Berichte: Tote und Verletzte bei Terroranschlägen in London

(neu: mehr Details und Hintergrund) - Bei zwei mutmasslichen Terroranschlägen in London sind nach Medienberichten mindestens eine Frau getötet und mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch unter Berufung auf medizinisches Personal im Londoner Krankenhaus St Thomas'. "Wir behandeln dies als einen terroristischen Vorfall, bis wir etwas anderes wissen", teilte Scotland Yard auf Twitter mit.
22.03.2017 17:26

Das britische Unterhaus unterbrach seine Sitzung. Premierministerin Theresa May wurde vom Parlament in den Regierungssitz in der Downing Street 10 gebracht. Sie verfolge dort die Lage, sagte eine Regierungssprecherin.

Der britische Nachrichtensender BBC berichtete von mindestens zwei Vorfällen im Zentrum. Demnach soll ein Angreifer auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten mit einem Messer angegriffen haben. Der mutmassliche Angreifer sei niedergeschossen worden. Ob der Angreifer getötet oder verletzt wurde, war zunächst unklar.

Etwa zeitgleich soll ein Auto auf einer Themsebrücke in mehrere Fussgänger gerast sein. Ob beide Vorfälle miteinander in Verbindung stehen, war zunächst unklar.

In Luftaufnahmen war zu sehen, wie mehrere Menschen auf der Westminster-Brücke vor dem britischen Parlament am Boden lagen und behandelt wurden. Ein Autowrack war auf dem Fussgängerweg vor dem Zaun des Parlamentsgeländes zu sehen. Weite Teile des Regierungsviertels waren abgesperrt.

Königin Elizabeth II. hielt sich während der mutmasslichen Terrorangriffe am Londoner Parlament im Buckingham-Palast auf. Ein Palastsprecher äusserte sich nicht zu konkreten Sicherheitsmassnahmen und verwies auf die Polizei. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, dass die Tore geschlossen seien und bewaffnete Polizisten die Zugänge bewachten.

Zeugen gaben zudem an, mindestens vier Schüsse gehört zu haben. Zwei Menschen lagen nach ersten Medienberichten direkt vor der Westminster Hall, einem Teil des Parlaments, auf dem Boden.

Die Polizei rief Zeugen auf, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Zugleich bat sie Augenzeugen um Zurückhaltung. Sie sollten keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf bringen.

Beim letzten Terroranschlag in London hatten im Juli 2005 vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

In Brüssel hatten am Mittwoch Menschen der Terroranschläge vor genau einem Jahr gedacht. Drei islamistische Selbstmordattentäter rissen am 22. März 2016 am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen mit in den Tod und verletzten mehr als 300 weitere./si/ted/DP/jha

(AWP)