Energieverbrauch im letzten Jahr um über 10 Prozent gesunken

(Meldung umfassend ergänzt) - Wegen der Corona-Pandemie und der wärmeren Witterung ist der Energieverbrauch in der Schweiz im letzten Jahr deutlich um über 10 Prozent gesunken: Es wurde weniger gefahren, gereist und geheizt.
21.06.2021 11:30

Verschiedene Indikatoren, die für den Energieverbrauch bestimmend sind, waren durch die zwei Lockdowns stark betroffen. So verminderte sich allein der Flugverkehr um 64 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte.

Auch beim Strassenverkehr habe es eine Abnahme gegeben. Definitive Werte liegen jedoch noch keine vor. Die Pandemie führte laut dem BFS vor allem zu einem Rückgang bei den fossilen Treibstoffen. Der Benzinverbrauch ging um über 11 Prozent und der Dieselverbrauch um über 5 Prozent zurück.

"Historischer Einbruch" bei Treibstoffverbrauch

Insgesamt reduzierte sich der Treibstoffverbrauch damit um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es handelt sich, wie BFS mitteilte, um einen "historischen Einbruch". Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 7 Prozent, nachdem er seit 2014 stetig zugenommen hatte. Ihr am gesamten Absatz von Benzin und Diesel blieb jedoch unverändert bei 3,7 Prozent.

Auch wegen der wärmeren Wintertage reduzierte sich der Energieverbrauch der Schweiz im vergangenen Jahr gesamthaft um 10,6 Prozent auf 747'000 Terajoule. Die Anzahl der Heizgradtage nahm um 4,4 Prozent ab. Diese sind ein "wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken". Auch Effizienzsteigerungen und sogenannte Substitutionseffekte hätten sich "dämpfend" auf den Energieverbrauch ausgewirkt, schreibt das BFS.

Bevölkerung gewachsen

Leicht gestiegen sind nach BFS-Angaben im letzten Jahr andere Faktoren, die für das langfristige Wachstum des Energieverbrauchs verantwortlich sind: So habe die Wohnbevölkerung um 0,7 Prozent zugenommen und die Zahl der Motorfahrzeuge um 1,3 Prozent. Für den Wohnungsbestand lägen noch keine detaillierten Zahlen vor.

Gleichzeitig gingen die industrielle Produktion um 3,5 Prozent zurück und das reale Bruttoinlandprodukt um 2,9 Prozent zurück.

mk/

(AWP)