Das sind die besten Kiffer-Aktien

Marihuana-Aktien befinden sich in einem Rausch-Zustand. Welche Aktien am meisten zulegen und was Anleger zu beachten haben.
08.04.2014 01:00
Von Frédéric Papp
Cannabis-Aktien befinden sich im Höhenrausch.
Cannabis-Aktien befinden sich im Höhenrausch.
Bild: iNg

Spekulanten agieren regelrecht bekifft in Anbetracht der fulminanten Kurssteigerungen von so genannten Marihuana-Aktien. So schoss die in Colorado (USA) ansässige Tranzbyte im laufenden Jahr 2362 Prozent hoch (siehe Tabelle). Derzeit notiert die Aktie bei 7 Cents - das Jahreshoch hingegen liegt gar bei 22 Cents.

Das Unternehmen verkauft im Bundesstaat Colorado Marihuana. Colorado ist seit dem Neujahrstag der erste Bundesstaat in den USA, in dem Marihuana an Personen ab 21 Jahren frei verkauft werden darf. Achtzehn Staaten und Washington D.C. erlauben nach Angaben der National Conference of State Legislatures in Denver den Gebrauch von Marihuana zu Therapiewecken, und elf lassen den Verkauf über Ausgabestellen zu. Je nach Schätzung beläuft sich das Marktpotenzial rund um Marihuana zwischen 35 bis 45 Milliarden Dollar.

"Aufwärts bis zum psychodelischen Niveau"

Einen Kursschub von 900 Prozent machte auch die Aktie von Cannabis Sativa, nachdem die Firma Anfang Jahr bekannt gab, ein zum Patent angemeldeten neuen Cannabis-Stamm erworben zu haben. Der neue Stamm sei extrem wirkungsstark, sagte Cannabis-Aktivist und CEO Steve Kubby in einer Pressemitteilung: "Je mehr man davon raucht, desto mehr wird man high, aufwärts bis zum psychodelischen Niveau." Zuvor betrieb die Firma unter dem Namen Ultra Sun Corporation ein Sonnenstudio und vertrieb Hautcrèmes auf Basis von Hanfsamenöl.

"High" ist auch der Aktienkurs von Green Pro, der sich verzehnfacht hat. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen managt Marihuana-Ausgabestellen für medizinische Zwecke. Und mit dem Vermieten von Böden und Zubehör an lizenzierte Cannabis-Züchter verdient Advanced Cannabis Solutions sein Geld.

Die starken Kursavancen veranlassen immer mehr Unternehmen zum Gang an die Börse. So gab am vergangenen Freitag Tweed Marijuana, der erste börsengehandelte Marihuana-Hersteller Kanadas, sein Börsendebüt. Am ersten Handelstag schoss die Aktie knapp 200 Prozent auf 2,59 Kanada-Dollar hoch. Das Unternehmen mit Sitz in der Provinz Ontario hatte von der kanadischen Regierung eine Lizenz erhalten, Marihuana anzubauen und dieses an Patienten zu verkaufen, die über ein Rezept von ihrem Arzt verfügen.

Aufblasen und Ablassen

Doch von den rasanten Kursgewinnen, welche diese Unternehmen in den letzten Tagen und Wochen hingelegt haben, sollten sich Anleger nicht benebeln lassen. Denn der Traum vom schnellen Geld kann sich genauso schnell wieder in Rauch auflösen.

Auf Marihuana spezialisierte Firmen sind meist sogenannte Penny Stocks. Sie werden im Cent-Bereich bewertet und an zweitrangigen Börsen gehandelt. Sie gelten als hochriskant, so dass die US-Branchenaufsicht Finra kürzlich in einem Rundschreiben ausdrücklich vor Betrügereien warnte.

"Viele Aktien sind die klassischen Pump-and-Dump-Betrügereien, wo Promoter den Preis einer dünn gehandelten Aktie künstlich aufblasen, selbst verkaufen und den Kurs wie eine Seifenblase platzen lassen", schrieb die Finra.

Auch rechtlich tummeln sich die Marihuana-Produzenten im Graubereich. So mögen sie in Colorado vollumfänglich legitimiert sein, doch auf föderaler Ebene gilt Haschisch noch immer als verbotenes Rauschgift. Die gesamte Branche hofft darauf, dass Washington beide Augen zudrückt, obwohl es schon Razzien der Bundespolizei gab. Marktkenner erwarten hingegen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Marihuana in ganz Amerika entkriminalisiert wird. Bei voller Legalisierung kann der Haschischmarkt in zehn Jahren auf 150 Milliarden Dollar wachsen - etwa das Doppelte des US-Tabakmarkts.

 

Die besten Cannabis-Aktien seit Jahresbeginn

Unternehmen Performance (in %)
Tranzbyte 2362
GreenGro 900
Cannabis Sativa 900
Advanced Cannabis Solutions 823
Hemp 365
Growlife 278
Mediswipe 251
Medbox 212
Cannabis Science 174
Medical Marijuana 79

Quelle: cash.ch, Stand: 7. April 2014, 15 Uhr