+++Coronavirus-Update+++ - Corona - Impfgeschwindigkeit in der Schweiz gemäss BAG zu langsam - «Weiterhin starkes Risiko einer weiteren Infektionswelle» - BAG registriert 1235 neue Fälle in der Schweiz - Booster-Impfung soll Schutz von J&J-Vakzin deutlich erhöhen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
21.09.2021 18:13
Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit BAG.
Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit BAG.
Bild: Screenshot Youtube

18:15

Argentinien lockert die Corona-Massnahmen. Die Maskenpflicht im Freien wird aufgehoben, Grossveranstaltungen sind ab dem 1. Oktober wieder möglich und auch die Grenzen werden für geimpfte Personen wieder geöffnet. Wer noch nicht geimpft ist, muss in Quarantäne und sich testen lassen,  das verkündetet Gesundheitsministerin Carla Vizzotti. 

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17:40

"Die Kinder und Jugendliche sind von der Pandemie massiv betroffen", sagte denn auch Alain Di Gallo von der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes. In einem Jahr würden junge Menschen wichtige Entwicklungsschritte durchlaufen. Die Pandemie habe diese Entwicklungsschritte gestört. "Bis heute tun sich viele Kinder und Jugendliche schwer damit, den Weg zurück in den Alltag zu finden."

Immer mehr Kinder und Jugendliche hätten psychische und psychosomatische Symptome. Sie kämpften mit Ängsten, Depressionen, Schlafproblemen und Müdigkeit. Auch Suizidversuche hätten seit dem Frühjahr 2020 zugenommen.

Es sei wichtig, den Kindern und Jugendlichen ein "stabiles Umfeld" und einen "geregelten Alltag" zu geben. Offene Schulen seien eine der wichtigsten Grundlagen dafür. Konsequente Massnahmen wie regelmässiges Testen, Maskentragen, Lüften und CO2-Sensoren seinen wirksame Massnahmen an Schulen, die Ansteckungen vermeiden könnten. Denn auch Kinder hätten ein Recht vor schweren Verläufen einer Covid-Erkrankung und Long-Covid geschützt zu werden, hielt Di Gallo fest. "Entlasten wir die Jüngsten, damit sie schnellstmöglich wieder in den Alltag zurückfinden."

Kinderschutzorganisationen haben am Dienstag vor dem Bundeshaus in Bern den Schutz der Kinder vor dem Coronavirus in den Schulen gefordert. Die Regierung müsse ihre entsprechende Verantwortung wahrnehmen.

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17:05

In vielen Hochschulen gilt eine Zertifikatspflicht. Den QR-Code zeigen müssen die Studentinnen und Studenten aber nur selten. Die meisten Unis setzen auf Stichproben. Das genügt nicht, schreibt die "NZZ" und beruft sich auf das Bundesamt für Gesundheit. Kontrollieren die Unis nicht ausführlich drohen ihnen Bussen. Sie können aber auch auf die Zertifikatspflicht verzichten, dürfen dann aber die Hörsäale nicht voll besetzen. 

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16:15

Ab dem 2. Oktober soll auch im Bundeshaus die Zertifikatspflicht gelten. Das will die Staatspolitische Kommission, die eine gesetzliche Grundlage ausgearbeitet hat. In der Herbstsession - die bis zum 1. Oktober läuft - gilt noch keine Zertifikatspflicht, da eine gesetzliche Grundlage fehlt. Das stiess auf Kritik. Mit einer Zertifikatspflicht können die Parlamentarierinnen und Parlamentarier dafür auf die Maske und Plexiglaswände verzichten.

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15:15

Die Corona-Experten des Bundes schätzten die aktuelle Lage in der Schweiz am Dienstag an einer Medienkonferenz ein.

  • Der Bund gibt leichte Entwarnung, was das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus betrifft. "Die Situation hat sich weiter beruhigt, dieser Trend hält nun seit einer Weile an", sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).
  • Auch in den Spitälern sei der Rückgang spürbar, sagte Mathys vor den Medien in Bern. Laut dem Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG liegt die Belegung der Intensivpflegeplätze aber nach wie vor "auf sehr hohem Niveau". Gut drei Viertel der Betten seien belegt, dreissig Prozent von Covid-Patienten.
  • Die höchsten Inzidenzen beobachtet der Bund derzeit bei der jungen, mobilen Bevölkerung, wie Mathys sagte. Es steckten sich hauptsächlich 10- bis 19-Jährige an. Deshalb sei kurzfristig mit einem weiteren Rückgang der Spitaleintritte zu rechnen.
  • Die Impfgeschwindigkeit in der Schweiz nimmt weiter zu. Das Tempo ist aber gemäss BAG zu tief, als dass es zu einer Entspannung der Situation kommen könnte. Die Geschwindigkeit sei zu langsam, um eine Durchimpfungsrate zu erreichen, welche das Geschehen massgebend positiv beeinflussen könnte, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit BAG. Im Moment würden etwa 30'000 Impfungen pro Tag verabreicht. Deutliche Zunahmen gebe es bei den jüngeren und jüngsten Alterskategorien.

  • Es bestehe weiterhin ein "starkes Risiko", dass eine weitere Infektionswelle bevorstehen könnte - die Temperaturen werden in den kommenden Wochen sinken, weswegen sich die Menschen wieder vermehrt in Innenräumen aufhalten würden. Das Virus könne so wieder schneller zirkulieren. Verlässliche Prognosen seien aber immer noch schwer machbar.

Die Medienkonferenz im Replay 

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14:25

Zahlreiche Bundespolitiker in Deutschland haben mit Entsetzen auf den tödlichen Angriff nach einem Maskenstreit in einer rheinlandpfälzischen Tankstelle reagiert. "Der Radikalisierung von gewaltbereiten Corona-Leugnern muss sich unser Rechtsstaat mit allen Mitteln entgegenstellen", erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) am Dienstag. "Es ist empörend und widerlich, wenn die furchtbare Bluttat von Idar-Oberstein nun im Netz für noch mehr Hass und noch mehr Menschenverachtung missbraucht wird." Auch Grünen-Chef Robert Habeck meldete sich zu Wort: "Der blanke Hass, der hinter der Tat steht, ist erschreckend", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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14:05

In Wien werden ab Oktober die Massnahmen verschärft, was die Behörden mit einer zunehmenden Auslastung der Intensivstationen begründen. Für die Nachtgastronomie sowie Veranstaltungen von über 500 Personen gilt dann die sogenannte 2G-Regel. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. Für Mitarbeiter soll zusätzlich ein Nachweis mittels PCR-Test möglich sein. Laut Bürgermeister Michael Ludwig soll damit die im internationalen Vergleich niedrige Impfquote erhöht werden.

"Wir sehen, dass alle relevanten Zahlen steigen, insbesondere auf den Intensivstationen", sagt er. Zudem müssten in den Krankenhäusern nicht lebensnotwendige Operationen bereits auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Für den Handel wird wieder eine FFP2-Masken-Pflicht verordnet. Die Massnahmen sollen vorerst für ein Monat gelten. Die Stadtregierung greift damit den Massnahmen der Bundesregierung voraus, die erst ab einer 15-prozentigen Auslastung der Intensivbetten die 2G-Regel beschlossen hat.

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13:35

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 1235 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Dienstag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 1747. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 1855, vor einer Woche bei 2516. Zudem wurden 43 neue Spitaleinweisungen und 4 neue Todesfälle gemeldet.

Bislang sind 53,75 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

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13:15

Eine Corona-Auffrischimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson verstärkt nach Angaben des US-Pharmakonzerns die Wirkung deutlich. Eine Booster-Impfung etwa zwei Wochen nach der ersten Impfung erhöhe den Schutz vor einem moderaten bis schweren Verlauf einer Infektion auf 94 Prozent, teilt das Unternehmen unter Verweis auf Untersuchungsergebnisse mit. Im Vergleich dazu bietet eine Einzeldosis den Angaben zufolge einen Schutz von 70 Prozent. Die Antikörperbildung werde um das Vier- bis Sechsfache erhöht, bei einer Verabreichung sechs Monate nach der ersten Dosis stiegen die Antikörperspiegel sogar um das Zwölffache, heisst es weiter. Die Nebenwirkungen von zwei Dosen seien mit denen vergleichbar, die in Studien bei einer Einzelimpfung beobachtet worden seien. Der Konzern betont zugleich, dass bei seinem Vakzin weiterhin eine Einzeldosis grundsätzlich ausreichend sei.

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12:15

Der deutsche Kanzleramtsminister Helge Braun hat Vorwürfe von "Horror-Prognosen" in der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Seine Warnung aus dem Juli, dass die Inzidenz bis zur Bundestagswahl auf 850 steigen könnte, sei vielmehr der Grund für eine folgende Politikänderung gewesen, schreibt der CDU-Politiker in der Zeitung "Bild". Bund und Länder hätten dann die bundesweite Einführungen der 3G-Regeln und teilweiser 2G-Optionen beschlossen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte auf Berechnung der damaligen Infektions-Dynamik vor sehr hohen Sieben-Tage-Inzidenzen im September und Oktober gewarnt. Die Indizenz in Deutschland ist am Dienstag auf den Wert von 68,5 gefallen von 71 am Montag.

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10:30

Austrian Airlines, die wie die Swiss zum Lufthansa-Konzern gehört, nimmt im November ihren Flugverkehr in die USA wieder auf. Die Fluglinie begrüsst die Entscheidung der amerikanischen Regierung, vollständig geimpften EU-Reisenden ab 1. November wieder die uneingeschränkte Einreise zu erlauben. "Nach über 20 Monaten ist die Öffnung für vollständig geimpfte EU-Reisende ein wichtiger Schritt in Richtung Wiederherstellung der globalen Reisefreiheit", sagte Vertriebsvorstand Michael Trestl. Austrian Airlines wird ab November vorerst 16 wöchentliche Verbindungen von Wien in die USA anbieten. Die Nachfrage wird laufend evaluiert und das Angebot kann im Bedarfsfall weiter ausgebaut werden, erklärte die Fluglinie. 

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10:00

Wegen der Corona-Pandemie werden Busse und Bahnen noch immer weit weniger genutzt als in normalen Zeiten. Im ersten Halbjahr sank das Fahrgastaufkommen in Deutschland im Linienverkehr um 18 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 3,5 Milliarden Personen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Geschuldet ist dies vor allem dem Einbruch von 39 Prozent im ersten Quartal.

Besonders stark sank die Fahrgastzahl von Januar bis Juni im Eisenbahn-Fernverkehr: Hier gab es ein Minus von 34 Prozent auf 28 Millionen Reisende. Der Fernbusverkehr brach sogar um 92 Prozent auf 0,3 Millionen Fahrgäste ein. Im Öffentlichen Personennahverkehr, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, gab es einen Rückgang von 17 Prozent. 

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08:45

Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstossen. "Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Grossen und Ganzen konform waren", sagt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. "Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat." Jemand, der vorsätzlich eine Corona-Verordnung nicht befolgt, beispielsweise ohne Erlaubnis reist, begeht eine strafbare Handlung und muss im Falle einer Verurteilung nun mit einer Geldstrafe von bis zu 12'000 Neuseeland Dollar (gut 7200 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen. Die Geldstrafe ist das dreifache von dem, was bislang fällig war.

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06:15

Der Kauf des Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns von Johnson & Johnson durch den Bund könnte in den nächsten Tagen besiegelt werden, schreibt blick.ch. Hersteller Johnson & Johnson gelte als schwierigerer Verhandlungspartner als die Hersteller der bereits im Einsatz stehenden mRNA-Impfstoffe, Biontech/Pfizer und Moderna. Verzögerungen seien deshalb nicht ausgeschlossen. Geplant war laut zwei voneinander unabhängigen Quellen der Kauf von 150'000 Dosen des Vakzins. Gesundheitsminister Alain Berset hatte gesagt, dass der neue Impfstoff sei nicht nur für Allergiker gedacht. Die Vektorimpfung soll auch jenen Leuten eine Alternative bieten, die gegenüber den neuartigen mRNA-Impfstoffen skeptisch sind.

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06:00

Das Robert-Koch-Institut meldet 4664 neue Positiv-Tests für Deutschland. Das sind 1661 weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 6325 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 68,5 von 71,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100'000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 81 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

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05:00

In der "Tagesschau" vom Montag auf SRF sprach Patrick Mathys vom BAG davon, dass die Möglichkeit eine Zertifikats-Verlängerung für Genesene besteht. "Wir werden sicher in der Schweiz und auch weltweit Anpassungen machen, sobald die Evidenz entsprechend vorhanden ist", sagte Mathys. Aktuell ist das Covid-Zertifikat für Geimpfte ein Jahr gültig, für Genesene nur 6 Monate. Letztmals ist die Gültigkeitsdauer im Juni 2021 festgelegt worden. "Damals war es noch relativ klar in Bezug auf die Datenlage, dass der Schutz bei den nicht Geimpften kürzer sein könnte," sagt Mathys. Doch nun zeigten neue Studien, dass der Schutz bei Genesenen länger anhalten könnte.

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04:00

Die australischen Behörden schliessen alle Baustellen in der Fünf-Millionenstadt Melbourne für zwei Wochen. Hunderte Menschen hatten am Wochenende trotz eines strengen Lockdowns gegen eine Impfpflicht für Bauarbeiter protestiert. Die nicht genehmigte Demonstration schlug in Gewalt um, die sich auch gegen Gewerkschaftsvertreter richtete. Die grössten australischen Städte Sydney, Melbourne und die Hauptstadt Canberra befinden sich schon seit Wochen im Lockdown, um einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante einzudämmen.

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00:00

Die USA verlangen von ausländischen Fluggästen künftig einen Corona-Impfnachweis und heben zugleich bestehende Einreiseverbote für viele europäische Länder und andere Staaten auf. Laut Präsidialamt soll ab Anfang November die Einreisesperre für Ausländer fallen, die über Staaten des Schengenraums, Grossbritannien, China, Brasilien und andere Länder einreisen. Derzeit gilt noch ein Einreiseverbot für Personen, die sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen vor beabsichtigter Einreise in die USA in Deutschland oder einem anderen Land des Schengenraums aufgehalten haben.

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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(cash/Bloomberg/Reuters/AWP)