+++Coronavirus-Update+++ - Corona: BAG meldet 1442 neue Ansteckungen in der Schweiz - Bundesrat einig mit Skigebieten bei Verzicht auf generelle Zertifikatspflicht - Zertifikat für Genesene länger gültig - Österreich plant 3G am Arbeitsplatz -USA: Pläne zur Impfung von Kindern

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
20.10.2021 18:15
Schutzkonzept an der Langlaufloipe: Coronahinweis im Skiort Davos im Winter 2020/21.
Schutzkonzept an der Langlaufloipe: Coronahinweis im Skiort Davos im Winter 2020/21.
Bild: cash

18:15

Die US-Regierung stellt ihre Pläne für die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren vor. Nach einer Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer könne dann schnell gehandelt werden, teilt das Präsidialamt mit. Dabei sollen keine Impfzentrum eingerichtet werden wie für die Erwachsenen, sondern spezielle Kinder-Impfstellen in Krankenhäusern, Arztpraxen und möglicherweise auch an Schulen. Eine Entscheidung über eine US-Zulassung wird für Anfang November erwartet. In den USA würden dann 28 Millionen Kinder geimpft werden können.

+++

17:40

Die Zahl der Neuinfektionen in Grossbritannien nimmt weiter deutlich zu. Nach offiziellen Angaben stiegen die verzeichneten Fälle um 49'139. Es wurden 179 weitere Todesfälle gemeldet. Damit ist die Zahl der neuen Fälle innerhalb von sieben Tagen um 17 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zeitraum gestiegen.

+++

17:05

Offenbar ist der Bundesrat einverstanden mit dem Vorhaben der Skigebiete, keine generelle Zertifikatspflicht einzuführen. Diese kündigten am Dienstag an, dass das Covid-Zertifikat nur für Innenräume von Bergrestaurants gelte, nicht aber für deren Aussenterrassen. Auf Bergbahnen soll die Maske aus Schutzmassnahme ausreichen. 

Zunächst hiess es am Dienstag, dass der Bundesrat über diese Massnahmen entscheide und nicht die Skigebiete. Bundesrat Alain Berset sagte aber auf die Frage eines Journalisten, ob es schon einen Bundesratsentscheid gebe: "Ich würde sagen, ja..." BAG-Krisenchef Patrick Mathys ergänzte daraufhin, es gebe eine Einigung zwischen den Behörden und den Wintersportregionen zum Vorgehen. Würde sich die Lage aber verschlechtern, könne der Bundesrat andere Massnahmen beschliessen. 

+++

16:55

Wer schon Corona hatte, soll die Bescheinigung für die Immunisierung länger behalten können. Das Zertifikat für Genesene soll nach dem Willen des Bundesrates nicht mehr nur sechs Monate, sondern ein ganzes Jahr gültig sein. Dies würde aber nur für die Schweiz gelten. In der EU sind Genesenen-Zertifikate nur 180 Tage gültig.  

Wer sich von Corona erholt hat, muss dies für ein Zertifikat im Moment mit einem PCR-Test belegen. Neu soll auch ein aktueller und positiver serologischer Antikörpertest dafür ausreichen. Dieser Test soll kostenpflichtig sein und das so erhaltene Zertifikat dann 90 Tage gültig sein. 

Der Bundesrat will allerdings die seit September gültige Zertifikatspflicht nicht lockern. Dazu müssten das Risiko einer Spital-Überlastung sinken. Bundesrat Alain Berset nannte während einer Medienkonferenz in Bern die Erfahrungen der Niederlande oder Israels, Länder mit einer ähnlichen Impfquote wie die Schweiz, wo Öffnungen zu einem Anstieg der Fallzahlen und zu mehr Belastungen der Spitäler geführt hätten. "Wir wollen nicht wieder die Situation wie im Oktober 2020, als wir die Kontrolle verloren." Die Schweiz könne sich nicht mit Ländern wie Dänemark oder Portugal vergleichen, wo die Durchimpfungsrate um 15 bis 20 Prozentpunkte höher liege. "Wenn eine Lockerungen möglich wird, machen wir dies sofort." Prognosen anzustellen sei schwierig. Das Merkmal der Pandemie sei aber die Unsicherheit. 

Bundesrat Alain Berset vor den Medien in Bern:

+++

14:35

In Polen steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus rasant. Für Mittwoch melden die Behörden erstmals seit Mai wieder mehr als 5000 neue Fälle. "Innerhalb der vergangenen zwei Tagen haben wir eine Explosion der Pandemie gesehen", sagt Gesundheitsminister Adam Niedzielski.

+++

14:00

Nach Italien führt nun auch Österreich die 3-G-Nachweispflicht am Arbeitsplatz ein. Ab 1. November müssten Arbeitnehmer nachweisen, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung der konservativ-grünen Regierung. Den Nachweis brauche es überall dort, wo physischer Kontakt mit anderen nicht ausgeschlossen werden kann, wie etwa im Büro oder der Kantine. "Wir reden hier nicht vom Homeoffice, vom Nachtwächter oder vom Lkw-Fahrer", sagte der Minister. Für die Einhaltung der Massnahme seien sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer verantwortlich.

+++

13:45

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 1442 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Mittwoch veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 996. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 940, vor einer Woche bei 904.

Zudem wurden 34 neue Spitaleinweisungen und 5 neue Todesfälle gemeldet. Bislang sind 62,47 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

+++

13:30

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) verlangt vom Bundesrat verbindliche Ausstiegsszenarien für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Die aktuell präsentierten Perspektiven seien zu vage.

Die Kommission habe die Antwort des Bundesrats auf ihr Schreiben zur Kenntnis genommen, heisst es in der Mitteilung der Parlamentsdienste vom Mittwoch. Zufrieden damit sei eine Mehrheit aber nicht. Mit 17 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung habe sie deshalb beschlossen, den Bundesrat mit konkreten Ausstiegsszenarien zu beauftragen.

Die Kommission wird sich nach eigenen Angaben im November erneut mit dem Thema befassen. Falls der Bundesrat bis dahin keine Strategie präsentiert hat, will die WAK-N die Zweckmässigkeit eines Mitberichts zuhanden der Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) über eine entsprechende Änderung des Covid-19-Gesetzes prüfen.

Das fehlende verbindliche Ausstiegsszenario war in den vergangenen Wochen insbesondere von Wirtschaftsverbänden kritisiert worden. Der Bundesrat müsse eine konkrete Impfquote definieren und nach deren Erreichen alle Einschränkungen aufheben, teilte beispielsweise Economiesuisse mit.

+++

11:50

In Indien steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen binnen eines Tages um 14'623 auf mehr als 34,1 Millionen. 197 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Seit Beginn der Pandemie seien damit 452.651 Menschen nachweislich in Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Nach den USA weist Indien die höchste Infektionszahl weltweit auf. Bei den Totenzahlen liegt Indien hinter den USA und Brasilien auf Platz drei.

+++

09:35

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine hohe Impfquote weiter für besonders wichtig vor der Lockerung von Corona-Massnahmen. "Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einem Interview des vom AOK-Bundesverband herausgegebenen Magazins "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G).

+++

08:45

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmass der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Dienstagabend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700 000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt."

+++

06:50

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 85'128 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden bislang rund 45,23 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 2041 auf 730.414. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.

+++

04:45

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 17'015 Neuinfektionen binnen eines Tages in Deutschland. Das sind 5112 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche als 11.903 gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 80,4 von 75,1 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 92 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 94.808. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,4 Millionen Corona-Tests positiv aus.

+++

00:30

Die US-Arzneimittelbehörde FDA steht einem Medienbericht zufolge kurz vor der Bekanntgabe von Empfehlungen zu Covid-19-Auffrischungsimpfungen. Die Behörde werde für Personen ab 40 Jahren zu einem sogenannten Booster entweder mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna raten, berichtet der Sender CNN.

+++

22:30

Die britische Regierung beobachtet eine neue Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus, berichtet ntv.de. Wie ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson mitteilte, geht es dabei um die AY.4.2-Variante, die von der Regierung "sehr genau" beobachtet werde. Unklar sei noch, ob sich die neue Unterart schneller verbreitet. "Die Regierung wird aber nicht zögern, Massnahmen zu ergreifen, wenn es nötig ist". Die Untervariante trat bislang ausserhalb Grossbritanniens nur vereinzelt in den USA und Dänemark auf. Unterdessen haben die Infektionszahlen in Grossbritannien stark zugenommen. Der Direktor des Instituts für Genetik am University College London, François Balloux, geht davon aus, dass die neue Untervariante des Virus "nicht die Ursache für den jüngsten Anstieg der Zahl der Fälle" sei. Dafür hält er die derzeitige Verbreitung der AY.4.2-Variante für zu gering.

+++

Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

+++

20:30

Läuft alles wie geplant, will Island Mitte November alle verbliebenen Corona-Massnahmen aufheben Ziel sei es, die wesentlichen verbliebenen Beschränkungen ab dem 18. November zu beenden, teilte die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir mit. So sei man beim Impfen gut vorangekommen, und vorherige Lockerungen hätten keine negativen Effekte auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen gezeigt, heisst es in einer Regierungsmitteilung. Deshalb gibt es bereits ab Mittwoch neue Lockerungen: 2000 statt wie bisher 500 Menschen dürfen dann bei Versammlungen und Veranstaltungen zusammenkommen, Mund-Nasen-Schutz müssen sie dabei nicht mehr tragen. Ausserdem dürfen Restaurants, Kneipen und Nachtclubs länger öffnen.

+++

+++

18:05

Das Gesundheitsdepartement um Bundesrat Alain Berset hat offenbar diskutiert, ob die Covid-Zertifikatspflicht wieder zurückgefahren werden könnte. Das schreibt der "Blick" und beruft sich auf mehrere Quellen. Jedoch sei die Lage noch zu unsicher, deshalb hat Berset den Vorschlag wieder verworfen. 

Stattdessen möchte er das Zertifikat für Genesene auf ein ganzes Jahr verlängern. Bislang läuft es nach einem halben Jahr aus. Weiter will Berset Personen, die sich infiziert, aber damals nicht getestet haben, entgegenkommen: Können sie mittels serologischen Tests nachweisen, das im Blut Covid-Antikörper sind, bekommen sie ein Zertifikat. Ein solches wäre aber nur im Inland gültig, da das Vorgehen gegen die entsprechende EU-Verordnung verstösst. Unser Nachbarland Österreich kennt aber ähnliche Regeln. 

+++

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)