«Chinas Transformation wird schmerzhaft»

Chinas Wirtschaft befindet sich in einem anspruchsvollen Veränderungsprozess, sagt Sze Sze Yap gegenüber cash. Die Asien-Expertin von Schroders erwähnt, wie Anleger davon profitieren können.
27.09.2013 11:55
Von Ivo Ruch
Asien-Spezialistin Sze Sze Yap von Schroders im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Mit sieben Prozent ist Chinas Wachstum im internationalen Vergleich immer noch sehr hoch. Doch dieses Jahr wird erwartet, dass es wohl so niedrig ausfällt, wie seit 23 Jahren nicht mehr. Das sei die logische Folge eines Veränderungsprozesses, in dem sich die chinesische Wirtschaft zurzeit befinde, sagt Sze Sze Yap gegenüber cash.

Laut der Asien-Expertin des Vermögensverwalters Schroders befindet sich China zurzeit in der "Transformation von einer investitions- zu einer konsumgetriebenen Wirtschaft". Als langfristige Anlagen empfiehlt sie denn auch Aktiensektoren, die stark mit dem Konsum zusammenhängen. "Das sind Sektoren wie die Gesundheitsindustrie, die Internetbranche oder klassische Konsumgüter", so Yap im cash-Video-Interview.

Im Zuge dieser wirtschaftlichen Neuausrichtung werde sich das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsproduktes abschwächen. "Das braucht Zeit und wird unter Umständen schmerzhaft", so Yap. Aber nur so sei ein nachhaltiges chinesisches Wachstum möglich.

«Chinas Börse ist stark von der Politik beeinflusst»

Dazu brauche es allerdings auch politische Reformen, wie Yap betont. Der neuen politischen Führung um Staatspräsident Xi Jinping und Premier Li Keqiang traut Yap die nötigen Entscheidungen zu, welche die Volksrepublik auf das nächste Wachstumslevel hieven sollen. Mögliche Reformfelder gebe es viele: "Die Institutionen, das Gesundheitswesen, die Finanzindustrie, aber auch die Politik selbst."

Politischen Einfluss sieht Yap auch im Immobiliensektor. Insbesondere bei Wohnimmobilien habe die Politik oft die Finger im Spiel. Im August sind die Preise für neue Häuser um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In Peking und Shanghai gab es sogar ein Plus von rund 15 Prozent, wie Reuters berechnet hat. Einerseits gelten Immobilien vielen Investoren als sichere Anlagen, andererseits verkaufen viele Gemeinden einträgliche Grundstücke, um ihre Einnahmen zu erhöhen.

Dennoch besteht laut Yap höchstens in einzelnen Regionen die Gefahr einer chinesischen Immobilienblase: "Im Hongkonger Luxusbereich sehen wir beispielsweise Anzeichen einer Blase." Wer sein Geld in China anlegen will, sollte laut der Schroders-Expertin die Bewegungen der Märkte genau beobachten, denn "die chinesischen Märkte sind sehr stark von der Politik beeinflusst."
 

Im cash-Video-Interview nennt Sze Sze Yap zudem Gründe, wieso die asiatischen Märkte für Investoren zurzeit interessant sind.