Geldpolitik - SNB greift zur Franken-Schwächung wieder tiefer in die Tasche

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im zweiten Quartal am Devisenmarkt wieder stärker zur Franken-Schwächung interveniert.
30.09.2021 09:26
Namenszug und prunkvolle Fassadendetails am Sitz der Nationalbank in Bern.
Namenszug und prunkvolle Fassadendetails am Sitz der Nationalbank in Bern.
Bild: imago imagesd / Sepp Spiegl

Die Notenbank setzte im Zeitraum April bis Juni 5,44 Milliarden Franken ein, um einer Aufwertung der Landeswährung entgegenzuwirken. Das geht aus den Bilanzdaten hervor, die am Donnerstag auf der Internetseite der Notenbank veröffentlicht wurden. Im Auftaktquartal waren es 296 Millionen Franken.

Im Vergleich zum Vorjahr fuhren die Schweizer Währungshüter ihre Interventionen allerdings massiv zurück. Die 5,73 Milliarden Franken im ersten Halbjahr sind nur ein Bruchteil verglichen mit den 90,02 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2020 hatte sich die SNB in Summe mit knapp 110 Milliarden Franken gegen eine Verteuerung der in Krisenzeiten als sicherer Hafen gefragten Schweizer Devise gestemmt.

SNB-Präsident Thomas Jordan hat vergangene Woche bekräftigt, dass die Zentralbank an ihrem expansiven geldpolitischen Kurs festhält. Neben Fremdwährungskäufen setzt das dreiköpfige SNB-Direktorium seit mehr als sechs Jahren auf historisch tiefe Negativzinsen, um eine Aufwertung des aus ihrer Sicht nach wie vor hoch bewerteten Frankens zu unterbinden.

(Reuters)