Finanzierung Staatshaushalt - Italien erwägt strengere Steuer-Regeln bei faulen Krediten

Auf der Suche nach Geldquellen für die Finanzierung des nächsten Jahreshaushalts setzt die italienische Regierung Insidern zufolge auf mehr Steuergelder von Banken.
20.10.2019 05:05
Flaggen an der Balustrade des Palazzo Montecitorio, wo das italienische Parlament tagt.
Flaggen an der Balustrade des Palazzo Montecitorio, wo das italienische Parlament tagt.
Bild: cash

Den Instituten solle weniger Spielraum bei Abschreibungen von Problemkrediten gegeben werden, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit könnten die Geldhäuser künftig für Verluste aus Kreditgeschäften nur noch eine geringere Summe von ihren zu versteuernden Einnahmen abziehen dürfen. Die Regierung aus populistischer 5 Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten versucht eine Anhebung der Mehrwertssteuer zu vermeiden und dennoch die notwendigen Mittel für den umfangreicheren Staatshaushalt zu finden.

Sie hat unter anderem Arbeitern Steuerentlastungen, ärmeren Familien finanzielle Unterstützung und Patienten niedrigere Gebühren für bestimmte Leistungen in öffentlichen Krankenhäusern versprochen.

Um diese Massnahmen zu finanzieren, will sie auch gegen die weit verbreitete Steuervermeidung vorgehen und so mehr Gelder eintreiben. Am Dienstag soll die Koalition über den Haushalt 2020 abstimmen. Noch am selben Tag muss der Etat der EU-Kommission zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Vorgängerregierung aus 5 Sternen und rechter Lega hatte sich mit der EU-Kommission einen heftigen Haushaltsstreit geliefert.

(Reuters)