Brexit: Brüssel und Paris verzichten auf mehrere Fisch-Lizenzen

Im Brexit-Streit um die Erlaubnis für französische Boote, vor der britischen Küste zu fischen, verzichten die EU-Kommission und Paris auf mehrere Lizenzen. Von rund 50 beantragten Genehmigungen kleinerer französischer Fischerboote für britische Gewässer werden rund ein Drittel nicht vergeben, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte.
26.10.2021 15:23

Hintergrund seien Schwierigkeiten, für die Lizenzen notwendige Nachweise zu liefern. Gemeinsam mit Frankreich habe man entsprechend beschlossen, die Anträge für 17 Schiffe nicht weiter zu verfolgen. In 15 Fällen seien bereits Lizenzen erteilt worden, in weiteren 15 sei es noch möglich, eine Erlaubnis zu bekommen.

Zudem streiten London und Paris den Angaben zufolge über 170 Lizenzen für Gewässer rund um die Kanalinsel Jersey. Jüngsten Daten der EU-Kommission zufolge wurden bislang 66 der 170 Berechtigungen erteilt. In 35 Fällen sehe die britische Regierung die notwendigen Nachweise für Lizenzen als "begrenzt" an, aber es bestehe noch die Möglichkeit, eine Erlaubnis für diese Boote zu bekommen. Bei 69 Schiffen sei es nach dem derzeitigen Stand der Dinge unwahrscheinlich, dass sie die verlangte Schwelle erreichen.

Im Brexit-Abkommen war das Erteilen von Lizenzen für europäische Fischer in einer Zone von sechs bis zwölf Seemeilen vor der britischen Küste vereinbart worden. Um eine Lizenz zu erhalten, muss ein Fischer nachweisen, zuvor in diesen Gewässern aktiv war. Zwischen Frankreich und Grossbritannien gibt es seit längerem Streit um die Umsetzung, auch im Bereich der Kanalinseln Jersey und Guernsey./mjm/DP/jha

(AWP)