Keine umfassende Beurteilung konnten die Kontrolleure zum dritten geplanten Rechenzentrum "Kastro II" vornehmen, wie aus dem am Mittwoch publizierten Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) hervorging. Dies weil die Kostenschätzung zum Prüfzeitpunkt noch ausstehend sei. Aufgrund des Standortwechsels der zudem einen Neubau der Anlage mit sich brachte, sei mit "merklichen Mehrkosten" zu rechnen, so die EFK.
Für die beiden bereits grösstenteils realisierten Rechenzentren "Campus" und "Fundament" gibt die EFK dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) indes gute Noten. Das Projektmanagement sei zielführend aufgestellt und die Termine sowie die Kosten hätten weitgehend eingehalten werden können. Auch die Gebäudeautomationen sei in den beiden Anlagen zweckmässig umgesetzt worden und die Steuerung und Überwachung erfolgten nach gängigen Standards.
Verzögerung wegen Personalmangels
Partielle Verzögerung bei der Realisierung des Rechenzentrums Fundament hätten keine Auswirkungen auf das Gesamtprojekt, schrieb die EFK weiter. Dies allerdings nur, weil die Entwicklung der Digitalisierungsplattform, also die Einrichtung der Software, verspätet sei.
Wie das VBS in seinem im April publizierten Projektbericht selber schrieb, sind zu wenig Personal-Ressourcen vorhanden, um parallel zum laufenden Betrieb der Armeeinformatik die Digitalisierungsplattform zu entwickeln. Man habe aber entsprechende Massnahmen ergriffen.
Fertigstellung bis 2030
Mit den drei neuen Rechenzentren will das VBS viele kleinere Rechenzentren ersetzen. Der künftige Kapazitätsbedarf könne so kostengünstiger und umweltschonender sichergestellt werden, hiess es im EFK-Prüfbericht. Die Kosten des neuen Rechenzentren-Verbunds inklusive Digitalisierungsplattform beliefen sich auf 1,22 Milliarden Franken. Aktuell rechnet das VBS damit, dass das Gesamtprojekt erst 2030 fertiggestellt werden kann.
Während das Rechenzentrum Campus nur teilgeschützt ist, sollen Fundament und Kastor II laut VBS militärischen Vollschutz geniessen. Das Rechenzentrum Campus wird auch von zivilen Behörden benutzt, es befindet sich in Frauenfeld. Die beiden anderen Rechenzentren sind für eine rein militärische Nutzungen vorgesehen. Ihre Standorte sind geheim.
(AWP)