+++Coronavirus-Update+++ - Corona: BAG meldet 3802 neue Infektionen - Schweiz will bis Ende April die Impfwilligen versorgt haben - Österreich will in Skigebieten nur Bahnen offen lassen - Maskensünder sollen wieder Bussen bis zu 300 Franken erhalten

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
01.12.2020 18:23
Virginie Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim BAG, vor den Medien in Bern.
Virginie Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim BAG, vor den Medien in Bern.
Bild: Screenshot Youtube

+++Zum Coronavirus-Update vom 2. Dezember geht es hier +++

18:25

In Italien melden die Behörden 785 Coronavirus-Tote, über Hundert mehr als am Vortag. Zudem werden 19'350 neue Infektionen registriert. Nachdem sich in Italien das Infektionsgeschehen in der ersten Novemberhälfte beschleunigt hatte, stiegen die Einweisungen in Krankenhäuser auf Tausend pro Tag. Die Zahl der intensivmedizinischen Behandlungen wuchs um Hundert täglich.

+++

17:55

Ein Test zur Erkennung von Coronavirus-Antikörpern des Schweizer Roche-Konzerns kann in den USA nach einer Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA zum Einsatz kommen.

Der Bluttest namens Elecsys Anti-SARS-CoV-2 S dient nach Angaben von Roche dazu, die Menge der Antikörper bei Personen zu messen, die dem Coronavirus ausgesetzt waren. Er soll speziell Antikörper entdecken, die gegen das sogenannte Spike-Protein des Virus gerichtet sind. Diese ermöglichen es dem Erreger sich an die Wirtszelle zu binden und in sie einzudringen.

+++

16:55

Russland bemüht sich, im Ausland hergestellte Medikamente zu importieren, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. "Das Angebot an Blutgerinnungshemmern ist gestiegen. Aber wir haben immer noch einen Mangel, und deshalb arbeiten wir mit dem Ministerium für Handel und Industrie an zusätzlichen Lieferungen aus dem Ausland", erklärt Gesundheitsminister Michail Muraschko.

Ministerpräsident Mikhail Mishustin sagt, dass die Situation in vielen der mehr als 80 Regionen Russlands weiterhin angespannt sei.

 

+++

15:30

 Die Europäische Arzneimittelagentur EMA startet den sogenannten Einreichungsprozess für den Covid-19-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson. Dieser Prozess - der eine mögliche Zulassung beschleunigen soll - läuft, bis ausreichend Daten für einen formellen Antrag auf Marktzulassung vorliegen. J&J hatte im September die entscheidende Wirksamkeitsstudie mit seinem Covid-19-Impfstoff gestartet, die Ergebnisse erwartet das Unternehmen Anfang kommenden Jahres. 

+++

14:00

Der Bund informierte an einer Medienkonferenz über die Corona-Impfungen in der Schweiz. Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle vom BAG, hofft, dass sich im ersten Trimester – also bis April 2021 – "alle Personen impfen lassen können, die dies wollen". Zu Beginn sollen Kinder nicht geimpft werden.

Man stehe in Kontakt mit drei Impfstoffherstellern und man habe mit Astra Zeneca, Moderna und Pfizer Verträge für insgesamt 13 Millionen Dosen abgeschlossen, so Masserey weiter. Damit könne man über sechs Millionen Personen impfen, denn es brauche es zwei Dosen. Die Impfungen werden gratis, aber nicht obligatorisch sein, sagte Masserey. Sie rüffelte auch die Politik, weil es im Ständerat ein Blasmusik-Intermezzo für anlässlich des Geburtstages von Ueli Maurer gab: "Das ist keine besonders gute Idee, aber ihre eigene Verantwortung", sagte Masserey. Mit Blick auf die Weihnachts- und Neujahrsferien müssten die Fallzahlen stärker sinken, sagte Virginie Masserey weiter.

Laut Claus Bolte, Leiter des Bereichs Zulassung bei Swissmedic, kann man noch keinem Impfstoff die Zulassung erteilen. Es fehlten Unterlagen zur Qualität und zur Sicherheit in klinischen Studien. "Je mehr Impfstoffe wir haben und je unterschiedlicher sie sind, umso besser für die Bevölkerung", sagte Bolte zu den Impfstoffen. Der eine Impfstoff wirke bei gewissen Personen möglicherweise besser als bei anderen.

Zuerst sollen besonders gefährdete Personen geimpft werden, dann auch das Gesundheitspersonal, welches diese betreut, sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. Herdenimmunität sei kein Ziel, sondern der Schutz vor schwerer Krankheit und tödlichen Folgen, denn es ist noch nicht klar, wie lange die Impfung wirke. 

Die Schweizer Armee lagert die Impfstoffe der Eidgenossenschaft in gut geschützten Infrastrukturen der Armee, sagte Daniel Aeschbach, Chef der Armeeapotheke. Die Armee werde die Impfstoffe auch verteilen. 

Im Zentrum der Impfungen stehen Impfzentren, aber auch mobile Impfstationen, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Die Kantone wollen auf Anfang Jahr parat sein. Man wolle rasch impfen können, sobald der Impfstoff vorhanden sei. 

Hier der Livestream zur Medienorientierung als Replay:

+++

13:25

Neue Wende im Skistreit in Europa: Die Seilbahnen werden in Österreich bis Anfang Januar zwar ihren Betrieb aufnehmen können, die Gastronomie und die Hotellerie werden aber geschlossen bleiben. Diese und andere Massnahmen wird die österreichische Regierung am Mittwoch verkünden, wie der "Standard" schreibt. Mit dieser Regelung gebe man nicht dem Druck aus dem Ausland nach, die Massnahme sei angesichts der aktuellen Infektionszahlen vielmehr selbstverständlich. Zuletzt hatten Italien und vor allem Deutschland Druck gemacht, den Wintertourismus in Österreich zu unterbinden. Skifahren wird in Österreich demnach zwar erlaubt sein, aber nicht in Form von Ferein. Es wird keine Zimmer und keine Bewirtung geben.

+++

12:10

Sämtliche bei der Fluggesellschaft Swiss gebuchten Flüge können noch bis Ende Februar 2021 gebührenfrei umgebucht werden und zwar beliebig oft. Damit verlängert die Swiss ihre ursprünglich bis Ende Jahr geltende Massnahme um weitere zwei Monate, wie sie am Dienstag mitteilt. Die Swiss hatte wegen der Corona-Pandemie bereits im Frühling eine einmalige gebührenfreie Umbuchung möglich gemacht. Ab Ende August hatte sie dann auch mehrfache gebührenfreie Umbuchungen zugelassen.

+++

11:50

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 3802 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss einer Mitteilung vom Dienstag 107 neue Todesfälle und 226 Spitaleinweisungen.

+++

10:30

Der Nationalrat hat am Dienstag bei der Beratung des  Covid-19-Gesetzes einige Änderungen gegenüber dem Bundesrat vorgenommen. So ist er zwar damit einverstanden, dass Maskenverweigerer wieder gebüsst werden  können. Er will aber, dass dort, wo eine Maskentragpflicht nicht klar erkenntlich ist, auf eine Busse verzichtet werden kann. Dies ist etwa in Fussgängerzonen der Fall. Der Nationalrat stimmte dieser zusätzlichen Regelung stillschweigend zu. Thomas Aeschi (SVP/ZG) kam mit seinem Antrag, gänzlich auf Bussen zu verzichten, mit 121 zu 65 Stimmen bei vier Enthaltungen nicht durch. Bussen konnten bereits im Frühling ausgesprochen werden. Ordnungsbussen dürfen in der Schweiz maximal 300 Franken betragen.

+++

08:30

In Russland sind nach Behördenangaben binnen 24 Stunden 569 Menschen gestorben, die positiv auf Corona getestet wurden. Das ist ein Rekordwert. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 40'464. Die Zahl der Positiv-Tests erhöht sich um 26'402 auf mehr als 2,32 Millionen.

+++

06:30

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der Positiv-Tests in Deutschland um 13'604 auf über 1,067 Millionen. Tags zuvor waren 11'169 gemeldet worden. Die Zahl gestorbenen Menschen, die positiv getestet wurden, erhöht sich um 388 auf 16'636.

+++

06:15

Skigebiete in der Schweiz sollen für einen Wintersportbetrieb eine Bewilligung durch den Kanton einholen müssen, wie ein Entwurf für Einschränkungen bei Skidestinationen des Bundes vorsieht, aus dem der "Tages-Anzeiger" (Artikel bezahlpflichtig) zitiert. Die Bewilligung ist aber an gewisse Bedingungen geknüpft. Beim Thema Beschränkungen der Kapazitäten gibt es zwei Wege: Variante 1 sieht vor, dass die Skigebiete täglich insgesamt höchstens zwei Drittel der Anzahl Gäste des bestbesuchten Tages der vorangehenden Wintersaison einlassen dürfen. Variante 2 sieht eine Begrenzung der Gästezahl auf höchstens 80 Prozent des Durchschnitts der Weihnachtsfeiertage in den letzten fünf Jahren vor. 

Seilbahnen mit Stehplätzen dürfen nur zu zwei Dritteln ausgelastet werden. Beim Anstehen soll nicht nur Maskenpflicht, sondern auch die Abstandsregeln gelten. Nur wenn ein Tisch frei ist, dürfen Gäste in die Bergrestaurants eintreten. Die Kantone haben bis Mittwoch Zeit, auf die Vorschläge zu reagieren. Am Freitag wird der Bundesrat laut "Tages-Anzeiger" definitiv über Einschränkungen für den Wintersport entscheiden.

+++

06:10

Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) will ab Dienstag Unterschriften für ihre Initiative *Für Freiheit und körperliche Unversehrtheit (Stopp Impfpflicht)" sammeln, wie die Aargauer Zeitung berichtet. "Wir wollen die Freiheit für die Bürgerinnen und Bürger in der Bundesverfassung stärker verankern, so dass jeder Mensch frei und ohne Angst entscheiden kann, ob er sich impfen lassen will oder ob er sich mit einem Chip versehen lässt", steht auf der Homepage der FBS, wie die "Aargauer Zeitung" (Artikel bezahlpflichtig) berichtet. Im Komitee sitzen der Komiker Marco Rima, die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann und der Impfkritiker Daniel Trappitsch.

+++

06:00

Der Nationalrat berät am Dienstagvormittag als Erstrat den Voranschlag 2021. Das Budget ist jeweils eines der grossen Themen in der Wintersession. Der Bundesrat rechnet für das kommende Jahr mit einem Defizit von 1,1 Milliarden Franken. Die Finanzkommission des Nationalrates (FK-N) beantragte 231 Millionen Franken mehr als der Bundesrat. 200 zusätzliche Millionen sollen ins Budget, damit ab dem 1. Januar das Geld für die Corona-Härtefallregel ausbezahlt werden kann.

Der Bundesrat wollte den Kredit für die Härtefälle mit einem Nachtragskredit regeln. Das Parlament hätte dann erst in der Frühjahrssession darüber beraten. Ein Antrag, diesen Kredit von 200 Millionen auf 1 Milliarde Franken aufzustocken, wie dies der Bundesrat zu einem späteren Zeitpunkt beschloss, wurde mit 14 zu 11 Stimmen abgelehnt.

Sehr irritiert zeigte sich die Finanzkommission über die Tatsache, dass die Fluggesellschaft Swiss Boni ausbezahlte. "Es ist befremdend und unsensibel", wie Nationalrätin Céline Widmer (SP/ZH) für die Finanzkommission erklärte. Der Bund habe der Swiss Covid-Kredite zur Verfügung gestellt, um deren Liquidität sicherzustellen. Die Kommission verlange vom Bundesrat, dass alles daran gesetzt werde, dass die Swiss keine Boni ausbezahle, bis diese Kredite zurückbezahlt sind.

+++

05:30

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un und seine Familie sind einem Medienbericht zufolge bereits gegen Corona geimpft. "Kim Jong Un und mehrere andere hochrangige Beamte in der Familie und der Führungsriege um Kim wurden in den letzten zwei bis drei Wochen dank eines von der chinesischen Regierung bereitgestellten Impfstoffkandidaten gegen Coronavirus geimpft", schreibt Harry Kazianis, Nordkorea-Experte des Zentrums für nationale Interessen in Washington in einem Artikel auf der Webseite 19FortyFive. Er beruft sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute japanische Geheimdienstmitarbeiter. Es sei unklar, welches experimentelles Vakzin der Staatschef und sein engeres Umfeld erhalten habe und ob dieses sich als sicher erwiesen habe.

+++

04:00

Der Chef der Coronavirus-Taskforce des Weissen Hauses, Scot Atlas, hat einem Medienbericht zufolge seinen Hut genommen. Atlas sei nach vier Monaten als Berater des US-Präsidenten Donald Trump zurückgetreten, berichtete der Sender Fox News am Montag. Der Chef des Beraterteams musste während seiner Amtszeit wegen des Herunterspielens der Wichtigkeit von Gesichtsmasken zur Eindämmung des Virus und seinen Ansichten zur Herdenimmunität auch Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. Auch der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci und der Direktor des Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Robert Redfield, standen dem Neuroradiologen kritisch gegenüber. "Alles, was er sagt, ist falsch", habe Redfield demnach in einem Telefongespräch geäussert, berichtete NBC.

+++

03:30

Den USA stehen nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell angesichts einer sich verschärfenden Corona-Pandemie noch einige herausfordernde Monate bevor. Der Anstieg der Fallzahlen in den USA und im Ausland sei besorgniserregend. Dies sagte Powell am Montag (Ortszeit) laut Notizen für seine Anhörung im US-Kongress am heutigen Dienstag. Mittelfristig seien die jüngsten Nachrichten "von der Impf-Front" aber sehr positiv, hiess es.

+++

03:00

In den USA ist "pandemic" das Wort des Jahres 2020. Der Begriff wurde am häufigsten online nachgeschlagen, teilt der 1831 gegründete Wörterbuch-Verlag Merriam-Webster mit. Die Suchanfrage sei am 11. März mit 115'806 Prozent gegenüber dem gleichen Tag im Jahr 2019 sprunghaft angestiegen. An dem Tag stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO das neuartige Coronavirus als Pandemie ein. "Manchmal definiert ein einzelnes Wort eine Ära."

+++

01:00

Der US-Biotechkonzern Moderna hat nach positiven Studienergebnissen eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffs in den USA beantragt. Das teilte der Konzern am Montag mit. Moderna wollte früheren Angaben zufolge in Kürze auch noch eine bedingte Marktzulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA beantragen. Nach einer Analyse der zulassungsrelevanten Studie zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent gegen Covid-19. Schwere Krankheitsverläufe konnten nach Unternehmensangaben verhindert werden, ernste Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt.

+++

+++

(cash/Reuters/SDA/AWP/Bloomberg)