+++Coronavirus-Update+++ - Corona: BAG meldet 3096 neue Infektionen seit Freitag - Kantone bereiten sich auf die dritte Impfung gegen das Coronavirus vor - Pfizer treibt Entwicklung von Anti-Corona-Pille voran - Thailand lockert Lockdown-Regeln

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
27.09.2021 18:08
Die Schweiz könnte das Impfziel 75 verfehlen: Der Bund wirbt fürs Impfen und Testen, wie hier beim Munot in Schaffhausen.
Die Schweiz könnte das Impfziel 75 verfehlen: Der Bund wirbt fürs Impfen und Testen, wie hier beim Munot in Schaffhausen.
Bild: imago images / Andreas Haas

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Das Coronavirus-Update vom Dienstag, den 28. September, finden Sie hier.

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18:10

Der Ständerat hat am Montag mit 36 zu 6 Stimmen der Zertifikatspflicht für den Zutritt ins Parlament zugestimmt. Eine Ausnahme gibt es: Vor einem Test ist der Eintritt mit Schutzmaske zugelassen. Die Staatspolitischen Kommissionen hatten nach einem medialen Aufschrei eine Vorlage für die parlamentarische Zertifikatspflicht ausgearbeitet.

Die dringliche Gesetzesvorlage passierte ausser der Lösung mit der Maske vor einem Test und einer späteren Zertifikatserteilung in der Fassung der Kommission. Deren Präsident Andrea Caroni (FDP/AR) sagte, die Vorlage stärke die Verhandlungsfähigkeit, räume aber kein Privileg des Parlaments aus. Auch in Kantons- und Gemeindegremien gebe es keine Zertifikatspflicht.

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17:50

Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Die vorgelegten Daten sollten nach einem beschleunigten Verfahren bewertet werden, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Der sogenannte Booster könnte Menschen ab zwölf Jahren mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden, um den Schutz vor einer Corona-Infektion zu erhöhen. Bisher werden diese Booster in einigen Ländern bereits Menschen mit einem geschwächten Immunsystem angeboten. Auch in der Schweiz läuft ein Zulassungsgesuch.

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17:25

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) fordert den Bundesrat erneut auf, die Corona-Gratistests für asymptomatische Personen beizubehalten, solange die erweiterte Zertifikatspflicht gilt. Auf eine eigene Vorlage verzichtet sie jedoch.

Diese Empfehlung hatte die Kommission dem Bundesrat bereits vergangene Woche mit auf den Weg gegeben. Am Freitag gab der Bundesrat jedoch bekannt, dass er an seinem Grundsatzentscheid, das Gratistest-Regime mittelfristig aufzuheben, festhalten wolle. Definitiv entscheiden will er am kommenden Freitag.

Die SGK-N teilte ihre gegenteilige Haltung erneut in einem Schreiben mit, wie die Parlamentsdienste am Montag mitteilten. In der Diskussion sei betont worden, dass die Impfung zur Bewältigung der Pandemie zentral sei. Es dürfe jedoch keinen faktischen Impfzwang geben. Diese Empfehlung verabschiedete die Kommission mit 17 zu 7 Stimmen.

Anträge, den Bundesrat mit einer dringlichen Änderung des Covid-19-Gesetzes zu weiterhin kostenlosen Tests zu zwingen, scheiterten in der Kommission relativ knapp. Eine entsprechende Kommissionsmotion scheiterte sogar nur mit Stichentscheid der Präsidentin Ruth Humbel (Mitte/AG).

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17:00

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat eine große klinische Studie mit einem Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 begonnen. In dieser soll das Mittel an bis zu 2660 gesunden Erwachsenen getestet werden, die im selben Haushalt wie eine mit Corona infizierte Person leben. Die Arznei wird in der Studie der Phase 2/3 zusammen mit einer niedrigen Dosis des HIV-Medikaments von Pfizer oral eingenommen. In den USA ist Remdesivir von Gilead, das intravenös verabreicht wird, das bislang einzige zugelassene antivirale Medikament zur Behandlung von Covid-19.

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16:35

Nachdem Finanzminister Ueli Maurer in der vergangenen Woche harsche Kritik am Gesamtbundesrat geäussert hat, musste der Bundesrat im Nationalrats heute einige Fragen dazu beantworten. So wollte SP-Nationalrätin Nadine Masshardt unter anderem wissen, ob Maurer das Kollegialitätsprinzip verletzt habe.

Doch Bundespräsident Guy Parmelin schonte seinen Parteifreund Maurer: Die Sitzungen des Bundesrates seien vertraulich. "In diesem Sinne äussert sich der Bundesrat auch nicht zu Äusserungen, die eines seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit gemacht hat oder gemacht hätte." Alle Entscheidungen des Bundesrates werden kollegial getroffen, so Parmelin weiter. 

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15:55

Der Kanton Luzern hat seine dezentralen Impfangebote weiter ausgebaut. Ab Mittwoch nimmt ein Impf-Truck seinen Betrieb auf. Ab 9.30 Uhr können sich Impfwillige ab 12 Jahren, die im Kanton Luzern wohnhaft sind, ohne Voranmeldung gegen Covid-19 impfen lassen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Erster Halt ist Dagmersellen. An welchen Tagen der Impf-Truck weitere Luzerner Gemeinden ansteuert, will das Gesundheitsdepartement am Mittwoch bekanntgeben.

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15:15

Der Kanton Basel-Landschaft hat das Corona-Massentestprogramm "Breites Testen Baselland" bis Ende dieses Jahres verlängert. Der Kanton ist überzeugt, dass das Programm hilft, die Infektionszahlen in der aktuellen Pandemie-Lage zu kontrollieren.

Bereits nach den Frühlingsferien und auch nach den Sommerferien konnte nachgewiesen werden, dass das breite Testen ein sehr gutes Mittel ist, die Infektionszahlen in den Schulen nach Schulferien in den Griff zu bekommen, wie das Covid-Management Basel-Landschaft mitteilte.

Weitergeführt wird das breite Testen auch in Betrieben, Institutionen und Spitälern sowie in den Alters- und Pflegeheimen. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage sei davon auszugehen, dass bis Ende 2021 weiter breit getestet werde, so das Covid-Management. Voraussetzung sei, dass der Bund die Kosten weiterhin übernehme. Dies sei aktuell der Fall.

Mit dem Programm "Breites Testen Baselland" will der Kanton die Verbreitung von Covid-19 eindämmen, um so den Präsenzunterricht an den Schulen sowie den Betrieb in Unternehmen, Behörden und Gesundheitseinrichtungen aufrecht zu erhalten. Jede Woche lassen sich gegen 40'000 Personen testen. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig. Lanciert hat der Kanton das breite Testen im Februar.

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14:30

Vom 20. September bis 26. September sind in der Schweiz 201'283 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Damit sind 54,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag auf seiner Website veröffentlichte.

Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne 10'377'115 Impfungen verabreicht. 4'749'264 Personen haben zwei Impfdosen erhalten, bei 878'587 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung vorgenommen. Pro Tag wurden letzte Woche durchschnittlich 28'755 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 9 Prozent.

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13:35

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 3096 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden registriert. Dies geht aus den heute Montag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 1337. Am Freitag lag dieser Schnitt noch bei 1471, vor einer Woche bei 1855. Zudem wurden 49 neue Spitaleinweisungen und 11 neue Todesfälle gemeldet. Bislang sind 54,94 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

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13:10

Falls die Revision des Covid-19-Gesetzes am 28. November abgelehnt würde, hätte das laut Bundesrat und Kantonen schwere Folgen für die Tourismuswirtschaft und andere Branchen. Wegfallen würde auch das Covid-Zertifikat - und damit die Reisefreiheit der Bevölkerung.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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12:00

Ab 1. November werde Thailand auf die obligatorische Quarantänepflicht in Bangkok und neun weiteren Regionen verzichten, teilten die Behörden am Montag mit. Das Land versuche, seine Impfrate zu steigern und den angeschlagenen Tourismussektor wiederzubeleben. Zu den Regionen gehören die beliebten Touristengebiete Chiang Mai, Phangnga, Krabi, Hua Hin, Pattaya und Cha-am, gefolgt von der erfolgreichen Wiedereröffnung der Inseln Phuket und Samui für Geimpfte in Pilotprojekten seit Juli. Die Behörden werden ebenfalls die Quarantänezeit für Besucher, die ab dem 1. Oktober einreisen, landesweit verkürzen, teilte die Covid-Taskforce mit – konkret für geimpfte Touristen auf sieben Tage und für ungeimpfte Personen auf zehn Tage.

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10:40

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Der Bundesrat schaut einen Tag nach dem Abstimmungssonntag bereits auf den nächsten Urnengang. Am 28. November findet die zweite Abstimmung zum Covid-19-Gesetz statt. Bundesrat und Kantone wehren sich gegen ein Referendum zum Gesetz: Ein Nein zur Vorlage würde die bewährte Krisenbewältigung gefährden, wozu auch das Covid-Zertifikat gehöre. Gemäss Medienmitteilung könnten mithilfe des Gesetzes die von der Pandemie betroffenen Personen und Unternehmen unterstützt und die wirtschaftlichen Schäden eingedämmt werden.

Vergangenen Juni hatte die Schweizer Stimmbevölkerung das Covid-19-Gesetz mit rund 60 Prozent angenommen. Das aktuelle Referendum richtet sich gegen die Änderungen vom 19. März 2021, weshalb über diese Anpassungen abgestimmt wird. Gegner sind beispielsweise die "Freunde der Verfassung", die sich insbesondere am Covid-Zertifikat stören.

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06:50

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. In einigen Ländern sei der Fortschritt der vergangenen Jahre zunichtegemacht worden, berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im "International Journal of Epidemiology". Bei Männern war der Rückgang grösser als bei Frauen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten aus 29 Staaten, die meisten aus Europa, darunter Deutschland, sowie Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr. Am meisten sank die Lebenserwartung von Männern in den USA - um 2,2 Jahre im Vergleich zu 2019. In den USA sei vor allem die gestiegene Sterblichkeit im erwerbsfähigen Alter unter 60 Jahren bemerkenswert, sagte Co-Autorin Ridhi Kashyap. In den meisten europäischen Ländern hingegen habe vor allem die Sterblichkeit bei über 60-Jährigen zugelegt. Lebenserwartung nennt das Alter, das ein Neugeborenes vermutlich erreicht, wenn die Todeszahlen sich weiter so entwickeln wie zum Zeitpunkt seiner Geburt.

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05:50

Das Bundesramt für Gesundheit gibt am frühen Nachmittag, wie immer am Montag, die Corona-Zahlen für die letzten drei Tage bekannt. Die Vergleichszahlen zum letzten Montag: Vor einer Woche wurden 4032 neue Ansteckungen und 102 Spitaleinweisungen gemeldet.

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05:05

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 3022 neue Positiv-Tests für Deutschland. Das sind 714 weniger als am Samstag vor einer Woche, als 3736 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 61,7 von 61,4 am Vortag. Zehn weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 93.403. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,19 Millionen Corona-Tests positiv aus..

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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22:00

Die Kantone bereiten sich auf die dritte Impfung gegen Covid-19 vor, die so genannte Booster-Impfung. Das bestätigte Michael Jordi, Generalsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) der "NZZ am Sonntag". Im Fokus stünden die Pflegeheime. Auf die Booster-Impfung pocht Christian Streit, Geschäftsführer des Verbandes Senesuisse, dem 400 Heime angeschlossen sind. Die dritte Impfung gegen Covid-19 müsse rechtzeitig verabreicht werden und nicht erst im Winter, wenn neben Covid-19 auch die Grippe wieder Thema sei. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht zurzeit noch nicht fest, ob und für wen eine Booster-Impfung allenfalls nötig wäre. Die für die Auffrischung nötigen Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna stünden indes zur Verfügung. Zugelassen sind dritte Impfungen derzeit lediglich für Menschen mit Immunsuppression. Zahlen des BAG zeigen, dass die Zahl der über 80-Jährigen, die im Zusammenhang mit Covid-19 in Spitäler eingewiesen worden sind, in den letzten Wochen gestiegen ist.

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21:00

Ab Mitte Oktober wird der Zugang zu gepoolten und damit kostengünstigen PCR-Speicheltests einfacher. Je nach Vorgaben des zuständigen Kantons können auch Zertifikate ausgestellt werden. Die Plattform "Together We Test" der Hirslanden-Gruppe organisiert im Auftrag des Bundes landesweit Gratis-PCR-Pooltests für Schulen, Betriebe und Gesundheitseinrichtungen, wie der "SonntagsBlick" schreibt. Für Einzelpersonen kosten die Tests zwar etwas, aber rund fünf Mal weniger als PCR-Einzeltests, die sich auf 160 Franken oder mehr belaufen, wie Gieri Cathomas, der Leiter von "Together We Test", im Interview mit dem "SonntagsBlick" sagt. Die Einzelproben können in Apotheken, beim Arzt oder bei der Spitex abgegeben werden. Sie werden zu Pools zusammengemischt und an Labors weitergeschickt, die mit der Plattform zusammenarbeiten. Einige Kantone beteiligen sich derzeit nicht an repetitiven Tests. Diese Lücke würde mit der nationalen Lösung geschlossen, sagte Cathomas.

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20:00

Politiker von SVP, SP und Grünen wollen den Bundesrat dazu verpflichten, die Covid-19-Gratistests beizubehalten. Kommende Woche wollen sie eine parlamentarische Initiative im Eilverfahren durch beide Kammern bringen. Das berichtet die "SonntagsZeitung". Beteiligte aus den drei Parteien hätten dies bestätigt. Bringen sie das Anliegen durch, müsste der Bundesrat den Willen des Parlaments umsetzen. Am Freitag will die Landesregierung entscheiden, ob und ab wann die für das Covid-Zertifikat nötigen Tests künftig etwas kosten sollen. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi wollte zunächst eine ausserordentliche Session für den Entscheid über die Testkosten fordern, ist nun aber davon abgekommen, wie die "SonntagsZeitung" berichtet. Auch Strafrechtsexperten kritisierten gegenüber der "SonntagsZeitung" die kostenpflichtigen Tests für den Erhalt des Covid-Zertifikats.

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(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)