Bitcoin und Co - Krypto-Faszination ist «eine Illusion», sagt EZB-Rat Villeroy

Die Sicht, dass Krypto-Assets hohe Renditen bei geringen Risiken liefern, war nach Ansicht von EZB-Rat Francois Villeroy de Galhaus eine Illusion. Er will eine rasche Regulierung des Sektors.
29.05.2022 05:00
Villeroy de Galhau ist der Notenbank-Chef von Frankreich.
Villeroy de Galhau ist der Notenbank-Chef von Frankreich.
Bild: Bloomberg

"Es gibt Investoren auf der ganzen Welt, darunter viele junge Menschen, die in den letzten Monaten viel verloren haben", sagte der Chef der französischen Notenbank Villeroy bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. "Offen gesagt war es eine Illusion, dass man eine hohe Rendite und ein geringes Risiko haben kann."

Villeroys Äußerungen reihen sich ein in einen Trommelwirbel von Warnungen und Forderungen nach einer strengeren Regulierung, die laut wurden, nachdem der Stablecoin TerraUSD Anfang des Monats seine durch Algorithmen realisierte Dollarbindung verlor und kollabierte. 

Angesichts der Turbulenzen haben sich auch Finanzexperten der G7 am Freitag dafür ausgesprochen, dass für Stablecoins und Kryptowährungen allgemein die gleichen Standards gelten sollten wie für das übrige Finanzsystem. EZB-Präsidentin Christine Lagarde schloss sich dieser Forderung am Wochenende an und sagte, dass Kryptowährungen ihrer Meinung nach "nichts wert" seien.

Ein vollständiges Verbot von Krypto-Assets indessen würde Innovation entgegenwirken, so Villeroy. Europa sollte stattdessen versuchen, die Arbeiten an der Regulierung noch dieses Jahr abzuschließen. "Es ist jetzt eine dringende Frage", sagte Villeroy.

(Bloomberg)