+++Coronavirus-Update+++ - Coronavirus: Höchster Anstieg der Todesfälle in Italien an einem Tag - Rotes Kreuz warnt vor sozialen Unruhen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
27.03.2020 18:35
Geschlossene Pizzeria in Mailand wegen des Coronavirus.
Geschlossene Pizzeria in Mailand wegen des Coronavirus.
Bild: imago images

18:35

Das US-Repräsentantenhaus billigt das Hilfspaket gegen die Corona-Krise im Umfang von 2,2 Billionen Dollar. Damit es in Kraft tritt, muss es noch von US-Präsident Donald Trump unterschrieben werden.

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18:00

In Italien ist die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen so drastisch angestiegen wie noch nie an einem Tag seit Ausbruch der Epidemie. 919 weitere Todesfälle seien gemeldet worden, teilt die Zivilschutzbehörde mit. Die Gesamtzahl im Land steigt damit auf 9134. Die Zahl der bekannten Infektionsfälle stieg von 80'539 auf 86'498. Von den Menschen, die sich angesteckt haben, seien inzwischen fast 11'000 wieder vollständig genesen. Die Daten zu den Todesopfern enthalten auch 50 Fälle aus dem Piemont, die eigentlich schon am Vortag hätten eingerechnet werden müssen, für die landesweite Statistik aber zu spät gemeldet wurden.

Auch in den USA werden immer mehr Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus und deutlich mehr Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden sei die Zahl der Virus-Toten von 994 auf 1246 gestiegen, teilen die Gesundheitsbehörden CDC mit. Bis zum Donnerstagnachmittag seien 85'356 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Zur selben Zeit am Tag zuvor seien es noch 68'440 Fälle gewesen.

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17:15

In der Lombardei sind in den vergangenen 24 Stunden 541 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit steige dort die Gesamtzahl der Todesopfer auf 5402, sagt ein Insider. Das ist der zweitstärkste Anstieg binnen eines Tages. Bei 2409 weiteren Menschen sei das Virus nachgewiesen worden. Insgesamt seien in der Lombardei 37'298 Infektionsfälle bekannt. Da die Region die in Italien am stärksten von der Epidemie betroffene ist, steht bereits fest, dass die Infektionszahlen im ganzen Land die aus China gemeldeten überstiegen haben.

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17:00

In New York ist die Zahl der Menschen, die infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben sind, binnen eines Tages von 385 auf 519 gestiegen. Die Zahl der Infizierten sei von 37'258 auf nunmehr 44'635 geklettert, teilt der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, mit. Die Schliessung der Schulen werde um zwei Wochen bis zum 15. April verlängert. New York ist in den USA am stärksten von der Epidemie betroffen. Die USA haben inzwischen weltweit die meisten Infektionsfälle.

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16:00

Die Kurve der Neuinfektionen mit dem neuen Coronavirus scheint sich in Italien nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts abzuflachen. "Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt. Aber es gibt positive Anzeichen", sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, am Freitag in Rom. Seit dem 19./20. März gebe es eine leichte Abflachung der Kurve der neuen Ansteckungen. Die Kurve falle aber noch nicht ab, "wir sind in einer Verlangsamung der Steigung". Er warnte eindringlich davor, dass man nun über eine Lockerung der Ausgangssperren nachdenke. Diese müssten strikt eingehalten werden.

Italien hat bisher mehr als 80 000 Infizierte mit einer hohen Dunkelziffer, mehr als 8100 infizierte Menschen sind bisher gestorben. 80 Prozent der Toten seien über 70 Jahre alt gewesen, so Brusaferro. 50 Prozent der Verstorbenen hätten zudem mindestens drei oder mehr Vorerkrankungen gehabt. Seit dem 10. März dürfen die Menschen im ganzen Land nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus gehen.

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15:45

Das Rote Kreuz warnt vor sozialen Unruhen in den Grossstädten im Westen, wenn Arme und Randgruppen wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Arbeit und damit ihre Lebensgrundlage verlieren. Auch die Gefahr von Selbstmorden steige bei verletzlichen Menschen in der Isolation, sagt der Chef der Internationalen Föderation vom Roten Kreuz und Roten Halbmond, Francesco Rocca. "Wir haben sehr viele Leute, die am Rande der Gesellschaft leben". Er befürchte binnen Wochen soziale Probleme in Brennpunkt-Vierteln der Grossstädte. "Dies ist eine soziale Bombe, die jeden Moment explodieren kann - weil sie keine Chance haben, an ein Einkommen zu gelangen."

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14:20

Erneut informierte der Bundesrat über Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise. Alain Berset und Guy Parmelin traten vor die Medien. 

Bundesrat Parmelin informierte, dass 51'000 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben. Die Kurzarbeit betrifft 656'000 Menschen, 13 Prozent aller Erwerbstätigen. Daher brauche es Verständnis, wenn die Bearbeitung und Auszahlung der Gelder länger brauche, sagte Parmelin.  Der Bundesrat entschärfte zudem den Konflikt mit dem Kanton Tessin. Dieser hat mit der Schliessung von Baustellen und Betrieben gegen Bundesrecht verstossen. Das wird nun mit einer Verordnungsänderung nachträglich legalisiert. Der Bundesrat kann einem Kanton künftig erlauben, kurzzeitig die Tätigkeit ganzer Wirtschaftsbranchen einzuschränken oder einzustellen. Voraussetzung ist eine besondere Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung aufgrund der epidemiologischen Situation.

6000 bis 8000 Tests auf den Coronavirus werden zur Zeit täglich durchgeführt, sagte Gesundheitsminister Berset. Die Verhaltensregeln würden eingehalten. "Es gibt nur sehr wenige Zuwiderhandlungen". Dies bestätige auch die Analyse mobiler Daten. Sie seien sehr wichtig, um «zu sehen, ob die Massnahmen des Bundes wirklich eingehalten werden.» So könne man sehen, ob sich die Menschen in der Öffentlichkeit immer noch treffen. Die Daten seien anonymisiert, betonte Berset. Eine einzige Person beim BAG hab Zugriff auf die Daten. Bis am Freitagmittag sind beim BAG 12'161 laborbestätigte Fälle eingegangen, 1390 mehr als am Vortag.  Alain Berset sagt erneut, dass es sich bei den Massnahmen um einen Marathon, keinen Sprint handle. Un die Hälfte des Marathons sei noch nicht erreicht.

Die Medienkonferenz des Bundesrates zum Coronavirus im Replay: 

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Hier eine Darstellung der Entwicklung der Coronavirus-infektionen in der Schweiz. 

 

14:05

Die spanischen Behörden machen statistisch eine allmähliche Stabilisierung beim Anstieg der Zahl der Corona-Todesfälle aus. "Prozentual gesehen entspricht der heutige Anstieg ungefähr dem der letzten drei Tage, in denen wir eine deutliche Stabilisierung zu sehen scheinen", sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simon, am Freitag.

Übernacht sei die Zahl der Virus-Todesfälle in Spanien um 769 auf 4858 gestiegen. Zudem wurden 7871 Neuinfektionen bestätigt. Damit seien nunmehr 64.059 Erkrankungen registriert. 

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13:40

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Freitagmittag 12'161 laborbestätigte Fälle, 1390 mehr als am Vortag. Mindestens 206 Menschen sind inzwischen an der Lungenkrankheit gestorben.

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13:10

In Italien hat die Coronavirus-Pandemie nach Einschätzung der Behörden noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Es gebe aber "Anzeichen für eine Verlangsamung" bei den Infektionszahlen, sagt der Leiter des nationalen Gesundheitsinstituts, Silvio Brusaferro. Das könne darauf hindeuten, dass der Höhepunkt nicht mehr fern sei.

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12:25

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "In den vergangenen 24 Stunden habe ich milde Symptome entwickelt und bin positiv auf das Coronavirus getestet worden", teilte Johnson in einer Videobotschaft per Twitter mit (siehe unten). "Ich isoliere mich jetzt selbst, aber ich werde weiterhin die Reaktion der Regierung per Videokonferenz anführen, während wir dieses Virus bekämpfen."

Der konservative Politiker ist seit Sommer 2019 Premierminister des Vereinigten Königreichs. Er hat das Land Ende Januar aus der Europäischen Union geführt. 

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10:30

Das Forschungsinstitut Prometeia rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Italien von 6,5 Prozent in diesem Jahr. Zugleich werde die Verschuldung der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone bis zum Jahresende auf 150 Prozent des BIP steigen, erklären die Experten aus Bologna. Die EU-Obergrenze liegt bei 60 Prozent, das hoch verschuldete Italien liegt allerdings bereits seit längerem deutlich darüber.

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09:30

Der Berner Daniel Probst hat im Alleingang eine Website (corona-data.ch) kreiert, die offenbar viel aktueller die Zahl der Corona-Erkrankten und -Todesfälle anzeigt als die Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Probst, Doktorand an der Universität Bern im Bereich der Pharma-Grundlagenforschung, hat die Website an einem Nachmittag programmiert, wie er bei blick.ch sagte ("Berner Informatiker trocknet mit Corona-Karte das BAG ab").

Probst bezieht sich auf die Zahlen, welche die Kantone jeweils online stellen. "Der Bund hätte das auch selbst machen können. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation hat Leute, die die Fähigkeit dazu hätten, so etwas umzusetzen", sagt Probst. Bis vor kurzem erfolgten die Meldungen der schweizweiten Corona-Fälle von Ärzten, Laboren und Spitälern an das BAG ausschliesslich via Fax und Post.

Zu Probsts Corona-Website geht es hier. Es sind aktuell fast 12'000 Corona-Fälle in der Schweiz angegeben.

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07:00

Wissenschaftler haben aufgrund der Coronavirus-Pandemie gewarnt, dass die Spitalbetten auf den Intensivstationen der Schweiz nicht ausreichen könnten. Bereits ab Donnerstag kommender Woche sei ein Engpass zu verzeichnen, hiess es in einer neuen Studie der ETH Zürich. Es könnten bis zu 1000 zusätzliche Plätze auf den Intensivstationen notwendig sein, führt ein Artikel bei "La Liberté" sowie in den Partnerzeitungen aus. "Unter Berücksichtigung der aktuellen Kapazität sowie der Angaben zu den Coronavirus-Krankheitsfällen legt unsere Untersuchung nahe, dass das System bald am Anschlag ist", erklärte Thomas Van Boeckel, Professor im Department Umweltsystemwissenschaften an der ETH Zürich und Mitautor der Studie, gegenüber den Zeitungen.

Neben dem Tessin könne in den Kantonen Waadt, Genf, Wallis und Graubünden die Bettenkapazität der Intensivstationen sogar deutlich überschritten werden. Nach den Modellen werde es am 2. April zu einem Engpass kommen, hiess es weiter. In dieser Situation könnten bis zu 86 Intensivbetreuungsplätze fehlen, falls keine Massnahmen getroffen würden, so Van Boeckel.

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06:15

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Zahl der bekannten Infektionen in Deutschland mit 42'288, das sind 5780 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle steigt um 55 auf 253.

Hier die Coronavirus Live Map:

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06:00

Singapore Airlines hat sich nach eigenen Angaben Finanzmittel in Höhe von bis zu 13 Milliarden Dollar gesichert, um durch die Virus-Krise zu kommen und anschließend wieder zu expandieren. Der Mehrheitseigner, der Staatsfonds von Singapur, Temasek Holdings, stellte sich hinter die Ausgabe von Aktien und Wandelanleihen der Fluggesellschaft. Die grösste Bank des Stadtstaats, DBS Group Holdings, steuert einen Kredit bei.

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02:50

Die Zahl der Coronavirus-Fälle ist in Südkorea um 91 auf 9332 gestiegen. Das meldet die koreanische Seuchenschutz-Behörde am Freitag.

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02:00

In Festland-China melden die Behörden 55 Neu-Infektionen. Unter diesen Fällen sei zum ersten Mal seit drei Tagen auch wieder eine sogenannte örtliche Infektion, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Alle anderen Fälle stünden aber im Zusammenhang mit Reisenden aus dem Ausland. Insgesamt seien damit jetzt 81'340 Infektionen bekannt. Für Mittwoch hatten die Behörden 67 neue Erkrankungen gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg bis Donnerstag um fünf auf 3292.

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01:00

Die University of Washington hält einer Studie zufolge in den kommenden vier Monaten mehr als 81'000 Virus-Tote in den USA für möglich. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38'000 Todesopfern, sagt Studienleiter Christopher Murray. Die große Abweichung begründet er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern Rätsel aufgebe.

(cash/Reuters/AWP/SDA/Bloomberg)