E-Autos - Studie: Aus für Verbrennermotoren kommt Mitte der 2030er Jahre

Der Druck schärferer Klimaschutzziele für die Autoindustrie wird nach einer Studie den Umstieg auf Elektroautos beschleunigen.
17.04.2021 05:00
Daimler hat mit dem Mercedes EQS sein grösstes Elektroauto vorgestellt.
Daimler hat mit dem Mercedes EQS sein grösstes Elektroauto vorgestellt.
Bild: ZVG

Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) werde in Deutschland und Europa bis 2030 auf 60 Prozent der Neuzulassungen steigen, so eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) . Im vergangenen Jahr waren gut zehn Prozent der Neuwagen in der EU reine E-Autos. "Die Regulatorik wirkt. Die Hersteller haben das Ziel und den Druck, die CO2-Ziele zu erreichen", so Wolf. Nach der Prognose könnten 2027 oder 2028 mehr neue Stromautos als Pkw mit Verbrennungsmotor verkauft werden.

Die EU-Kommission will in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen, die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2021 zu senken statt der bisher beschlossenen 37,5 Prozent. Das sei mit dem derzeit hohen Anteil von Hybridfahrzeugen, die nur auf kurzer Strecke mit Strom fahren und für längere Fahrten den Verbrennungsmotor zuschalten, aber nicht zu erreichen, erklärte der LBBW-Analyst.

"Die CO2-Ziele für 2030 sind zu ehrgeizig, sodass die Hersteller nicht drumherum kommen, den BEV-Anteil auszuweiten." Die drei deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler verdoppelten in diesem Jahr ihr Modellangebot auf zwei Dutzend reine E-Autos. Bis 2025 werde sich das Angebot auf 73 Modelle dann verdreifachen.

Volkswagen und BMW hatten kürzlich ehrgeizigere Absatzziele für Elektroautos mit BEV-Quoten von mehr als 50 Prozent bis 2030 genannt. Bei Daimler gilt noch der Plan von 2019, mehr als 50 Prozent elektrifizierter Neuwagen der Pkw-Tochter Mercedes-Benz zu verkaufen. Von den Modellen her will Mercedes etwa die Hälfte davon rein elektrisch, die übrigen mit Hybridantrieb anbieten. Der Stuttgarter Konzern müsse sich ebenfalls ein höheres BEV-Ziel stecken, sagte Wolf. Daimler stellte am Donnerstag mit dem EQS sein erstes reinelektrisches Spitzenmodell vor, das Pendant zur im vergangenen Jahr neu aufgelegten Luxuslimousine S-Klasse.

Europa hatte im vergangenen Jahr dank der staatlichen Förderung von E-Autos und Hybridwagen in Deutschland und anderen Ländern China als Region mit den meisten Fahrzeugen mit Stromantrieb überholt. Allerdings war in Europa etwa jedes zweite elektrifizierte Auto ein Plug-in-Hybrid.

Die LBBW erwartet, dass dieser Antrieb aus Kostengründen und der wachsenden Kritik an zu hohen CO2-Werten stärker unter Druck geraten wird. Deshalb müssten sich Autozulieferer, die von Verbrennermotoren abhängig sind, beeilen, ihre Produktion umzustellen. Mit einem Aus neuer Verbrennermodelle rechnet Wolf Mitte der 2030er Jahre. Denn bis 2050 will Europa CO2-neutral sein, entsprechend der Lebensdauer eines Autos von etwa zwölf Jahren wäre das vermutlich der späteste Zeitpunkt für Neuzulassungen.

(Reuters)