Zahlen stellte das BAG namentlich bei "reiseassoziierten Krankheiten" wie Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber und Malaria fest. Das teilte Sprecher Jonas Montani auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Die Forschung interessiert sich für das Coronavirus: Über 200 Projektvorschläge wurden seit Anfang März beim Nationalfonds eingereicht. 36 davon könne man finanzieren, sagte Nationalfonds-Präsident Matthias Egger in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps".

Am 6. März hatte der Schweizerische Nationalfonds fünf Millionen Franken für die Forschung zum neuen Coronavirus zur Verfügung gestellt. Die nun ausgewählten drei Dutzend Projekte seien bereits gestartet, sagte Egger.

Über 10'000 in Quarantäne

Die Zahl der Menschen in Quarantäne erhöhte sich bis Dienstag auf knapp 11'000. Es waren 2982 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. 7926 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne. In Isolation waren nach Angaben des BAG 870 infizierte Personen.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 769'622. Bei 5,4 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Dienstag lag die Gesamtzahl aller aktiven SwissCovid Apps am Montag bei 1,2 Millionen - gleich wie am Sonntag. Am Samstag waren es 1,19 Millionen gewesen. Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten.

(AWP)