+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Ungeimpfte 40- bis 70-Jährige grösste Corona-Patientengruppe in den Spitälern - Bundesrat bietet erneut Armee auf - Taskforce zweifelt an Wirksamkeit der Massnahmen - BAG meldet 9571 neue Fälle in der Schweiz - Sinkende Inzidenz in Deutschland

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
07.12.2021 18:01
Virginie Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit.
Virginie Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit.
Bild: Screenshot Youtube

Ärzte beklagen «oft sehr fordernde Haltung» von Ungeimpften auf Schweizer Intensivstationen: Zum Corona-Ticker vom Mittwoch, den 8. Dezember 2021, geht es hier.

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18:00

Spanien hat Corona-Impfungen für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren genehmigt. Am 13. Dezember solle die Impfkampagne beginnen, dann werden die ersten dafür vorgesehenen Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech erwartet, sagt Gesundheitsministerin Carolina Darias. Andere EU-Länder wie Deutschland, Italien und die Tschechische Republik haben bereits Impfungen für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen.

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17:20

In Grossbritannien ist die Zahl der durch Alkoholmissbrauch verursachten Todesfälle rekordverdächtig gestiegen. Dies hänge mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zusammen, erklären die Gesundheitsbehörden. Laut Daten des britischen Statistikamtes (ONS) starben 2020 knapp 9000 Menschen - 18,6 Prozent mehr als im Vorjahr - an alkoholbedingten Ursachen. "Die Tatsache, dass diese Sterblichkeitsraten gestiegen sind, deutet darauf hin, dass die Zunahme der Alkoholschäden eine umfassendere Auswirkung der Pandemie war", erklärt das ONS. Die Schliessung von Pubs habe dazu geführt, dass viele starke Trinker mehr Alkohol zu Hause konsumierten.

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16:50

Nach der Swiss führt auch Edelweiss eine Impfpflicht bei der Crew ein, dies berichtet die "Handelszeitung". Die neue Regelung soll ab März 2022 gelten. Bis zum 10. Januar 2022 sollen sich die Edelweiss-Mitarbeitenden bei ihrem Arbeitgeber melden und ihren Impfstatus mitteilen. 

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16:30

In Deutschland haben die Ampel-Parteien im Bundestag ihre Pläne zur Einführung einer ersten Corona-Impfpflicht in Deutschland verteidigt. Bei der sogenannten einrichtungsbezogenen Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken oder Pflegeheimen, die ab März greifen soll, gehe es um eine Güterabwägung, sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar am Dienstag im Parlament. Hilfsbedürftige Menschen etwa in Pflegeheimen könnten sich nicht aussuchen, von wem sie behandelt würden. Eine hohe Impfquote in diesen Einrichtungen sei unabdingbar. Die anderen Parteien im Bundestag kritisierten die Corona-Politik der Ampel. 

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16:05

Wer Schweizer Spitzeneishockey sehen will, muss zukünftig geimpft oder genesen sein. In allen Stadien der höchsten Eishockey-Liga gilt neu die 2G-Regel. Dafür dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauern auf eine Maske verzichten und auch im Stehen essen oder trinken.

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15:00

Die Behörden und Fachstellen informierten in Bern an einer Medienkonferenz über die pandemische Lage in der Schweiz.

Die Intensivstationen sind schweizweit gesehen zu 79 Prozent belegt, sagte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG. Zur Omikron-Variante sagt Masserey, dass dieser Virus-Typ bei den 5- bis 11-Jährigen Kindern stark verbreitet sei. Aber man an wisse noch nicht, ob Omikron gefährlicher sei als die Delta-Variante. Bezüglich Drittimpfung empfehle man, dass man die Boosterimpfung vom gleichen Hersteller nehmen soll wie zu Beginn. Es sei aber auch möglich, die Boosterimpfung vom anderen Hersteller zu nehmen.

Laut Rudolf Hauri, Kantonsarzt von Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte,  gibt es weniger Spitalkapazitäten für die Bevölkerung. Spitäler müssten andere Behandlungen verschieben. Triagen bezeichnet er als "höchst unglücklich". Möglich ist laut Hauri, dass seine Vereinigung dem Bundesrat Verschärfungen vorschlägt, wie breite Maskenpflicht drinnen und draussen, 2G-Plus (Zugang nur für Geimpfte und Genesene zusätzlich getestet), Schliessungen und Kapazitätseinschränkungen.

Auf den Intensivstationen hat sich die Zahl der Covidpatienten innerhalb der letzten 23 Tagen verdoppelt, sagt Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst. Die stärkste Auslastung der Intensivstationen betrifft vor allem die Westschweiz und den Kanton Zürich, die tiefste Auslastung hat der Kanton Tessin.

Derzeit werden in den Spitälern hauptsächlich 40- bis 70-Jährige Patienten behandelt, die sich nicht impfen lassen würden, sagt Urs Karrer, Vizepräsident der nationalen Covid-19-Science-Taskforce. Die zweitgrösste Gruppe seinen ältere Menschen, die noch keine Boosterimpfung erhalten haben. Es besteht ein Risiko, dass das Gesundheitswesen vor Weihnachten erschöpft sei, so Urs Karrer. Derzeit befinden sich 264 Covid-Patienten auf der Intensivstation. Sobald die Schwelle von 300 Corona-Patienten auf der Intensivstation erreicht sei, seien "generell Verschiebungen von Operationen" vonnöten.

Eine Trendwende auf den Intensivstationen könne man erst Ende Jahr erwarten. Dafür müssten die Kontakte deutlich reduziert werden. Nötig sei jetzt ein hohes Impftempo. Karrer äussert überdies "berechtigte Zweifel, dass die am Montag in Kraft getretenen Massnahmen in der Schweiz den R-Wert senken können." Er verweist auf die strengeren Massnahmen in Österreich, die Wirkung zeigen. 

Der Bundesrat hat am Dienstag bereits zum dritten Mal einen Einsatz der Armee beschlossen. Die Armee habe vier Aufgaben: die Pflegenden zu unterstützen, den Kantonen bei der Impfkampagnen zu helfen, Covid-Kranke falls nötig zu verschieben und die Intensivstationen zu unterstützen, sagt Brigadier Raynald Droz

Hier die Medienkonferenz als Replay:

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13:35

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 9571 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Dienstag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 9060. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 8896, vor einer Woche bei 7498. Zudem wurden 125 neue Spitaleinweisungen und 28 neue Todesfälle gemeldet.

Bislang sind 66,11 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

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13:35

 

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sprechen sich angesichts steigender Infektionszahlen für Kreuzimpfungen gegen Covid-19 aus. Damit könne mehr Flexibilität bei den Impfprogrammen in der Europäischen Union geschaffen werden, teilten die beiden Behörden am Dienstag mit. Studien zeigten, dass die Kombination von viralen Vektorimpfstoffen und mRNA-Impfstoffen gute Antikörperspiegel und eine stärkere Reaktion der T-Zellen hervorrufe als die Verwendung desselben Vakzins. Das gelte unabhängig davon, ob es sich um die Grundimmunisierung oder die Auffrischungsimpfung handele.

Die bisher vorliegenden Daten deuteten zudem darauf hin, dass sogenannte heterologe Auffrischungsimpfung in Bezug auf die Immunreaktion genauso gut oder sogar besser sei als die Auffrischungsimpfung mit demselben Impfstoff. Kreuzimpfungen seien generell gut vertragen worden. Die EMA und die ECDC wiesen allerdings auch darauf hin, dass die Verwendung eines viralen Vektorimpfstoffs als zweite Dosis bei der Grundimmunisierung oder die Verwendung von zwei verschiedenen mRNA-Impfstoffen noch weniger gut untersucht sei. Weitere Forschungen seien im Gange. Kreuzimpfungen könnten aber für mehr Flexibilität sorgen, inbesondere falls ein Impfstoff - aus welchen Gründen auch immer - nicht verfügbar sein sollte.

Die Behörden wiesen darauf hin, dass sie mit ihrer Empfehlung die Entscheidungsträger der nationalen Impfkampagnen dabei unterstützen wollen, dass möglichst viele EU-Bürger so schnell wie möglich geimpft und geschützt werden. Sie forderten alle Bürger auf, sich vollständig zu impfen und die jüngsten Empfehlungen zu Booster-Impfungen zu befolgen.

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12:45

Das deutsche Bundesland Bayern setzt in der laufenden Skisaison auf 2G-Regelungen. Damit müssen die Sportler geimpft oder genesen sein, wenn sie einen Lift verwenden wollten, sagt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nach einer Sitzung des Ministerrats. "Wir verzichten auf das Testen beim Skifahren, weil sonst eine Abwanderungsbewegung in die Nachbarländer stattgefunden hätte."

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10:50

In Österreich wird der Lockdown nach Worten des neuen Kanzlers Karl Nehammer (ÖVP) wie geplant am kommenden Wochenende beendet. "Die entscheidende Frage ist wie und mit welchen Schutzmassnahmen", sagt der konservative Politiker im Vorfeld des für Mittwoch geplanten Bund-Länder-Gipfels. Für Ungeimpfte werde der Lockdown allerdings weiter gehen, sagt Nehammer. Darüber hinaus hätten die Bundesländer die Möglichkeit strengere Massnahmen zu beschliessen.

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10:30

Weltweit steigen die Börsenkurse, nachdem die Märkte ersten Untersuchungen aus Südafrika glauben schenken, dass die Omikron-Variante des Virus weniger gesundheitsgefährdend ist als die bisher verbreitetste Delta-Variante. Noch aber ist es für ein abschliessende Beurteilung von Omikron zu früh. 

Der Schweizer SMI notiert um 0,9 Prozent im Plus - das ist mehr als an einem durchschnittlichen Handelstag. In Deutschland notiert der Dax um 1,9 Prozent höher. Der japanische NIkkei hat 1,9 Prozent höher geschlossen, der US-Leitindex Dow Jones um 0,9 Prozent. 

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09:05

Der Nationalrat hat die Aufhebung der besonderen Corona-Lage am Dienstag erneut deutlich abgelehnt. Er stimmte mit 128 zu 42 Stimmen bei sechs Enthaltungen gegen einen entsprechenden Vorstoss der SVP. Am Donnerstag berät der Ständerat eine gleichlautende Motion von SVP-Parteipräsident Marco Chiesa.

Mehr dazu hier.

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07:40

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 36'059 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Deutschland. Das sind 9694 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 45'753 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 432,2 von 441,9 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 399 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 103'520.

Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 6,22 Millionen Corona-Tests positiv aus.

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06:00

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden am Montag vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) 23'888 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden registriert.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen bei 8896. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Am Freitag lag dieser Schnitt noch bei 8255, vor einer Woche bei 7202.

Zudem wurden 181 neue Spitaleinweisungen und 39 neue Todesfälle gemeldet. Bislang sind 66,05 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

Die Auslastung der Intensivstationen (IPS) in den Schweizer Spitälern beträgt zurzeit 78,7 Prozent. Das ist zwar leicht weniger als noch Anfang des Monats. Doch mittlerweile werden 30,1 Prozent der verfügbaren Betten von Covid-19-Patienten besetzt. Anfang November lag deren Anteil noch bei rund 12 Prozent. Seither steigt er laufend an.

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20:30

In der Schweiz könnten die Coronatests schon bald wieder gratis werden. Nach dem Nationalrat stimmte am Montag auch der Ständerat im Grundsatz einer entsprechenden Anpassung des Covid-Gesetzes zu. Noch unklar ist, welche Tests zukünftig bezahlt werden: Der Ständerat will, dass der Bundesrat Ausnahmen vorsehen kann – das also zum Beispiel PCR- oder Antikörpertests weiterhin selbst bezahlt werden müssen. Das Geschäft geht darum zurück in den Nationalrat. 

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19:20

Gemäss der Auswertung des Covid-19 Überwachungssystems des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), wurden in den 20 teilnehmenden Spitälern seit Impfbeginn im Dezember 2020 bis Ende August dieses Jahres 5928 Personen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung erstmals hospitalisiert.

Von diesen Patienten starben, wie eine Auswertung per Mitte Oktober zeigt, 495. Lediglich 14 der Todesopfer waren doppelt geimpft: Fünf von ihnen waren über 80 Jahre alt, fünf zwischen 70 und 79 und vier zwischen 60 und 69. 44 der Todesopfer waren einmal geimpft (8,8 Prozent).

Der mit Abstand grösste Teil der Todesfälle wurde jedoch bei nicht-geimpften Personen registriert: Nämlich 437, das entspricht rund 88 Prozent. Darunter waren eine Person im Alter zwischen 20 und 29 Jahren, zwei Personen zwischen 30 und 39 Jahren und fünf Personen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren. Rund Dreiviertel der nicht-geimpften Todesopfer war über 70 Jahre alt.

Die Zahlen zeigten, dass die Impfung die Bevölkerung sowohl von einer Hospitalisierung als auch vor einem tödlichen Verlauf schütze, hiess es in dem Bericht. Nach Angaben des BAG vom Montag sind in der Schweiz mittlerweile 66,05 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

35,98 Prozent der Personen über 65 Jahre haben schon eine Auffrischimpfung erhalten. In Bezug auf die Gesamtbevölkerung haben 8,49 Prozent bereits einen Booster erhalten. Am Montagmorgen nahm das neue Booster-Impfzentrum in Zürich-Oerlikon den Betrieb auf. Bis zu 2000 Impfungen gegen Covid-19 können dort täglich verabreicht werden. In dieser Woche sind alle Termine ausgebucht.

Wegen der steigenden Coronavirus-Fallzahlen schränkt das Neuenburger Spitalnetz (RHNe) ab Mittwoch die Besuche ein. Jeder stationäre Patient darf pro Tag nur noch von einem Angehörigen besucht werden, zuvor muss ein Termin vereinbart und die Besuchserlaubnis per SMS bestätigt werden.

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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19:05

Trotz der fünften Infektionswelle sieht Frankreichs Ministerpräsident Jean Castex das Land in einer besseren Verfassung als vor einem Jahr. Inzwischen seien 52 Millionen Franzosen geimpft und damit fast 90 Prozent der zugelassenen Bürger, sagt er. Allerdings seien nun neue Massnahmen nötig. So sollen übergewichtige oder gefährdete Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren ab dem 15. Dezember geimpft werden können. Diskotheken werden für die kommenden vier Wochen geschlossen. Castex ruft die Bevölkerung zudem auf, Feiern einzuschränken.

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17:30

In Spanien sind 68 Mitarbeiter einer Intensivstation nach einer Weihnachtsfeier positiv getestet worden. Pflegepersonal und Ärzte des Universitäts-Regionalkrankenhauses in Malaga hätten am 1. Dezember an der Party mit insgesamt 173 Personen teilgenommen, teilt die Regionalregierung von Andalusien mit.

Alle Erkrankten waren den Angaben zufolge vor der Feier getestet oder drei Mal geimpft. Möglicherweise sei die Ansteckung auch bei einem grossen Essen für die Krankenhausmitarbeiter erfolgt. Die Infizierten weisen den Angaben zufolge leichte Symptome auf.

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(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)