+++Coronavirus-Update+++ - Corona: BAG registriert 923 neue Coronavirus-Fälle in der Schweiz - Bund will unzuverlässige Tests nicht verbieten - Zertifikatsgegner beklagen «indirekten Impfzwang» - 50 Impfungen können eine Hospitalisierung verhindern

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
12.10.2021 18:11
Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit BAG.
Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit BAG.
Bild: Screenshot Youtube

18:10

Die ETH und das Universitätsspital Lausanne haben einen Antikörper gegen das Covid-Spike-Protein entdeckt. "Dadurch werden alle Varianten des Virus, einschliesslich der Delta-Variante, weitgehend neutralisiert", heisst es in einer Mitteilung. Das ermögliche neue therapeutische Anwendungsmöglichkeiten als Medikament zum Schutz von Risikopersonen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse arbeiten die beiden Institutionen mit einem Jungunternehmen zusammen, das für die Produktion und die klinische Entwicklung der neu entdeckten Antikörper verantwortlich sein wird. "Die klinischen Versuche sollen Ende 2022 beginnen."

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17:45

Der Kanton Thurgau erhöht die Testkapazitäten und betreibt zwei neue Covid Testzentren. In Frauenfeld und in Amriswil sollen je rund 1000 Tests pro Tag durchgeführt werden können. Dazu kommt ein bestehendes Angebot von 1200 Tests. Hier hätte die Nachfrage das Angebot aber regelmässig überstiegen. 

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17:15

Die Covid-19-Taskforce des Bundes schreibt in ihrer aktuellen Lagebeurteilung, dass erwartet werde, dass die Zirkulation saisonal bedingt wieder zunehmen werde. Dies könne zu einem R-Wert von über 1 führen. Ein solcher hat ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen zur Folge. Eine rasche Zunahme der Zahlen wäre aber gemäss Taskforce "für das immer noch stark belastete Gesundheitswesen sehr schwierig". Der R-Wert liegt derzeit bei 0,89.

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16:55

Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen bestimmt die Entwicklung der Weltwirtschaft: Industrieländer können in diesem Jahr nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter mit starkem Wachstum rechnen, ärmere Staaten hingegen stecken in der Corona-Krise fest. "Der Ausblick für die ärmeren Entwicklungsländer hat sich deutlich verdunkelt", sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. "Der Zugang zu Impfstoffen bleibt der wichtigste Antrieb der Verwerfungen bei der globalen Erholung." Den ärmeren Staaten fehle zudem der finanzielle Spielraum, die Konjunktur zu stützen.

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16:30

Der Kanton Basel-Stadt zieht ein positives Fazit über den Impfbus, der in den vergangenen vier Wochen im Einsatz war. "Insgesamt haben sich 1'796 Personen im roten London Doppeldeckerbus impfen lassen", heisst es in einer Medienmitteilung.  Die Mehrheit der geimpften seien junge Erwachsene bis 40 Jahre. "Während sich diese vorwiegend wegen des Covid-Zertifikates impfen liessen, stand für die über 40-Jährigen der Impfschutz im Vordergrund." Der Impfbus macht nun Pause. "Im Rahmen der vom Bund angekündigten Impf-Offensive bestehen Überlegungen, den Impfbus nochmals einzusetzen."

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15:20

Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass pro 50 Impfungen gegen das Coronavirus eine Hospitalisierung verhindert werden kann. Aus diesem Grund müsse die Durchimpfung der Bevölkerung weiter voranschreiten. Das Tempo habe etwas zugenommen, täglich würden etwa 30'000 Impfungen pro Tag verabreicht.

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14:40

Die Expertinnen und Experten des BAG informierten vor den Medien in Bern über die aktuelle Corona-Situation in der Schweiz:

  • Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) eröffnet die Medienkonferenz und gibt einen Überblick über die Covid-Situation in der Schweiz. "Die Situation ist relativ gut", sagt er. Man beobachte weiterhin sinkende Fallzahlen. Allerdings gäbe es verschiedene "abers". So habe sich die Abnahmegeschwindigkeit der Fallzahlen verlangsamt. Im Alpenraum habe zudem bereits eine Trendumkehr stattgefunden - in einigen Kantonen würden die Fallzahlen wieder zunehmen. Die höchsten Inzidenzen werde bei der jungen mobilen Bevölkerung beobachtet. Am stärksten kursiert das Virus bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 Jahren.
  • Der Kanton Bern empfiehlt Nasen-Rachen-Tests anstelle von Nasal-Tests. Was sagt der Bund dazu, fragt ein Journalist? "Ja, Nasen-Rachen-Tests sind besser als Nasal-Tests", sagt Patrick Mathys vom BAG. Wichtig sei aber immer, dass die Tests korrekt durchgeführt würden. Deshalb brauche es entsprechendes Fachpersonal. Im Moment will der Bund die unzuverlässigen Tests nicht verbieten. "Sollte eine Anpassung aber nötig werden, werden wir das machen", sagt Mathys.  

  • Es spricht die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Seit Montag sind die Covid-Tests kostenpflichtig. Eine Vielzahl von Anbietern schiesst seither aus dem Boden. Manche bieten die Tests sehr günstig an. Linda Nartey sagt dazu: "Kostengünstige Angebote sind willkommen, sofern sie die Anforderungen des Bundes erfüllen." In manchen Kantonen habe man Hinweise, dass die nicht Anforderungen erfüllt würden. Die Kantone würden ihre Kontrollen derzeit verschärfen. In allen Kantonen werde mittlerweile der Johnson&Johnson-Impfstoff angeboten, sagt Linda Nartey. Vielerorts sei die Nachfrage aber bisher begrenzt. 

Hier der Live Stream als Replay:

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13:30

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 923 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Dienstag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 910. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 924, vor einer Woche bei 1064. Zudem wurden 39 neue Spitaleinweisungen und 9 neue Todesfälle gemeldet. Bislang sind 60,73 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

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12:00

Nach der Rekord-Unterschriftensammlung für das Referendum gegen das revidierte Covid-19-Gesetz sind die Gegner der Vorlage nun in den Abstimmungskampf gestartet. Sie warnen vor einer "gefährlichen Covid-Verschärfung" und meinen damit insbesondere das Zertifikat.

Im Zentrum des am Dienstag lancierten Abstimmungskampfs steht das Covid-Zertifikat, dessen Grundlage das revidierte Covid-19-Gesetz bildet. Nach Ansicht der Gegnerinnen und Gegner führt das Zertifikat zu einer Spaltung der Schweiz. Mit der Mitte September ausgeweiteten 3G-Regel sind Personen ohne Zertifikat von vielen Aktivitäten ausgeschlossen. Das Zertifikat sei deshalb ein Instrument der Diskriminierung, das eine Zweiklassengesellschaft schaffe, lautet der Tenor auf dieser Seite.

Neben verschiedenen Bürgerbewegungen mit Massnahmenskeptikern können die Gegner dieses Mal auf die Unterstützung der SVP zählen. Der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz, Gastrosuisse, beschloss Stimmfreigabe. Am 28. November kommt es zum zweiten Mal zu einer Volksabstimmung zur Corona-Politik von Bundesrat und Parlament.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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11:00

Nach dem Auslaufen der Corona-Sonderregelungen für überschuldete Unternehmen zeichnet sich ein langsamer Wiederanstieg der Firmenpleiten in Deutschland ab. Im September sei die Zahl der Anträge auf eine Regelinsolvenz im Vergleich zum August um 6 Prozent gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt auf Grundlage vorläufiger Meldungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein Anstieg um 25 Prozent. Allerdings hatte es im September 2020 einen starken Rückgang um 31 Prozent gegenüber dem von Corona unbeeinflussten September 2019 gegeben.

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09:30

Der britische Billigflieger Easyjet stockt aufgrund einer anziehenden Nachfrage nach Reisen das Sitzplatzangebot auf. Im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember soll die angebotene Kapazität bis zu 70 Prozent des Niveaus aus dem Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie, betragen, teilte die Konkurrentin von Europas grösster Billigfluggesellschaft Ryanair am Dienstag in Luton bei London mit. Die jüngste Ankündigung der britischen Regierung, Corona-Beschränkungen zu lockern oder abzuschaffen, treibe die Buchungsdynamik an. Die Nachfrage nach Wintersonnenzielen sei besonders stark. Easyjet erwartet, dass die Kapazität im Geschäftsjahresverlauf weiter steigen wird.

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07:55

Die Lufthansa hat einen Teil der Corona-Staatshilfen zurückbezahlt. Eine Stille Einlage über 1,5 Milliarden Euro sei vollständig abgelöst worden, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Das Geld stammt aus einer Kapitalerhöhung, die 2,162 Milliarden Euro eingebracht habe und die nun abgeschlossen sei. "Wir sind sehr dankbar, dass die Deutsche Lufthansa AG in schwierigsten Zeiten mit Steuermitteln stabilisiert worden ist", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wir schauen zunehmend optimistisch in die Zukunft." Immer mehr Länder öffneten ihre Grenzen und die Nachfrage nach Flugreisen wachse täglich.

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07:20

Wer sich in den Herbstferien einen Mietwagen nimmt, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise sind weit über dem Niveau vor Corona, wie Auswertungen der Portale Billiger-mietwagen.de und Check24 zeigen. Als Gründe gelten die gestiegene Nachfrage, Nachwehen der Corona-Krise und der Chipmangel.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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06:45

Die Kantone Bern und Zürich forderten gestern, dass es das Covid-Zertifikat nur noch mit dem Nasen-Rachen-Test gibt. Bei Lorenz Schmid, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Apothekerverbandes Pharmasuisse, stösst diese Forderung auf offene Ohren. Qualität stehe im Vordergrund und diese könne nur gewährleistet werden, wenn der sensibelste Schnelltest gemacht wird – und das sei der Nasen-Rachen-Abstrich und nicht nur der nasale Abstrich.

Doch auch diese Schnelltests mit einem Nasen-Rachen-Abstrich seien unpräzise, kritisiert Labormediziner Michael Nagler, der zur Verlässlichkeit von Schnelltests kürzlich eine Studie veröffentlicht hat. "Gegenüber der PCR-Untersuchung wurden in unserer Studie nur 66 Prozent der Infizierten erkannt. Bei den asymptomatischen Patienten, die ja viel häufiger getestet werden, war die Sensitivität gar nur 44 Prozent. Das heisst, dass mehr als die Hälfte der Infizierten in der täglichen Praxis verpasst werden."

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05:00

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 4971 neue Positiv-Tests für Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 65,8 von 66,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100'000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 88 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 94'297. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,3 Millionen Corona-Tests positiv aus.

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01:00

Nach Angaben der deutschen Bundesregierung ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen. Auf Grundlage der Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) registriert das Bundesgesundheitsministerium in den Wochen von Mitte August bis Anfang September 1186 Corona-Fälle, die "intensivmedizinisch versorgt" werden mussten, berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Dienstagausgaben). Von den Patienten waren 119 Personen geimpft, in 10,03 Prozent der Fälle kam es demnach offenbar zu einem Impfdurchbruch, teilt das Ministerium in einer Antwort auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit, aus der die Zeitungen zitieren.

In einem längeren Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September habe der Anteil der geimpften Intensiv-Corona-Patienten noch bei 1,84 Prozent gelegen. "Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen", erklärt das RKI.

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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22:40

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro kann Fragen zu den Corona-Toten nicht mehr hören. Er wolle nicht mit Fragen über die vor wenigen Tagen erreichte Schwelle von über 600'000 Todesfällen im Zusammenhang mit Covid 19 gelangweilt werden, sagt er bei einem öffentlichen Auftritt an einem Strand in Guaruja im Bundesstaat Sao Paulo. "In welchem Land sind keine Menschen gestorben? Sag's mir!" antwortet er einem Reporter auf eine Frage nach den Corona-Toten. "Ich bin nicht hergekommen, um mich zu langweilen." In Brasilien sind nach offiziellen Angaben 601'011 Menschen an oder mit dem Coronavirus verstorben.

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(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)