Während weltweit die Aktienkurse fallen, sehen die Marktstrategen von Morgan Stanley und Citigroup einen "perfekten Sturm" auf die Börsen zukommen. "Die Downside-Risiken bleiben über die nächsten sechs bis acht Wochen sehr akut", schreibt Michael Wilson von Morgan Stanley in einem Kommentar für Kunden der US-Bank. "Wir sind fest in den Klauen eines Bärenmarktes, der weder zeitlich noch preislich zu Ende ist." 

Citi-Strategen um Jamie Fahy glauben, dass die Erwartungen bei Unternehmensgewinnen erstmals seit September 2020 negativ geworden seien. Dies sei ein potentieller Game-Changer, der die Aussichten für eine Risiko-Anlageklasse wie Aktien eintrüben lasse.  

Solide Gewinne bei den Unternehmen seien überragend wichtig in einer Zeit, in der die Notenbanken dem Markt Liquidität entzögen, so Citi. Der Wegfall dieser Unterstützung könne einige Indices in der Luft hängen lassen. Die Märkte kämpfen seit Anfang Jahr mit den Aussichten auf höhere Zinsen, welche Notenbanken, getrieben von der Inflationsentwicklung, beschliessen dürften. Der russische Angriff auf die Ukraine hat zudem zu einer massiven Verteuerung von Rohstoffen und Energieträgern geführt, was Ängste vor einem Stagflationschock nährt. 

"Bei jeder Erholung sollte verkauft werden", sagte Morgan-Stanley-Stratege Wilson. "Wir empfehlen, defensiv orientiert zu bleiben und weniger Risiken als üblich einzugehen." Das Augenmerk solle auf Firmen mit überlegener operationeller Effizienz und Gewinnstabilität fallen. 

Die Strategen von Morgan Stanley gehören traditionell zu den Bären an der Wall Street. Allerdings werden auch traditionelle Optimisten vorsichtig. Das UBS Global Wealth Management hat am Montagmorgen globale und europäische Aktien auf "neutral" gesetzt. "Wir gehen zu einer neutralen Haltung bei Eurozonen-Aktien über", schreibt der Anlagechef der UBS-Vermögenverwaltung, Mark Haefele. Er sieht das Risiko von nach unten korrigierten Wachstums- und Gewinnprognosen. China-Aktien beurteilt die UBS weiterhin besser als andere asiatische Aktien. "Wir haben auch weiterhin eine sehr gute Meinung von globalen Energie-Aktien und vom Dollar, die beide in der nächsten Zeit als effektive Portfolio-Hedges dienen können." 

(Bloomberg/cash)