Finanzwirtschaft - Deutschlands Banken halten Negativzins-Verbot für «gefährlich»

Die deutschen Banken haben auf jüngste Vorstösse aus der Politik, negative Zinsen auf private Guthaben von unter 100'000 Euro gesetzlich zu verbieten, mit Ablehnung reagiert.
24.08.2019 16:12
Blick die deutsche Bankenmetropole Frankfurt.
Blick die deutsche Bankenmetropole Frankfurt.
Bild: cash

"Gesetzliche Verbote sind systemfremd, helfen den Kunden nicht weiter und können letztlich zu einer gefährlichen Instabilität der Finanzmärkte führen", erklärte die deutsche Kreditwirtschaft in einer gemeinsamen Stellungnahme. "Derartige Vorschläge zeigen, wie weit die unerwünschten Nebenwirkungen der Negativzinspolitik der EZB schon reichen."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuvor in der Bild-Zeitung ein Verbot von Negativzinsen für Kleinsparer gefordert. Einige deutsche Kreditinstitute erheben bereits negative Zinsen auf größere Sparbeträge.

Der Chef des Verbands der privaten Banken hatte vor kurzem in einem Interview mit Bloomberg bereits vor negativen Zinsen gewarnt. "Ich persönlich könnte mir etwa vorstellen, dass viele Banken auf Dauer nicht mehr umhinkönnen, die zusätzlichen Belastungen auch in der Breite an Privatkunden weiterzugeben", sagte Hans-Walter Peters. "Aber das muss natürlich jedes Institut selbst entscheiden."

Nach einer Erhebung des Internetportals Tagesgeldvergleich.net vom Juli erheben mindestens 22 deutsche Finanzinstitute derzeit Strafzinsen für private Kunden. In der Regel würden negative Zinsen in Höhe von 0,40 Prozent auf Einlagen über einer bestimmten Grenze berechnet.

(Bloomberg)