Cyberspace - China will «zivilisiertes» Internet durchsetzen

In ihrer regulatorischen Offensive gegen diverse Branchen knöpft sich China auch Inhalte des Internet vor. Anbieter sollen sozialistische Grundwerte fördern und gegen «historischen Nihilismus» ankämpfen.
19.09.2021 03:33
Mikroprozessor mit China-Flagge.
Mikroprozessor mit China-Flagge.
Bild: imago images / Imaginechina-Tuchong

Die Förderung eines "zivilisierten" Internets müsse verstärkt werden, hiess es in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag unter Berufung auf Richtlinien des Staatsrates. Dazu solle die Aufsicht über Nachrichtenseiten und Online-Plattformen verstärkt werden.

Diese Anbieter sollen dazu angehalten werden, sozialistische Grundwerte zu fördern. Der Cyberspace müsse dazu genutzt werden, die Errungenschaften der Kommunistischen Partei herauszustellen. Zugleich sollte jungen Menschen dabei geholfen werden, das Internet "richtig" und "sicher" zu nutzen.

Regulatorische Offensive

Die Regierung hat in den vergangenen Wochen eine regulatorische Offensive gegen verschiedenen Branchen begonnen. Die Nationale Radio- und Fernsehbehörde (NRTA) etwa wies die Sender an, Künstler mit "inkorrekten politischen Positionen" von Programmen auszuschliessen und eine "patriotische Atmosphäre" zu kultivieren. Damit soll nach Jahren des rasanten Wachstums die Kontrolle über Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt werden.

Gegen den "historischen Nihilismus" - der als Versuch definiert wird, die führende Rolle der Partei oder die "Unvermeidlichkeit" des chinesischen Sozialismus infrage zu stellen - solle klar Stellung bezogen werden, so Xinhua. Positive moralische Werte sollten gefördert werden. Das Live-Streaming solle stärker überwacht werden. Die Öffentlichkeit wird dazu ermutigt, an der Aufsicht mitzuwirken.

(Reuters)