Die Swisscom-Aktie sackt ab

Die Swisscom hat im Geschäftsjahr 2015 beim Umsatz stagniert und deutlich weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Anleger trennen sich von der Aktie.
04.02.2016 10:17
Die Swisscom-Aktie ist im laufenden Jahr besser als der Gesamtmarkt.
Die Swisscom-Aktie ist im laufenden Jahr besser als der Gesamtmarkt.
Bild: Bloomberg

Die Aktionäre sollen in den Genuss einer unveränderten Dividende kommen. Im laufenden Jahr will die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt den Umsatz halten und beim Betriebsgewinn zulegen. Ausserdem kündigt das Unternehmen ein Sparprogramm an.

"Währungseinflüsse und intensiver Wettbewerb mit verstärkter Preisdynamik prägten unser Geschäft im letzten Jahr", sagte Swisscom-CEO Urs Schaeppi an der Bilanzmeinekonferenz in Zürich. "Die ganze Branche steht unter einem Margendruck". Daher sei er mit den Resultaten für das Geschäftsjahr zufrieden.

Die Anleger sehen das weit anders. Die Swisscom-Aktie fällt im frühen Handel am Donnerstag um knapp 4 Prozent. In den letzten sechs Monaten hat die Aktie 12 Prozent verloren.

Grund dafafür ist die Gewinneinbusse im letzten Jahr. Beim grössten Schweizer Telekomkonzern schlug auch eine Busse der Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) zu Buche, die den Gewinn um 186 Millionen Franken nach unten zog. Die Swisscom soll bis im Jahre 2007 ihre ADSL-Leitungen zu teuer an die Konkurrenz vermietet haben. Dadurch hätten die Konkurrenten Sunrise, Green oder VTX zu wenig Gewinn machen können. Die Weko befand, dass die Swisscom ihre marktbeherrschende Position missbraucht habe und verdonnerte den Konzern zu einer happigen Busse.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte diesen Befund im Oktober grundsätzlich gestützt. Die Swisscom hält die Sanktion für nicht gerechtfertigt und will das Urteil vor Bundesgericht anfechten, hat aber dennoch eine Rückstellung für die Busse von 186 Millionen Franken gebildet.

Diese schlug auf das Resultat. Zudem hätten Preissenkungen für die Roamingtarife und Währungseinflüsse das Ergebnis nach unten gezogen, teilte die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Umsatz stagniert

Der Umsatz stagnierte zwar bei 11,678 Milliarden Franken (-0,2 Prozent). Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank aber um 7,1 Prozent auf 4,098 Milliarden Franken.

Unter dem Strich verdiente die Swisscom noch 1,362 Milliarden Franken. Das ist ein Fünftel weniger als vor einem Jahr. Damit hat der "blaue Riese" die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Umsatz zwar erfüllt, beim Gewinn aber etwas verfehlt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 11,647 Milliarden Franken, einem EBITDA von 4,156 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 1,469 Milliarden Franken gerechnet.

Die eigenen Erwartungen hat die Swisscom dagegen erfüllt. Der Konzern hatte einen Umsatz von über 11,5 Milliarden Franken und einen EBITDA von über 4 Milliarden Franken als Ziel fürs Gesamtjahr angepeilt.

"Mehrere hundert Stellen" weg

Wegen des hohen Wettbewerbs- und Preisdrucks will Swisscom die Kostenbasis bis 2020 um 300 Mio CHF senken. So sollen noch im laufenden Jahr "mehrere hundert Stellen" vor allem in den unterstützenden Bereichen gestrichen werden. Für die betroffen Mitarbeiter stehe ein Sozialplan bereit, heisst es dazu. Dieser werde im laufenden Jahr voraussichtlich von rund 700 Mitarbeitern beansprucht werden.

Auf der anderen Seite würden im laufenden Jahr in Wachstumsbereichen in der Schweiz bis zu 500 Arbeitsplätze geschaffen, betont das Unternehmen zugleich. Für Ende 2016 rechnet das Management mit einem leicht tieferen Stellenbestand in der Schweiz (Ende 2015: 18'965 Vollzeitstellen)

Die Swisscom will ausserdem die Zahl der Call-Center auf 8 von 14 reduzieren. Die Mitarbeiter der Standorte Zürich, Bern, Basel, Genf, Luzern und Rapperswil würden auf die verbleibenden acht Standorte Lausanne, Neuenburg, Biel, Olten, Sion, St. Gallen, Chur und Bellinzona konzentriert. Um die Flexibilität zu erhöhen und Spitzenbelastungen besser abdecken zu können, werde ausserdem die Zusammenarbeit mit Call-Center-Partnerunternehmen in der Schweiz intensiviert, schreibt das Unternehmen weiter.

(SDA/cash/AWP)