Britischer Premier verteidigt niedrige Bewerberzahl auf Tankwagenfahrer-Visa

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das bislang schwache Interesse an Visa für ausländische Lastwagenfahrer verteidigt. Bislang seien 127 Visa an Fahrer von Tanklastern vergeben worden, bestätigte Johnson am Dienstagmorgen im BBC-Interview. "Was das zeigt, ist, dass es einen globalen Engpass gibt", sagte der konservative Politiker. Erneut betonte er, dass es sich bei dem Mangel um kein rein britisches Problem handele.
05.10.2021 09:13

Zwar gibt es auch in vielen anderen Ländern zu wenige Lastwagenfahrer, allerdings hat der Brexit das Problem in Grossbritannien erheblich zugespitzt. Viele osteuropäische Fahrer, die während der Pandemie das Land verlassen haben, können nach dem Brexit mit dem Ende der Freizügigkeit nicht ohne Weiteres zurückkehren.

Die britische Regierung hatte als Notfallmassnahme gegen den akuten Mangel 5000 Kurzzeitvisa für ausländische Fahrer bereitgestellt, davon 300 für Fahrer von Tanklastern. Die Visa sind allerdings zeitlich befristet und sollen nur bis Februar gelten. Da auch in europäischen Ländern Fahrer fehlen, ist fraglich, ob sich tatsächlich ausreichend Fahrer für wenige Monate auf die Stellen in Grossbritannien bewerben. Johnson betonte erneut, die Logistikbranche müsse investieren und den Job attraktiver für hoch qualifizierte heimische Arbeitskräfte machen.

Im Vereinigten Königreich fehlen derzeit Schätzungen zufolge rund 100 000 Lastwagenfahrer - mit erheblichen Konsequenzen. Viele Tankstellen sassen auf dem Trockenen, weil Benzin und Diesel nicht transportiert werden konnten. Mittlerweile helfen Soldaten bei der Auslieferung. Auch Supermärkten fehlen die Fahrer zur Belieferung ihrer Filialen.

swe/DP/mis

(AWP)