Axpo muss Wiederanfahren von AKW Beznau I erneut verschieben

(Meldung ausgebaut) - Das Kernkraftwerk Beznau (KKB) muss den Wiederanfahrtstermin für seinen seit 2015 stillstehenden Block 1 erneut verschieben. Grund seien die "Prüfkommentare der Aufsichtsbehörde" ENSI zum eingereichten Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter von Beznau I.
16.06.2017 19:34

Neuer Planungs- und Zieltermin für das Wiederanfahren von Block 1 sei, "weiterhin im Sinne einer bestmöglichen Annahme", der 31. Oktober 2017, teilte der Energiekonzern Axpo am Freitagabend mit. Die Verschiebung hänge mit den "aufgrund der ENSI-Kommentare zu ergänzenden Berichten und Materialuntersuchungen zusammen".

NICHT GENUG SPEZIALISTEN

Ein weiterer Grund für den späten Termin im Herbst sei, dass im Sommer kaum Experten und spezialisierte Unternehmen so kurzfristig zu bekommen seien. Deren "Verfügbarkeit" sei "stark eingeschränkt" während den Sommermonaten, hiess es in der Axpo-Mitteilung.

Die Axpo hatte den Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter Mitte November letzten Jahres beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) eingereicht. Damals hatte die Betreibergesellschaft der beiden AKW in Beznau AG erklärt, es gebe weiterhin keine sicherheitstechnischen Vorbehalte für den sicheren Weiterbetrieb von Beznau I bis gegen 2030.

SEIT ÜBER ZWEI JAHREN VOM NETZ

Block 1 steht seit der im März 2015 begonnenen damaligen Jahresrevision und dem Einbau eines neuen Deckels für den Reaktordruckbehälter still. Im damaligen Sommer waren dabei dank einer neuen Messtechnologie Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters entdeckt worden.

In der Mitteilung vom Freitag zeigte sich die Axpo "weiterhin überzeugt, dass keine sicherheitstechnischen Vorbehalte bezüglich des Weiterbetriebs der Anlage vorliegen". Axpo gehe von der Annahme aus, dass das ENSI "diese Einschätzung bestätigen wird".

Beznau I ist seit 1969 am Netz und gilt als weltweit dienstältestes kommerzielles AKW.

(AWP)