Digitalswitzerland - Sind Klimawandel und Nachhaltigkeit ein Hype?

An einem Anlass von Digitalswitzerland in Davos wurde diskutiert, inwiefern Technologie den Klimawandel unterstützen kann.
22.01.2020 09:15
Von Daniel Hügli, Davos
Bertrand Piccard: "Der Schutz der Umwelt ist profitabler als die Zerstörung der Umwelt."
Bertrand Piccard: "Der Schutz der Umwelt ist profitabler als die Zerstörung der Umwelt."
Bild: cash

Grösstes Thema am World Economic Forum (WEF) in Davos ist der Klimawandel. Die finanziellen Risiken, die mit dem Klimawandel und dem Verlust der Biodiversität verbunden sind, bedrohen die Stabilität des Finanzsystems, besagte zum Beispiel eine am Dienstag veröffentlichte Studie am WEF.

Insofern machte es durchaus Sinn, dass der Anlass "Tech for Climate" von Digitalswitzerland und der UBS in der Filiale der Bank in Davos stattfand - dort empfingen UBS-CEO Sergio Ermotti und Digitalswitzerland-Gründer und Ringier-CEO Marc Walder zahlreiche Gäste. Es ging um die Frage, welche Rolle zum Beispiel das Internet der Dinge für eine nachhaltige Umweltpolitik spielen kann.

Allerdings entwickelten sich eher grundsätzliche Fragen wie: Ist der Klimawandel ein Hype - und nachhaltiges Invetieren bloss ein Trend? Für Bundesrat Ueli Maurer hat der Klimawandel durchaus Charakteristiken eines Hypes. Es bestehe auch die Gefahr einer Überregulierung in diesem Bereich.

Für Maurer, der sogleich klarstellte, dass er den Klimawandel nicht leugne, braucht es aber mehr Fakten und Wissenaustausch des Know Hows, damit der Klimawandel effizient bekämpft werden kann. "Wir müssen mehr Daten erfassen, wir brauchen Fakten. Wir haben in der Schweiz sehr gute Hochschulen, wir haben interessante Startups", hier müsse der Wissenstransfer stattfinden. "Die Chancen für die Schweiz, weltweit an der Spitze zu bleiben in diesem Prozess, müssen wir nützen", so Maurer.

Auch die Standortinitiative Digitalswitzerland stellt sich auf den Standpunkt, dass die Schweiz als innovatives Land eigentlich bestens positioniert sei, um bestehende und neue Technologien zur Minimierung der CO2-Emissionen und zur Bewältigung weiterer klimarelevanter Herausforderungen weiterzuentwickeln und einzusetzen. 

UBS-COO Sabine Keller-Busse wehrte sich gegen Meinungen, wonach nachhaltiges Investieren ein Hype sei. "Nachhaltiges Investieren ist bei der UBS kein Trend", sagte sie. Die Bank biete diese Möglichkeiten für Kunden schon sehr lange an. Und die Bank verfolge mit ihren Mitarbeitern viele Massnahmen zur Bekämfung des Klimawandels. 

Für Cedrik Neike, Mitglied der Geschäftsleitung von Siemens, ist die Bekämpfung des Klimawandels "essentiell". Auch er plädierte für mehr Zusammenarbeit, "alle müssen an Bord geholt werden". Solarpionier Betrand Piccard brachte die Diskussion schliesslich auf den Punkt, als er sagte: "Der Schutz der Umwelt ist profitabler als die Zerstörung der Umwelt."

Digitalswitzerland ist eine gemeinsame Standortinitiative von Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, welche die Schweiz zum international führenden digitalen Innovationsstandort bringen will. Seit der Gründung im September 2015 ist die Initiative auf mittlerweile über 150 Mitglieder angewachsen. Digitalswitzerland organisiert zum Beispiel den nationalen Digitaltag, der seit 2017 jährlich durchgeführt wird.