Corona-Krise - USA und Deutschland streiten über Firma für Corona-Impfstoff

Die USA und Deutschland streiten nach einem Medienbericht über die Tübinger Firma CureVac, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln will.
15.03.2020 07:25
US-Präsident Donald Trump während eines Interviews im Oval Office des Weissen Hauses in Washington (Mai 2017).
US-Präsident Donald Trump während eines Interviews im Oval Office des Weissen Hauses in Washington (Mai 2017).
Bild: Bloomberg

US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler, die an einem Corona-Impfstoff arbeiten, mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise.

Demnach soll der US-Präsident der Firma einen hohen Betrag angeboten haben, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. "Aber eben nur für die USA", zitiert das Blatt eine anonyme Quelle in der Bundesregierung.

Auf ihrer Internet-Seite berichtet CureVac, der Vorstandsvorsitzende Daniel Menichella habe sich Anfang März auf Einladung des Weissen Hauses mit Trump, Vizepräsident Mike Pence, Mitgliedern der Coronavirus-Task-Force sowie weiteren hochrangigen Pharma- und Biotechmanagern getroffen.

Dabei seien Strategien und Möglichkeiten zur schnellen Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes diskutiert worden. Menichella habe das Potenzial der Impfstoffentwicklung hervorgeghoben, heisst es dort. "Wir sind sehr zuversichtlich, innerhalb weniger Monate einen wirksamen Impfstoffkandidaten entwickeln zu können", wird der Firmenchef auf der Internetseite zitiert.

Bundesregierung versucht das Unternehmen in Deutschland zu halten

Am Freitag hatte CureVac-Mitbegründer und Vorstandsmitglied Florian von der Mülbe Reuters gesagt, man habe die Forschungen mit einer Vielzahl möglicher Impfstoffe begonnen und wähle nun die zwei besten aus, um mit ihnen klinische Tests zu starten. Die Firma hofft, Juni oder Juli einen experimentellen Impfstoff entwickelt zu haben, um dann das Ok der Aufsichtsbehörden für Erprobungen mit Menschen zu bekommen.

"Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Corona-Virus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Berlin der "Welt am Sonntag". "Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac." Das Blatt berichtet ohne Nennung von Quellen, die Bundesregierung versuche das Unternehmen mit finanziellen Angeboten in Deutschland zu halten. CureVac lehne eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab.

(Reuters)