Geldpolitik  - China will auf Negativzinsen verzichten und warnt Westen vor extrem lockerer Geldpolitik

China wird nach Darstellung der heimischen Bankenaufsicht auf extreme Massnahmen zur Wirtschaftsbelebung verzichten.
18.06.2020 08:05
Velofahrer vor dem Sitz der chinesischen Zentralbank PBOC.
Velofahrer vor dem Sitz der chinesischen Zentralbank PBOC.
Bild: Bloomberg

Um die Konjunktur anzukurbeln, würden nicht sämtliche Schleusen der Geldpolitik geöffnet und auch keine Negativzinsen eingeführt, sagte der Chef der Aufsichtsbehörde für Banken und Versicherungen, Guo Shuqing, am Donnerstag auf einem Kongress in Shanghai. Die USA und andere Industriestaaten warnte er vor den Folgen einer extrem lockeren Geldpolitik, die sich angesichts der Globalisierung auch auf Entwicklungsländer auswirke. "In dieser Welt gibt es nichts geschenkt", sagte Guo. "Blanko-Schecks haben ihren Preis." Wenn umfassende Konjunkturmaßnahmen eingeleitet werden, sei der Jubel groß. Der Ausstieg könne aber schmerzhaft werden.

Der Chef der chinesischen Zentralbank, Yi Gang, betonte auf demselben Kongress, im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie werde die Notenbank zwar in der zweiten Jahreshälfte für Liquidität am Markt sorgen. Es gelte aber, rechtzeitig über eine Rücknahme der Maßnahmen nachzudenken. Die US-Notenbank (Fed) hat sich darauf festgelegt, die gesamte Bandbreite ihrer Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen.

(Reuters)