+++Coronavirus-Update+++ - Corona - BAG meldet 3978 Fälle: Sieben-Tage-Durchschnitt sinkt weiter - Österreich plant Corona-Testbefreiung nach Erstimpfung - Lockdown soll Reisesommer in der Türkei retten - Dänemark will Johnson & Johnson-Impfstoff nicht

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
03.05.2021 18:36
Touristen vergnügen sich in Antalya - vor Corona.
Touristen vergnügen sich in Antalya - vor Corona.
Bild: cash

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Das Coronavirus-Update vom Dienstag, den 4. Mai, finden Sie hier.

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18:15

In Österreich soll schon bald eine Corona-Erstimpfung als Eintrittskarte für Restaurants, Veranstaltungen und Hotels gelten. Der grüne Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein kündigte am Montag im Parlament an, dass dies 21 Tage nach Erhalt der ersten Dosis gelten solle. Die grosse Parlamentskammer, der Nationalrat, beschloss eine Gesetzesänderung, mit der Geimpfte und Genesene von der Testpflicht befreit werden können, wenn ab 19. Mai Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur wieder ihre Dienste anbieten.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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17:00

Die Reisebranche in der Türkei bangt angesichts der massiven Welle von Coronainfektionen im Land um die Sommersaison. Die Regierung des beliebten Reiselandes hat einen Lockdown bis Mitte Mai verhängt, um den wichtigen Wirtschaftszweig vor einem erneuten Einbruch zu bewahren. "Die Lockdown-Entscheidung wird die Saison womöglich nicht retten", sagte indes Cem Polatoglu, Manager von Andiamo Tour in Istanbul. Dafür sei sie zu spät gekommen. Die Corona-Neuinfektionen hatten in der Türkei Mitte April ein Rekordhoch von mehr als 63'000 am Tag erreicht.

Russen sind vor Deutschen und Briten die stärkste Gruppe an Urlaubsgästen am Bosporus oder der türkischen Riviera. Russland hat allerdings fast alle Flüge in die Türkei bis 1. Juni eingestellt. Die Regierung in Moskau warnte die Veranstalter, keine Reisen zu verkaufen, die nach Anfang Juni starten. Das Flugverbot könnte also verlängert werden. 

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16:05

Der Pharmakonzern Novavax will einem Insider zufolge ab Ende des Jahres die EU mit seinem Impfstoff beliefern. Dies könnte bedeuten, dass noch diese Woche ein Vertrag mit der EU abgeschlossen werden könnte. Der grösste Teil der geplanten Lieferung von bis zu 200 Millionen Dosen solle jedoch erst nächstes Jahr erfolgen. Der Vertrag verzögerte sich früheren Angaben eines Insiders zufolge, da Novavax bei der Produktion mit Engpässen bei wichtigen Zulieferungen kämpfte.

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14:55

In Frankreich hat am Montag die erste grössere Etappe der Corona-Lockerungen begonnen. Die Menschen im Land dürfen sich nun tagsüber wieder ohne triftigen Grund mehr als zehn Kilometer von ihren Wohnungen entfernen.

Damit sind auch Reisen in andere Regionen wieder erlaubt. Die nächtliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr bleibt allerdings noch bis Mitte Mai bestehen. Ausserdem beginnt in den Mittel- und Oberstufen nun auch wieder der Präsenzunterricht - allerdings nicht für alle in voller Klassenstärke.

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14:50

Dänemark wird einem Medienbericht zufolge den Impfstoff von Johnson & Johnson nicht einsetzen. Das Vakzin solle in das Impfprogramm des Landes nicht aufgenommen werden, berichtet die Zeitung "B.T." unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise. Es wird erwartet, dass die Gesundheitsbehörden Anfang dieser Woche eine Entscheidung zu dem Impfstoff bekanntgeben.

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14:45

Das Corona-Kabinett der deutschen Regierung hat den Entwurf für eine Verordnung für mehr Rechte von Geimpften und Genesenen auf den Weg gebracht. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigt an, die Beratungen mit Vertretern von Bundestag und Bundesrat würden umgehend aufgenommen. Ziel sei, dass die Verordnung Ende der Woche oder spätestens nächste Woche in Kraft treten könne.

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14:20

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 3978 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden registriert. Dies geht aus den heute Montag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 1733. Am Freitag lag dieser Schnitt noch bei 1924, vor einer Woche bei 2074. Zudem wurden 119 neue Spitaleinweisungen und 16 neue Todesfälle gemeldet.

Momentan ist keiner der vier Richtwerte des Bundesrates für eine mögliche Verschärfung der Massnahmen überschritten. Die aktuellen Richtwerte gelten für die sogenannte Schutzphase, bis alle impfwilligen besonders gefährdeten Personen vollständig geimpft sind. Dies dürfte laut Bundesrat etwa Ende Mai der Fall sein.

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12:55

Die schwedische Regierung spendet eine Million Impfdosen an die internationale Initiative Covax zur Versorgung ärmerer Länder. Entwicklungsminister Per Olsson Fridh sagte am Montag der Nachrichtenagentur TT, dass es sich dabei um den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca handele, der in Schweden nicht mehr benötigt werde.

Das AstraZeneca-Mittel Vaxzevria kann in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, weshalb es in Schweden nur an Menschen über 65 Jahren verabreicht wird. Schweden erwarte in Zukunft grosse Lieferungen, so der Minister. "Diese Dosen werden von uns nicht verwendet. Und dann ist es wichtig, dass wir nicht darauf sitzen und die Dosen behalten, wenn die ganze Welt Impfstoffe benötigt", sagte Fridh.

Dänemark, das den Einsatz von Vaxzevria komplett gestoppt hat, hat sich noch nicht entschieden, was es mit den überflüssigen Impfdosen machen wird. Der dänische Gesundheitsminister versucht, den Impfstoff gegen den eines anderen Herstellers zu tauschen. Im April bekam das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein 55'000 Dosen "geliehen".

 

 

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11:05

Die EU-Kommission will die Einreise in die Europäische Union wieder erleichtern. So sollen künftig auch wieder touristische Aufenthalte von Personen aus Drittstaaten möglich sein, schlägt die Brüsseler Behörde vor. Voraussetzung für die Einreise sei dann, dass eine Person aus einem Land komme, in dem eine "gute epidemiologische Situation" herrsche, heisst es in einem Vorschlag an die Mitgliedstaaten. Zudem müsse die Person einen vollständigen Impfschutz mit einem Vakzin vorweisen, das in der Europäischen Union zugelassen sei.

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08:55

Pfizer wirbt für eine rasche Genehmigung seines gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs in Indien. Mit der dortigen Regierung werden Gespräche über ein beschleunigtes Zulassungsverfahren geführt, wie Pfizer-Chef Albert Bourla in einem Beitrag auf der Internetplattform Linkedin erklärt. "Bedauerlicherweise ist unser Impfstoff nicht in Indien zugelassen, obwohl unser Antrag vor Monaten eingereicht wurde." Bourla gibt zugleich eine Arzneimittel-Spende im Wert von mehr als 70 Millionen Dollar bekannt.

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08:15

Indien steuert mit hohem Tempo auf die Schwelle von 20 Millionen Corona-Ansteckungen zu. Das Gesundheitsministerium meldete am Montag 368'147 Neuinfektionen und damit den zwölften Tag in Folge mehr als 300.000 neue Fälle binnen 24 Stunden. Am Samstag war sogar erstmals mit mehr als 400'000 Neuinfektionen erneut ein weltweiter Höchstwert registriert worden.

Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen in dem südasiatischen Schwellenland mit rund 1,35 Milliarden Einwohnern auf 19,93 Millionen. Das sind weltweit die zweitmeisten Infektionen nach den USA. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 3417 auf 218'959. Nur die USA und Brasilien weisen mehr auf. Experten befürchten aber bei Infektionen und Todesfällen eine hohe Dunkelziffer.

 

 

Nach einem Abebben der Fälle im Januar und Februar hat die zweite Corona-Welle Indien überrollt. Viele Krankenhäuser sind überfüllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff zur Behandlung von Covid-19-Patienten und Impfstoff. Internationale Hilfe ist angelaufen. Für die rasante Corona-Ausbreitung werden Virus-Mutationen verantwortlich gemacht, aber auch, dass die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi wieder Massenveranstaltungen zugelassen hat.

Mindestens elf Bundesstaaten und Territorien haben neue Beschränkungen verhängt. Vor einem landesweiten Lockdown scheut Regierungschef Modi aber aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen zurück. 

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06:30

Voraussichtlich nach 13 Uhr wird das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Corona-Infektionszahlen vom Freitag, Samstag und Sonntag publizieren. Zuletzt sind die Fallzahlen in der Schweiz rückläufig gewesen. In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag innerhalb von 24 Stunden 1831 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Vor einer Woche hatte das BAG innerhalb von 24 Stunden noch 2113 neue Coronavirus-Ansteckungen bekanntgegeben. Die Spitaleinweisungen legen im Gegensatz zu den Infektionszahlen aber zu.

Die Impfungen gewinnen an Fahrt. Vom 22. April bis 28. April wurden in der Schweiz 357'624 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht, wie das BAG weiter bekanntgab. Pro Tag wurden damit durchschnittlich 51'089 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor stieg die Impfkadenz um 12 Prozent. Insgesamt wurden bis vergangenen Mittwoch 2'642'062 Impfungen durchgeführt.

Experten haben die Hoffnung, dass sich die Lage in der Schweiz bald deutlich entspannen wird. "Wenn 50 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft sind, gibt es in der Schweiz einen Sommer wie in Israel", Steve Pascolo, Immunologe an der Uni Zürich, zum "SonntagsBlick". In Israel, wo über 50 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, sind die Fallzahlen drastisch gesunken. Auch Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte, ist überzeugt: "Wir werden eine deutliche Normalisierung erleben, wenn die Hälfte der Bevölkerung geimpft ist."

Die bereits erfolgten Öffnungsschritte - etwa offene Restaurant-Terrassen und offene Fitnesstudios - wie auch das Oster-Wochenende haben bisher keinen Ansprung bei den Fallzahlen ausgelöst. Manche Virologen sind aber skeptisch, ob die so genannte dritte Welle nicht wieder an Fahrt gewinnen könnte. Der Bundesrat stellt frühestens für Ende Mai weitere Lockerungen in Aussicht. 

 

 

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05:50

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 368'147 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Samstag hatte das Land erstmals über 400'000 Fälle und damit einen weltweiten Höchstwert registriert. Insgesamt haben sich mehr als 19,93 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ist der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 3417 auf 218'959.

Indien, wo mehr als 1,3 Milliarden Menschen leben, wird seit Ende Februar von einer zweiten Corona-Welle mit mehreren Virus-Varianten heimgesucht.

 

 

05:15

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 9160 neue Positiv-Tests in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 146,9 von 146,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100'000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 84 weitere Menschen starben binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus.

Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 83'276. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,42 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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03:00

In den USA sind inzwischen 104,7 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das teilt die Seuchenbehörde CDC mit. Insgesamt seien mehr als 245,5 Millionen Dosen verabreicht worden. Rund 147 Millionen Menschen seien bereits vollständig geimpft. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

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22:30

Der deutsche Politiker Markus Söder begründet die diskutierten Ausnahmen für Geimpfte bei Grundrechtseinschränkungen auch damit, dass man künftig Menschen davon überzeugen müsse, sich impfen zu lassen. "Wir werden Ende Mai, Anfang Juni in eine Situation bekommen, für das Impfen werben zu müssen", sagt er in der ARD. Dabei seien die Sonderregeln für Geimpfte und Genesene dann ein Anreiz zum Impfen.

Der Virologe Michael Stürmer warnt derweil vor den Plänen der deutsche Regierung, Geimpften das Recht zu geben, sich nicht mehr an Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen halten zu müssen. Es gebe ein Restrisiko, dass sich Geimpfte infizieren und andere anstecken können, sagt Stürmer in der ARD. "Wir müssen Kontakte weiterhin reduzieren", fügt er mit Blick auf Vorschläge des Justizministeriums hinzu.

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Der Klick auf die graue Fläche führt zum Covid-Tracker von Reuters

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)