+++Coronavirus-Update+++ - Coronavirus: «Lockdown eine Woche früher hätte 1600 Leben in der Schweiz gerettet» - BAG meldet 110 neue Ansteckungen - Taskforce fordert Ausdehnung der Maskenpflicht

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
26.07.2020 19:45
Am Bahnhof Winterthur werden Pendler auf die Maskenpflicht hingewiesen.
Am Bahnhof Winterthur werden Pendler auf die Maskenpflicht hingewiesen.
Bild: cash/mfo

19:45

Die Zahl der in Spanien an Covid-19 gestorbenen Menschen könnte nach Recherchen von "El Pais" deutlich höher als in den amtlichen Statistiken sein. Das Blatt berichtet, es habe alle regionalen Fälle von bestätigten und vermuteten Todesfällen durch eine Infektion mit dem Coronavirus ausgewertet. Demnach seien 44.868 Patienten an dem Virus gestorben. Nach amtlicher Zählung gibt es 28.432 Todesfälle.

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17:50

Laut einer Modellrechnung der Uni Bern wären nur 400 Menschen gestorben und rund 1600 Leben gerettet worden, hätte der Bundesrat die Schweiz bereits sieben Tage früher in den Lockdown versetzt. Dieser trat am 17. März in Kraft. Zu diesem Schluss kommt Epidemiologe Christian Althaus von der Universität Bern. Mit Forscherkollegen entwickelte er ein Modell, welches zeigen soll, wie sich der Zeitpunkt des Lockdowns auf die Anzahl der Corona-Toten und die Auslastung der Spitäler auswirkt.

Hätte der Bundesrat noch länger gewartet, wären die Auswirkungen offenbar dramatisch gewesen: Wäre der Lockdown eine Woche später erfolgt, hätte es laut den Berechnungen des Epidemiologen in der Schweiz über 8000 Corona-Tote gegeben – vier Mal mehr als die 2000 Opfer, die laut Studie bis Ende der ersten Welle zu erwarten sind.

Zudem glauben die Wissenschaftler: Auch ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass schnellere Reaktionen tiefere Opferzahlen zur Folge haben. Althaus plädiert deshalb für rasches Handeln: "Wenn man eine Woche früher harte Massnahmen ergreift, kann man dafür auch bis zu drei Wochen früher wieder öffnen", sagt er laut «Tages-Anzeiger».

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16:45

Das Biotechnologieunternehmen Moderna hat nach eigenen Angaben weitere 472 Millionen Dollar von der US-Regierung für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs erhalten. Damit sollen unter anderem fortgeschrittene Tests der sogenannten Phase drei finanziert werden. Das Unternehmen, das mit dem Basler Pharmazulieferer Lonza zusammenarbeitet,  will 500 Millionen Impfstoffeinheiten pro Jahr herstellen und damit im kommenden Jahr beginnen.

Die Aktie beider Unternehmen befinden sich seit der Corona-Krise im Aufschwung. 

 

 

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14:35

Australien meldet die höchste tägliche Covid-19-Sterberate seit Ausbruch der Virus-Infektion. Der Bundesstaat Victoria teilte mit, innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien zehn Todesfälle gemeldet worden, so viele wie noch nie an einem einzigen Tag in Australien. Die Zahl der neu mit dem Cornavirus Infizierten erreichte in Victoria mit 459 den zweithöchsten Wert, nachdem am vergangenen Mittwoch ein Rekord von 483 gemeldet worden war.

Der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, sagte, die zweite Welle werde durch Arbeitsplatzinfektionen an Orten wie Altenpflege- und Gesundheitseinrichtungen, grossen Verteilungszentren, Schlachthäusern, Kühlhäusern und Lagerhäusern angetrieben.

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12:35

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag innerhalb eines Tages 110 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am gestrigen Samstag waren es 148 Fälle. 

Am Samstag waren 148 neue neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Freitag 154 und am Donnerstag 117. Insgesamt gab es bisher 34'412 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Sonntag mitteilte. Der 7-Tage-Schnitt liegt bei damit bei gut 115 neuen Fällen.

Gemeldet wurde auch ein weiterer Todesfall. Damit sind bisher 1701 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren, verstorben. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,8 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Sonntagmorgen übermittelt haben.

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11:15

Wegen eines ersten offiziellen Corona-Verdachtsfalls im Land hat Nordkorea aus Furcht vor einer Katastrophe eine Grossstadt komplett abgeriegelt.

Trotz strengster epidemiologischer Abwehrmassnahmen in den vergangenen sechs Monaten "könnte das bösartige Virus in das Land eingeschleppt worden sein", berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Für die Region um die Grenzstadt Kaesong sei der Notstand verhängt worden. Die kommunistische Führung rief die höchste Alarmstufe aus.

Sollte sich der Verdachtsfall bestätigen, wäre es der erste offizielle Infektionsfall mit Sars-CoV-2 in dem abgeschotteten Land. Nordkorea hatte bisher nach eigenen Angaben keine einzige Infektion registriert und seine Abwehrmassnahmen als "leuchtenden Erfolg" beschrieben. Die Angaben wurden im Ausland bezweifelt.

Mehr dazu hier. 

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10:30

Die Covid-19-Taskforce des Bundes spricht sich für eine Ausdehnung der Maskenpflicht in der Schweiz aus. Der Augenblick sei da, nachdem die Fallzahlen wieder stiegen und in umliegenden Ländern die Maskenpflicht ausgedehnt werde, zitiert die "SonntagsZeitung" Task-Force-Mitglied Manuel Battegay.

Die Maskenpflicht liesse sich auf geschlossene Räume wie Geschäfte, Schulen und Restaurants ausdehnen. Je höher die Infektionsrate, desto ausgedehnter die Maskenpflicht, so die Formel des Basler Infektiologen. Die Kantone Jura, Waad und ab Dienstag Genf kennen bereits eine Maskenpflicht beim Einkaufen in Geschäften.

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09:20

Für das Seniorama Wiedikon im Tiergarten gelten ab sofort wieder verschärfte Massnahmen, heisst es auf der Internetseite des Pflegeheims. Dies aufgrund von Fällen, bei denen Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Betroffenen seien durch die Heimleitung informiert worden. 

"Es gilt ein absolutes Besuchsverbot und die Bewohner dürfen das Haus nicht mehr verlassen", heisst es weiter. Seit dem 1. Juli durften Angehörige und Freunde ihre Liebsten wieder besuchen – damit soll vorerst wieder Schluss sein.

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08:05

Der Bund rüffelt die Kantone wegen ihrer zu laschen Kontrollen bei der Umsetzung der Corona-Massnahmen. Noch funktionierten die Kontrollen nicht so, wie sie sollten. Noch immer gingen viele Betriebe zu lasch mit den vorgeschriebenen Schutzmassnahmen um. Das geht aus einer Weisung und einem Meldeformular des Bundesamtes für Gesundheit an die Kantone hervor, die dem "SonntagsBlick" vorliegen.

Vor allem Betriebe, die erhöhten Risiken ausgesetzt seien, sollten verstärkt kontrolliert werden. Dazu gehörten beispielsweise Schlachthöfe, Metzgereien und weitere Lebensmittelverarbeiter. Sie erhielten in den nächsten Wochen vermehrt Besuch von Kontrolleuren.

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07:55

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist langsamer gestiegen. Gemeldet wurden insgesamt 305 neue Fälle nach 781 am Vortag, wie am Sonntag aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorging. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl auf 205.269. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 9118 unverändert. Das hat es seit März erst an einem Tag gegeben (21. Juni). 

Vor allem die Urlaubssaison mit Hunderttausenden Reisen ins Ausland wird als Gefahr für eine zweiten Welle der Epidemie angesehen. Denn in vielen europäischen und nichteuropäischen Staaten steigen derzeit die Infektionszahlen. Zudem gab es wiederholt Kritik an einem fahrlässigen Verhalten deutscher Urlauber in Ländern wie Kroatien oder Spanien.

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06:30

Die Übersicht zu den Coronavirus-Fallzahlen in der Schweiz, wie sie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bekannt gegeben wurden: 

Samstag: 148
Freitag: 154
Donnerstag: 117
Mittwoch: 141
Dienstag: 108
Montag: 43
Sonntag: 99
Samstag: 110

 

Gegen Ende der Woche hin stiegen die Fallzahlen. Die neuesten Daten gibt das BAG traditionell kurz nach 12 Uhr heraus.

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05:10

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat nach einem ersten Corona-Verdachtsfall in seinem Land eine Dringlichkeitssitzung des Politbüros einberufen. Die Person soll nach einem illegalen Grenzübertritt in diesem Monat aus Südkorea zurückgekehrt sein, wie staatlichen Medien am Sonntag berichteten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies der erste Corona-Fall, der offiziell von den nordkoreanischen Behörden anerkannt würde. Bislang hatten diese behauptet, dass es in dem Land keine bestätigten Corona-Fälle gebe.

Der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge sei die Person getestet worden. Das Ergebnis sei aber noch offen. Daher sei vorsorglich Quarantäne angeordnet worden. Ausserdem solle untersucht werden, mit wem die Person möglicherweise in Kontakt gekommen ist.

Nordkorea hat Tausende von Coronavirus-Testsets aus Russland und anderen Ländern erhalten. Tausende von Menschen wurden unter Quarantäne gestellt, aber die Einschränkungen wurden vor kurzem wieder gelockert. 

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04:05

China hat am Samstag 46 neue Corona-Fälle registriert. Am Vortag seien es nur 34 gewesen, wie die Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte. Von den Neuinfektionen seien allein 22 in der weit westlich gelegenen Region Xinjiang aufgetreten. 13 befanden sich in der nordöstlichen Provinz Liaoning, während es sich bei den übrigen elf Neuinfektionen um importierte Fälle handelte. Seit Ausbruch der Epidemie wurden damit offiziell 83.830 Corona-Fälle in der Volksrepublik bestätigt. Die Zahl der Covid-19-Toten verharrte unverändert bei 4634.

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02:15

Die Probleme bei der deutschen Corona-Warn-App sind nach Angaben der Deutschen Telekom auch für Besitzer von iPhones beseitigt worden. Seit Samstagnachmittag stehe ein Update für alle Apple-Nutzer mit dem IOS-Betriebssystem zur Verfügung, teilte das Unternehmen mit. Wenn dies installiert werde, gebe es keine Einschränkungen mehr bei der automatischen Aktualisierung der App.

Bislang gab es Fälle, in denen die App ihre Daten erst aktualisierte, wenn sie aufgerufen wurde. Bereits vor einigen Tagen steht nach Telekom-Angaben ein Update für Besitzer von Handys mit dem Android-Betriebssystem zur Verfügung, um denselben Fehler zu beheben.

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00:30

Der Reiseveranstalter TUI streicht am Sonntag wegen einer von der Regierung in London angeordneten Quarantäne-Pflicht seine Flüge von Grossbritannien auf das spanische Festland und zu den Kanarischen Inseln. "Wir sind unglaublich enttäuscht, dass wir nicht früher von dieser Ankündigung erfahren haben", sagte der TUI-Geschäftsführer für Grossbritannien und Irland, Andrew Flintham, am Samstagabend. Schliesslich wollten viele Briten am Wochenende in den Urlaub starten.

Die britische Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen abrupt eine Zwei-Wochen-Quarantäne für alle Reisenden aus Spanien angeordnet. Die Massnahme soll ab Mitternacht britischer Zeit gelten (01.00 Uhr MEZ Sonntag). Das Aussenministerium empfahl zudem, auf alle unvermeidbaren Reisen auf das spanische Festland zu verzichten. Die Regierung in Madrid erklärte, Spanien sei ein sicheres Land mit nur lokalen und isolierten Coronavirus-Ausbrüchen.

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00:15

Brasilien meldet 1211 weitere Tote im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. In den vergangenen 24 Stunden habe es zudem 51.147 gemeldete Neuinfektionen gegeben, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Das südamerikanische Land kommt damit offiziell auf 86.449 registrierte Todesopfer bei mehr als 2,34 Millionen bekanntgewordenen Infektionen.

(cash/Reuters/SDA/AWP)